Posts Tagged: Lichtfarbe

Nachteulen aufgepasst - Monitore helfen nicht nur lesen

2014

In Heft 2/2014 der 3lux letters (mehr hier) schreibt Brigitte Holzinger (mehr zu Dr. H. hier) über Lichtfarben und deren Wirkung. Auch wenn  manche eher skeptisch reagieren würden: Das Auge ist zwar der Ort, wo Lichtereignisse in Bilder umgewandelt werden, aber das Sehen von Bildern ist beileibe nicht die einzige Funktion des Auges, und das Auge ist nicht der alleinige Träger von lichtempfindlichen Zellen.

Frau Holzinger schreibt: "Heute wissen wir, dass Licht nicht nur von spezialisierten Nervenzellen im Auge wahrgenommen wird, sondern dass fast jede Nervenzelle auf Lichtimpulse reagieren kann. Verarbeitet werden Lichtimpulse allerdings nur durch drei Typen von Nervenzellen (= Fotorezeptoren): den Stäbchen und Zapfenzellen sowie den fotosensitiven Ganglienzellen der Netzhaut. Stäbchenzellen sind spezialisiert auf das Hell-Dunkel- Sehen wie beispielsweise in der Dämmerung und in der Nacht, die Zapfenzellen ermöglichen uns das Wahrnehmen von Farben tagsüber. Die sogenannten fotosensitiven Ganglienzellen hingegen reagieren ganz allgemein auf Lichtimpulse und sind direkt mit den kortikalen Zentren zur Steuerung des Biorhythmus und der „inneren Uhr“ verbunden. Aber es könnten durchaus noch andere Nervenzelltypen, etwa in der Haut oder – wie vor einigen Jahren behauptet – in der Kniekehle, Lichtimpulse weiterleiten. Nachgewiesen werden konnte etwa, dass Nervenzellen, die über spezielle Opiatrezeptoren verfügen, selektiv auf Lichtimpulse reagieren und dass sich so die Stimmung verbessern lässt."

Der Artikel ist ein flammendes Plädoyer für die weitere Erforschung von Lichtwirkungen. Vielleicht schaffen wir es, aus dem Schatten des großen Erfinders, Thomas A. Edison, herauszutreten, dessen Vermächtnis es war, das elektrisches Licht so billig sein muss, dass nur noch Reiche sich Kerzenlicht leisten können bzw. wollen, und es darf nicht blenden. So haben Generationen von Lichtforschern mit vollem Eifer über einhundert Jahre Blendungsforschung betrieben. Und wo sind sie angekommen? Zu Beginn von manchen Märchen findet sich eine solche Phrase "Er lief Tag und Nacht, über Stock und Stein, wanderte über Bäche und Hügel, als wandle er in der Ebene. Als er zurück schaute, sah er, dass er einen Gerstenkorn weit gekommen war."

Beitrag download (gesamtes TRILUX-3luxletters)

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Beiträge aus dem alten Blog

Licht und Farbqualität

12.07.2013

Mache Farbe zu Lebensqualität 

Nachdem ich mich gestern noch über Lux = Lebensqualität aufgeregt hatte, hatte ich das Beste aus der Meldung von licht.de unter den Tisch fallen lassen. Hier noch einmal langsam zum Mitschreiben: Lichtquellen mit bester Farbwiedergabe sorgen dafür, dass Farben richtig erkannt werden. Stimmt. Wann wird es aber so weit sein? Müssen wir alle neuen schönen LEDs wieder einstampfen?

Irgendwie muss jemand bei licht.de zu der falschen Feder gegriffen haben. Oder der Teufel hat dem Pressesprecher die Feder geführt. Es ist nämlich so, dass praktisch alle Mitglieder von licht.de fieberhaft LED entwickeln, einkaufen oder verkaufen. Das ist gut so. Nicht so gut ist indes deren Farbwiedergabe. Unter LED-Licht sieht nicht nur Käse nach seinem Namen aus.

Man wird die Sache irgendwann mal in den Griff bekommen. Aber hoffentlich nicht so wie bei den Leuchtstofflampen. Als man ihnen einen Schub an Lichtausbeute verpassen wollte, so etwa 1975, und die Dreibandenlampe entwickelte, schob man die Testfarben so lange hin und her, bis für die Wunderlampen ein Farbwiedergabeindex von 80 herauskam. Davon wird zwar die Farbwiedergabe nicht besser, aber deren Angabe im Katalog. Nun liest sich 80 wie 80% an, und der unbedarfte Leser lässt sich vorgaukeln, dass damit 80% der Farben gemeint sein könnten. Doch ein allgemeiner Farbwiedergabeindex von 80 bedeutet eine ganz schön miese Farbwiedergabe. Wie mies das sein kann, lässt sich im Vergleich der Spektren von Sonnenlicht und einer Lampe mit Ra = 83 beurteilen:

Da nach Adam Riese nur solche Farben wiedergegeben werden, für die die Beleuchtung die entsprechenden spektralen Anteile bereithält, kann man sich doch gut vorstellen, was die Lampe (rechts im Bild) gegenüber der Sonne (links im Bild) so alles wiedergibt. Nur nicht die Farben, die man sehen möchte. Vor allem: Die Wiedergabe der menschlichen Haut findet bei der Prüfung keine Berücksichtigung.

