04.10.2026
Warum einfach und verständlich erklären, wenn man sein Ego auch
hinter Satzkonstruktionen in Überlänge verstecken kann?
der Blogger
Im Internet bin ich bei der Suche nach eingängigen Bildern und Definitionen für lichttechnische Größen auf die Website Heizung, Lüftung, Elektrizität der Autoren Christoph H. Schmid, Thomas Baumgartner, Jürg Nipkow, Christian Vogt und Jobst Willers gestoßen. Der Inhalt entspricht einem Buch mit dem gleichen Titel "Heizung / Lüftung / Elektrizität", das in der 6. Auflage vorliegt (ISBN: 978-3-7281-4020-8). Mehr Info hier .
Die lichttechnischen Größen und Begriffe, die mich interessierten, sind klar, einfach, aber trotzdem korrekt erklärt. Aber auch alles andere, was mit der gebauten Umwelt zu tun hat, wird sehr erfrischend klar behandelt. Unten finden Sie das Inhaltsverzeichnis des Buches mit Links, die die Autoren gesetzt haben. Beim Klicken auf einen der Links kommt man auf die Website mit der Version 1.0 .
Das Stichwortverzeichnis, das in einem gedruckten Buch mühsames Blättern bedeutet, ist in der Online-Version eine große Hilfe, die einem auch das Auffinden von Sachverhalten erleichtert, an die man nicht denkt. Wenn man z.B. ein relativ allgemeines Wort wie Beleuchtung eingibt, wundert man sich, in welchen Abschnitten es überall vorkommt.
1 Grundlagen
1.1 Nachhaltigkeit
1.2 Behaglichkeit
1.3 Planungsvorgehen
1.4 Energiehaushalt
1.5 Heizleistungsbedarf
2 Wärmeerzeugung
2.1 Bemessungsfragen
2.2 Gas- und Ölfeuerung
2.3 Holzfeuerung
2.4 Wärmepumpen
2.5 Aktive Solarsysteme
2.6 Wärme-Kraft-Kopplung
2.7 Heizzentrale
2.8 Systemvergleich
3 Wärmeverteilung
3.1 Pumpe und Netz
3.2 Hydraulische Schaltungen
3.3 Verteilsysteme
4 Wärmeabgabe
4.1 Heizkörper
4.2 Fussbodenheizung
4.3 Wahl Wärmeabgabesystem
5 Lüftung
5.1 Luftbedarf
5.2 Lüftungssysteme
5.3 Luftführung im Raum
5.4 Komponenten
5.5 Wohnungslüftung
6 Kälte- und Klimatechnik
6.1 Klimakältebedarf
6.2 Kälteerzeugung
6.3 Kälteabgabe
6.4 Kühlanlagen
7 Warmwasserversorgung
7.1 Übersicht
7.2 Wassererwärmung und Warmwasserspeicherung
7.3 Warmwasserverteilung
7.4 Planung
8 Elektrische Energie
8.1 Begriffe beim Wechselstrom
8.2 Elektroinstallation
8.3 Bedarfsanalyse und Verbrauchskontrolle
8.4 Geräte
8.5 Fotovoltaik
10 Gebäudeautomation
10.1 Aufgaben der Gebäudeautomation
10.2 Grundlagen Messen, Steuern, Regeln
10.3 Regelkonzepte
10.4 Leittechnik
11 Anhang
11.1 Literatur
11.2 Formelzeichen und Abkürzungen
11.3 Symbole für Installationen [SIA 410, EN 1861, EN 12792]
11.4 Temperaturhäufigkeitsdiagramme
11.5 p,h-Diagramme von Kältemitteln
11.6 h,x-Diagramm für feuchte Luft
11.7 Leuchtenbetriebswirkungsgrad und Raumwirkungsgrad
11.8 Grössen und Einheiten
11.9 Stichwortverzeichnis
04.10.2026
100 Jahre Licht- und Sehforschung,
aber das LED-Licht blendet dich nachts
trotzdem zuverlässiger als die Sonne selbst.
der Blogger
In einem neuen Beitrag in Genesis 2.0 – Schöpfung der elektrischen Sonne wird die Problematik der heutigen Flutlichtbeleuchtung behandelt, die der von den 1970er-Jahren sehr ähnlich ist. Hier die Kurzfassung:
Dieser Beitrag in Genesis 2.0-Schöpfung der elektrischen Sonne verbindet eine persönliche Erinnerung mit einer höchst aktuellen Kritik an der Stadionbeleuchtung. Die Erinnerung reicht bis ins Jahr 1968 zurück, als ich an der Planung der Beleuchtung der Olympiasportstätten mitarbeitete. Der Auftrag hatte zunächst nichts mit der elektrischen Beleuchtung zu tun, sondern mit der Tagesbeleuchtung. Die XIX. Olympischen Sommerspiele 1968 hatten vom 12. bis 27. Oktober in Mexiko-Stadt stattgefunden. Das (in Europa) neu erfundene Farbfernsehen hatte grausliche Bilder aus Mexiko übertragen müssen, weil sich die Kameras bei Sprintwettbewerben nicht schnell genug von Licht auf Schatten umstellen konnten. Beim Übergang von der Sonne in den Schatten liefen die Athleten rot an, als hätte sie der Schlag getroffen. So entwickelte ein ehemaliger Kollege, Udo Fischer, die glänzende Idee, wonach das Dach des Olympiastadions aus Plexiglas gebaut werden sollte. Die Idee verfing prima beim Architekten Günter Behnisch, der damals Professor an der TU Darmstadt war, an dem Ort, an dem der Hersteller von Plexiglas, pardon Acrylglas, die Firma Röhm ansässig war. Nun wollte Behnisch, dass alle Dächer auf dem Olympiagelände aus Acrylglas gebaut werden sollten. So kam mein Professor an der TU Berlin zu dem Auftrag, alles zu begutachten, was mit Licht zu tun hatte, auch die elektrische Beleuchtung des Stadions. Im Anschluss daran sollte ich im Rahmen meiner Dissertation untersuchen, ob das schöne neue Licht, vom Fernsehen diktiert, doch nicht zu grell für die Fans und die Spieler war.
Anfang 1972 interviewte ich den Torhüter Sepp Maier für meine Doktorarbeit zur Beleuchtung des Münchner Olympiastadions. Mehr als fünf Jahrzehnte später erkenne ich dieselben Probleme in den Aussagen des Lichtplaners Daniel Petry wieder: mangelhafte Abnahmekontrollen, Blendung und unzureichende Farbwiedergabe.
Meine alten Untersuchungen zeigten, dass die Interessen von Zuschauern, Spielern und Fernsehen bei der Feldbeleuchtung grundsätzlich vereinbar sind: Hohe Sichtqualität führt nicht zwangsläufig zu mehr Blendung. Moderne LED-Systeme bieten gegenüber früheren HQI-Lampen große Vorteile, etwa hohe Effizienz, präzise Steuerbarkeit, Farbwechsel und flimmerfreien Betrieb für Zeitlupenaufnahmen. Dennoch können ihre kleinen, sehr leuchtdichten Flächen eine stärkere Blendwirkung erzeugen, wenn Planung und Ausschreibung vor allem Beleuchtungsstärken und Kosten berücksichtigen.
Auch die Farbwiedergabe der LED wird unzureichend bewertet. Petry beanstandet diese als einen wichtigen Faktor. Der verbreitete allgemeine Farbwiedergabeindex Ra basiert überwiegend auf blassen Pastellfarben; gesättigtes Rot und Hauttöne werden nicht erfasst. Dieser Umstand entstand 1964, als dieser Index eingeführt wurde, und blieb bis heute unverändert. Zudem fehlt den üblichen weißen LEDs die UV-Strahlung, die optische Aufheller aktiviert und auch für Pflanzen bedeutsam ist. In der Allianz Arena mussten deshalb zusätzliche UV-Leuchten installiert werden. Dass Vereinsfarben unter Flutlicht verfälscht erscheinen können, ist somit kein unvermeidbares technisches Defizit, sondern eine Folge ungeeigneter Qualitätskriterien.
Im Zentrum steht meine Kritik an einem missverstandenen Begriff der Wirtschaftlichkeit. Normen für Beleuchtung stellen Wirtschaftlichkeit neben Sehkomfort, Ergonomie, Sicherheit und Lichtqualität, obwohl Planer fast immer nur Kosten, nicht aber den wirtschaftlichen Nutzen einer Anlage bestimmen können. So hätte ein Planer, der die Sache 1970 beim Baubeginn ernst genommen hätte, beim Olympiastadion München pro Spiel 50.000 DM vom Fernsehen anrechnen müssen. Die TV-Sender zahlen heute für die Liveübertragung von Champions-League-Spielen im Durchschnitt zwischen 1,5 und 5 Millionen Euro pro Partie. Vergleichbare Anlagen hatten 1972 etwa 1,0 bis 2,5 Mio. DM gekostet. Wie sähe eine Wirtschaftlichkeitsrechnung für eine solche Anlage aus?