Für die Arbeitsplätze genügt ein Wert von 80, sagt die Industrie. Damit die Dreibandenlampe über die Marke von 80 kam, wurde, wie gesagt, kräftig mit den Testfarben jongliert. Damit die Allgemeinheit keinen Wind bekommt, wurde dann die Farbwiedergabestufe "IB" erfunden. 

Für Leute, die mit Farbe umgehen, sind Lampen, die in unseren Büros rumhängen, weder IA noch IB, sondern schlicht drittklassig. Wieso empfiehlt dann die Industrie diese? Die Antwort heißt schlicht: Lux! Oder: Je besser die Farbwiedergabe, desto schlechter der Wirkungsgrad. So bietet die Industrie zu den Lampen wie oben sog. „de Luxe“ -Versionen an, die ein aufgefülltes Spektrum aufweisen, und damit eine bessere Farbwiedergabe. Sie verbrauchen aber für dieselbe Menge an „Lux“ bis zu 60% mehr Strom. Ich schätze mal, viele Planungen auf der Basis von „Lux“ würden mit de-Luxe-Lampen nicht aufgehen, weil der Himmel über den Büromenschen bereits jetzt voller Leuchten hängt (mehr unter Story einer Beleuchtung, die niemand mag). Man könnte mit weniger Lux, aber mit besserer Farbwiedergabe bei gleichem Verbrauch vielleicht besser leben. Das darf ein deutscher Büromensch aber nicht.

Meine Aussage, der Teufel könnte dem Schreiber der obigen Meldung die Feder geführt haben, kommt nicht von ungefähr. Wer Farbwiedergabe in den Vordergrund stellt, argumentiert schön ketzerisch. In der Lichttechnik zählt Quantität, nicht Qualität. Die kommt an dritter Stelle.

Wie schaut es aber mit den LEDs aus? Verbrauchen LEDs mit besserer Farbwiedergabe auch mehr Strom pro Lichteinheit? Möglicherweise nein. Denn LEDs funktionieren anders als Leuchtstofflampen. Es kann sogar sein, dass LEDs mit einer besseren Farbwiedergabe einen besseren Wirkungsgrad aufweisen, sodass das Licht aus einer Richtung kommt, in der man was sehen kann. Bei manchen LED-Anwendungen wären Glühlampen besser, weil ihr Licht wärmer. So wie rechts. Man fühlt es, wenn man sich darauf setzt.

Schau´n mer mal!

Licht und Einstein

10.06.2012

WENN EINSTEIN DAS WÜSSTE!

Gerade hatte ich gelesen, dass Einstein doch recht hatte. Es kamen mir aber Zweifel, als ich vor seinem Haus in Caputh stand. Er kann nicht recht gehabt haben. Recht behalten hat er mit seiner Behauptung, nichts auf der Welt, i wo, im Universum, könne schneller sein als Licht. Die Leute in CERN - das sind die, deren Versuchsanlage LHC so mächtig ist, dass Wissenschaftler glaubten, sie sei die Weltmaschine und könnte auch deren Ende, der Welt meine ich, einläuten -, hatten letztes Jahr behauptet, Teilchen entdeckt zu haben, die schneller flögen als Licht es erlaubt. Sie haben vorgestern den Schwanz eingezogen. Die Weltmaschine hatte wohl einige Justierprobleme. Oder, die Gelehrten suchten nach der dunklen Materie, die sich halt den intergalaktischen Gesetzen entzieht. Ehrlich!

Vor zwei Jahren hatte es noch geheißen, wegen CERN drohe der Weltuntergang. Das dort erzeugte Schwarze Loch könnte das Universum verschlingen. Welt Online hat dann die Gemüter beruhigt: „Wegen CERN-Start droht nur Mini-Weltuntergang“, hieß es am 30. März 2010. Und der Chef von CERN hat ausgesagt, es könnten nur sehr kleine schwarze Löcher entstehen. Da war ich beruhigt und hörte auf, meine Konten zu plündern. Dann kam aber doch der Weltuntergang, für die aus CERN. Sie mussten bestätigen, dass Neutrinos doch nicht schneller sind als Licht.

Ich will eine - zugegebenermaßen eigenwillige - Erklärung abgeben. Die in CERN hätten doch recht, wenn man Licht nicht im Universum misst, sondern bei Albert vor der Haustüre. Diese Laterne steht exakt vor seinem Grundstück an der Gartentür. Der Dreck darin und darauf setzt die Lichtgeschwindigkeit, wenn nicht bereits auf Null - erheblich herab. Wenn die CERNäsen ihre Neurionos hier gemessen haben, könnten sie recht haben. Denn Dreck und tote Fliegen sind der Lichtgeschwindigkeit ihr Tod.