Man könnte sich vom Lachen nicht einkriegen, wären da nicht die Konsequenzen für die Beleuchtung, die niemand beabsichtigt: Werden messbare Mindestwerte zur alleinigen Entscheidungsgrundlage, setzt sich der billigste normgerechte Entwurf gegen die tatsächlich bessere Lösung durch – selbst bei Stadien und Übertragungen für ein Milliardenpublikum. Die Schlussfolgerung lautet daher: Nicht die LED-Technik verursacht zwangsläufig eine schlechte Beleuchtung. Sie kann hervorragendes, blendarmes und farbtreues Licht liefern. Dieses Licht kann für Fußballspiele früheren Techniken weit überlegen sein, weil es eine ruckelfreie Aufnahme schnellster Vorgänge ermöglicht, die keine frühere Technik geschafft hätte. Entscheidend sind daher anspruchsvolle Ausschreibungen, geeignete Messgrößen und die Bereitschaft der Auftraggeber, Qualität ausdrücklich zu verlangen und angemessen zu bezahlen. Der technische Fortschritt ist vorhanden; überkommene Bewertungsmaßstäbe und kurzfristiges Kostendenken verhindern jedoch, dass sein Potenzial vollständig genutzt wird.
13.05.2026
Wissenschaft, die vor lauter Signifikanz die Relevanz vergisst,
gleicht einem Kompass, der zwar perfekt nach Norden zeigt,
aber ignoriert, dass man bereits im Treibsand steht.
der Blogger
Dieses Kapitel kritisiert nicht Wissenschaft an sich, sondern bestimmte Vorgehensweisen, mit denen wissenschaftliches Arbeiten in sein Gegenteil verkehrt werden kann. Die zentrale These lautet, dass Methoden, die eigentlich der Erkenntnisgewinnung dienen sollen, in der Praxis häufig dazu benutzt werden, gewünschte Ergebnisse zu erzeugen, unpassende Befunde zu verschleiern oder unbequeme Erkenntnisse zu ignorieren. Am Beispiel der Lichttechnik zeigt der Autor, wie aus einzelnen wahren oder plausiblen Aussagen weitreichende Behauptungen konstruiert werden, die wissenschaftlich klingen, aber oft weder sauber begründet noch für den jeweiligen Anwendungsbereich hinreichend belegt sind.
Zu Beginn wird erläutert, dass sogenannte „science faction“ besonders problematisch ist: Dabei werden unstrittige Fakten mit Vermutungen, Plausibilitäten und Deutungen vermischt, bis am Ende der Eindruck eines wissenschaftlichen Nachweises entsteht. Aus einfachen, nachvollziehbaren Beobachtungen wird schrittweise eine große Behauptung abgeleitet, etwa dass mehr Beleuchtungsstärke automatisch gesünder, leistungsfördernder oder weniger ermüdend sei. Der Einwand des Autors lautet, dass Plausibilität noch kein Beweis ist und dass solche Argumentationsketten häufig gerade deshalb überzeugen, weil ihre einzelnen Bestandteile nicht völlig falsch wirken.
Ein zentrales Angriffsziel ist das sogenannte P-Hacking. Der Autor beschreibt damit die Praxis, aus Daten so lange passende Ausschnitte, Vergleiche oder Versuchsanordnungen herauszusuchen, bis ein statistisch signifikantes Ergebnis erscheint. Kritisiert wird vor allem, dass statistische Signifikanz häufig fälschlich als inhaltliche Bedeutung verstanden wird. Ein Ergebnis kann rechnerisch signifikant sein und trotzdem wenig über die eigentliche Praxis aussagen. Darüber hinaus zeigt der Text, dass mit genügend großer Fallzahl auch sehr kleine Unterschiede signifikant werden können. Dadurch entsteht die Gefahr, dass gewünschte Aussagen als wissenschaftliche Erkenntnisse verkauft werden, obwohl ihre Relevanz unklar bleibt.
An mehreren Beispielen aus der Licht- und Arbeitsmedizin wird verdeutlicht, wie problematisch dieser Umgang mit Signifikanz sein kann. So verweist der Autor auf Studien und Leitlinien, in denen statistisch starke Effekte behauptet werden, ohne dass die zugrunde liegenden Ursachen ausreichend erklärt werden. Besonders scharf kritisiert er Versuche, aus Untersuchungen in speziellen Umgebungen, etwa psychiatrischen Einrichtungen oder medizinischen Sondersituationen, allgemeine Aussagen über die gesundheitliche Wirkung von Beleuchtung im Alltag oder am Arbeitsplatz abzuleiten. Der Vorwurf lautet, dass hier häufig von Spezialfällen auf völlig andere Kontexte geschlossen wird, ohne die Übertragbarkeit der Ergebnisse ernsthaft zu prüfen.