Spaß beiseite, wie sieht es mit der Praktikabilität einer der Säulen der Beleuchtungstechnik aus, mit dem Wartungsfaktor? Wenn die Einsteinsche Laterne der Realität entspricht, ist es mit dem Realitätssinn in der Lichttechnik nicht weit her. Was ist aber mit dem Realitätssinn der Lichtkunden? Sind die so dumm, dass ihnen nicht auffällt, dass sie ihr Geld in den Schornstein jagen, wenn sie ihre Lampen nicht putzen? Ganz oben ist ein wenige Wochen altes Bild aus dem Münchner Flughafen. Zeigt, wie Energiesparlampen Energie sparen - nämlich überhaupt nicht. Eine ist tot, und spart 100% Energie, die andere krepelt vor sich rum, und vergeudet 90% Energie, die dritte macht ihrem Namen alle Ehre, und leuchtet um die Wette mit der Sonne. Die Lampe rechts ist zwar nicht tot, die Fliegen darunter, die das Licht filtern, sind es aber. Luxus morbidus - wie es die Lateiner zu sagen pflegten, als sie noch nicht gut Latein konnten.

Da wird manch einer argumentieren, noch weniger Licht käme durch die toten Fliegen durch, wenn da eine Glühlampe wäre. Stimmt aber nicht. Erstens fliegen Fliegen weniger gerne zu Glühlampen als zu diesen. Zweitens passt die Lichtfarbe besser zu den toten Fliegen. Was die Insekten von Leuchtstofflampen halten, sieht man unten. Sie lieben sie.

Was der allgemeine Dreck von der Lichttechnik hält, ist besser bekannt als meine Bilder: Sehr, sehr viel. Deswegen war er begeistert, als Klimaleuchten erfunden wurden, durch die man verunreinigte Büroluft an Lampen und Optiken vorbeisaugt. Da findet jedes Partikelchen Schmutz ein warmes Plätzchen. Unsere Idee, Leuchten wartungsfreundlich zu bauen, hat indes bislang nur ein Hersteller umgesetzt. Hätte ich eine böse Zunge, würde ich behaupten, die Hersteller wollten ihre Rendite sichern. Denn ein schlechter Wartungsfaktor = mehr Umsatz mit Leuchten. Wer wird aber schon so böse denken?

Licht und Heilung

29.05.2012

WUNDER GIBT ES IMMER WIEDER

Im März 2012 wollte ich unbedingt einen Beitrag schreiben, den ich aber leider vergessen habe. Heute wurde ich daran erinnert. Die Sache liest sich wie eine Wunderheilung. Ein Wunder ist es schon, aber ein reales. Mit Licht gegen den Schmerz, heißt die Devise.

Auf der Tagung „Licht und Gesundheit“ der TU Berlin wurde der Arnold Rikli-Preis für photobiologische Forschung an einen Medizinprofessor verliehen, Prof. Suschek, der dazu einen sehr netten Vortrag gehalten hat. Was er vorgetragen hat, hört sich wirklich wie eine Wunderheilung an. Sie erfolgt über die Haut und mit Hilfe von blauen LEDs. Und dient der Behandlung der Schwachstelle des menschlichen Körpers - nein, nicht seines Denkvermögens, sondern des Rückens. Der Preis für den aufrechten Gang, den wir entrichten müssen, fällt in diesem Fall sehr hoch aus. Rückenschmerzen sind der Fluch der aufrechten Haltung.

Die Wirkung erfolgt über die Anregung von körpereigenen Prozessen und völlig ohne fremde Substanzen. Für mich ist es das zweite Wunder nach der Therapie mit roten LEDs, das mir bekannt wurde. Die setzt man von der Knochenheilung bis zur Krebstherapie zu vielen Behandlungen ein.

Am besten liest man über das Wundermittel die Originalquellen. Die sind zwar mit dem Namen einer Firma versehen, womit ich hier Werbung für sie mache. Diese wird aber nicht bezahlt. Warum soll man nicht für eine Idee Werbung machen, auch wenn andere damit Geld verdienen? Die Ehre, aus einer Anzeigelampe ein Heilmittel gemacht zu haben, muss doch gepriesen werden.

Hier ist die Forschungshistorie, die mehr als nur Rückenschmerzen anführt
http://www.led-schmerztherapie.de/forschungshistorie-blaues-led-licht/

Hier findet man Presseinformationen
http://www.led-schmerztherapie.de/publikumspresse/

Hier können sich Ärzte einloggen
http://www.led-schmerztherapie.de/aerzte-fachpresse/

Hier erklärt Prof. Suscheck sein Rezept
https://www.zukunftstechnologien.info/life-sciences/mit-licht-gegen-den-schmerz/