Ein weiteres Muster sieht der Autor im HARKing, also im nachträglichen Formulieren einer Hypothese, nachdem die Ergebnisse bereits bekannt sind. Wer so vorgeht, erweckt den Eindruck, eine Untersuchung habe von Anfang an eine klare theoretische Grundlage gehabt, obwohl die Deutung erst im Nachhinein passend gemacht wurde. Ergänzt wird dies durch das sogenannte SHARKing, bei dem missliebige Hypothesen oder ganze Projekte stillschweigend verschwinden, wenn sich die erhofften Resultate nicht einstellen. Beide Praktiken verfälschen nach Ansicht des Autors den wissenschaftlichen Prozess, weil sie Misserfolge und Unsicherheiten unsichtbar machen, obwohl gerade diese für echten Erkenntnisfortschritt wichtig wären.
Besonders wirksam erscheint dem Autor jedoch nicht die Manipulation von Daten, sondern das Ignorieren von Wissen. Er argumentiert, dass in der Lichttechnik viele ältere, gut begründete Erkenntnisse nicht deshalb verdrängt wurden, weil sie widerlegt worden wären, sondern weil sie nicht in aktuelle technische, wirtschaftliche oder gestalterische Interessen passten. An Beispielen aus Architektur, Normung und Blendungsforschung zeigt er, dass bekannte Probleme über Jahrzehnte nicht konsequent aufgegriffen wurden. Dasselbe gelte für das Thema Flimmern: Beschwerden von Betroffenen seien lange abgewiesen worden, obwohl sich später zeigte, dass die Störung real ist und gesundheitliche Folgen haben kann. Für den Autor ist dies ein Beleg dafür, dass wissenschaftliche oder technische Gemeinschaften unbequeme Tatsachen oft nicht aktiv widerlegen, sondern schlicht an ihnen vorbeiarbeiten.
Als besonders tief liegendes Problem beschreibt der Text die mangelnde Validierung. Gemeint ist die Frage, ob eine gemessene Größe, ein Versuch oder ein Modell tatsächlich das erfasst, was inhaltlich behauptet wird. Der Autor macht deutlich, dass dies keine rein theoretische Frage ist, sondern praktische Folgen hat: Wenn ein Messwert nicht valide ist, kann ein ganzes System auf falschen Annahmen beruhen. An Beispielen aus der Kerntechnik, der Beleuchtung, der Blendungsbewertung und der Leistungsforschung zeigt er, dass zwischen physikalischer Messgröße und menschlicher Wahrnehmung oder praktischer Wirkung oft keine einfache, direkte Beziehung besteht. Gerade in der Lichttechnik wird aber häufig so getan, als ließen sich komplexe Wirkungen mit wenigen linearen Größen eindeutig erfassen.
Daran schließt die Kritik an dem unscharfen Begriff der Lichtqualität an. Der Autor bemängelt, dass die Lichttechnik zwar ständig von Qualität, Wohlbefinden, Sehkomfort, Sicherheit und Wirtschaftlichkeit spreche, aber keine klaren und überprüfbaren Kriterien formuliere, nach denen sich die Qualität einer Beleuchtung tatsächlich bestimmen ließe. Solange der Zweck einer Beleuchtung nicht präzise festgelegt sei, bleibe auch unklar, woran ihre Güte gemessen werden soll. Dadurch wird es möglich, sehr verschiedene und teils widersprüchliche Anforderungen miteinander zu vermischen und dennoch den Eindruck einer objektiven Bewertung zu erzeugen.
Am Ende unterscheidet der Autor grundsätzlich zwischen Wissenschaft und Technik. Wissenschaft ziele darauf ab, Wissen dauerhaft zu gewinnen, Irrtümer offen zu legen und Erkenntnisse nachvollziehbar einzuordnen. Technik hingegen arbeitet oft unter Innovations-, Markt- und Verbesserungsdruck; dort genügt es häufig, dass etwas besser funktioniert als zuvor, auch wenn es noch unvollkommen ist. Diese Logik erklärt für den Autor manche Fehlentwicklungen, entschuldigt sie aber nicht.
Die Gesamtbotschaft des Kapitels ist, dass gerade in einem anwendungsnahen Feld wie der Lichttechnik wissenschaftliche Begriffe, statistische Methoden und normative Aussagen mit besonderer Sorgfalt behandelt werden müssten. Andernfalls entsteht eine Scheinwissenschaft, die mit dem Anschein von Exaktheit arbeitet, ohne die Voraussetzungen echter wissenschaftlicher Erkenntnis einzulösen.
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13.05.2026
Die Zukunft soll man nicht voraussehen wollen,
sondern möglich machen.
Antoine de Saint-Exupéry
Das Kapitel untersucht, wie stark Vorstellungen aus den 1920er Jahren das heutige Denken über Licht, Beleuchtung und gute Sehbedingungen noch immer prägen.
Im Mittelpunkt steht die Kritik, dass viele Grundannahmen der Lichttechnik zwar den Anschein von Genauigkeit und Wissenschaftlichkeit haben, aber bis heute nur unzureichend erklären, was Menschen tatsächlich für gutes Sehen, angenehmes Arbeiten und räumliches Wohlbefinden benötigen.
Es wird gezeigt, dass zentrale Begriffe und Messgrößen – etwa zur Definition von Licht, zur Beleuchtungsstärke oder zur Wirkung von Blendung – historisch gewachsen sind und oft weiterverwendet werden, obwohl ihre Aussagekraft begrenzt oder ihre Grundlagen umstritten sind.
Ausführlich wird beschrieben, dass Normen und technische Standards häufig auf vereinfachten Modellen beruhen, die sich gut messen und vereinheitlichen lassen, aber den menschlichen Wahrnehmungsbedingungen nicht immer gerecht werden. An Beispielen wie Ermüdung, der Frage nach der „richtigen“ Lichtmenge, direkter und indirekter Beleuchtung, Tischleuchten sowie der Forderung nach gleichmäßiger Helligkeit macht der Text deutlich, dass viele heute selbstverständliche Regeln nicht das Ergebnis gesicherten Wissens sind, sondern oft auf tradierten Annahmen, industriellen Interessen oder normativen Festlegungen beruhen.
Besonders kritisch betrachtet der Beitrag den Widerspruch zwischen technischer Messbarkeit und tatsächlicher Erfahrung: Was in Richtlinien als objektiv und sinnvoll erscheint, kann aus Sicht der Nutzerinnen und Nutzer unpraktisch, unangenehm oder sogar widersprüchlich sein.
Insgesamt versteht sich der Beitrag als grundsätzliche Kritik an einer Beleuchtungskultur, die über Jahrzehnte hinweg ihre eigenen Maßstäbe verfestigt hat, ohne sie ausreichend an menschlichen Bedürfnissen, architektonischer Qualität und neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen zu überprüfen. Der Beitrag plädiert deshalb dafür, Licht nicht nur als eine technisch-physikalische Größe, sondern stärker als menschlich, biologisch und räumlich wirksames Phänomen zu begreifen.
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13.05.2026
Eine Glühbirne, die nicht brennt, ist ein schlechtes Geschäft.
Aber eine Glühbirne, die ewig brennt, ist ein noch schlechteres.
ein Experte, der nicht genannt werden will
Das Kapitel setzt sich mit der Lebensdauer von Leuchtmitteln auseinander, aus der die Hersteller ein großes Geheimnis machen.
Die Lebensdauer von Leuchtmitteln ist keine eindeutig feststehende Größe, sondern hängt von technischen Kriterien, Betriebsbedingungen und statistischen Verfahren ab. Diese Verfahren unterscheiden sich erheblich voneinander.
In der Darstellung eines bekannten Herstellers liest sich das Ganze folgendermaßen: „Für LED-Leuchten ist keine einheitlich gebräuchliche Definition der Lebensdauer - sei es eine „Nennlebensdauer” oder eine „wirtschaftliche Lebensdauer” - etabliert. Stattdessen ist es üblich, die „mittlere Bemessungslebensdauer” auszuweisen, die sich auf einen spezifizierten Grad der Lichtstromdegradation bezieht.“
Das Kapitel zeigt, dass sich der Begriff je nach Leuchtmittel stark unterscheidet: Bei Glühlampen wurde Lebensdauer meist über die Ausfallrate bestimmt, bei Entladungslampen über den wirtschaftlich sinnvollen Betrieb und den Rückgang des Lichtstroms, etwa als L70 oder L80.
Bei LEDs ist die Bewertung noch komplexer, weil neben dem Lichtstromverlust auch Unterschiede zwischen einzelnen LED-Elementen sowie Totalausfälle berücksichtigt werden müssen, etwa durch Angaben wie L70B10C10F10.
Insgesamt verdeutlicht der Beitrag, dass Herstellerangaben zur Lebensdauer nur im Zusammenhang mit den zugrunde liegenden Definitionen und Einsatzbedingungen sinnvoll verstanden werden können.
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