15.06.2026
Publikationen sind wie Geheimbünde:
Extrem schwer reinzukommen und am Ende stellt sich raus,
dass drinnen auch alle nur mit Wasser kochen – aber eben auf Latein.
der Blogger
In Genesis 2.0 - Schöpfung der elektrischen Sonne erklärt eine neuer Beitrag die Chancen einer wissenschaftlichen Überwindung der ergonomischen Probleme der arbeitenden Menschen mit der Beleuchtung ihrer Arbeitsplätze. Hier eine Kurzfassung und das Fazit des Originalbeitrags:
Der vorliegende Beitrag untersucht das Verhältnis von Beleuchtung und Ergonomie unter historischer, fachsystematischer und normativer Perspektive. Er zeigt, dass Beleuchtung trotz ihrer grundlegenden Bedeutung für Arbeit, Gesundheit, Sehleistung und Wohlbefinden in der Ergonomie bislang nur randständig behandelt wurde. Auf der Grundlage von Fachliteratur, Normungsgeschichte und begrifflicher Analyse wird herausgearbeitet, dass die Lichttechnik überwiegend technisch-funktional argumentiert, während zentrale ergonomische Kategorien wie Nutzerorientierung, Accessibility, Architekturbezug und differenzierte Anforderungen menschlicher Arbeit unzureichend berücksichtigt bleiben. Die Analyse von Peter Boyces Human Factors in Lighting verdeutlicht exemplarisch die terminologischen und konzeptionellen Divergenzen zwischen Lichttechnik und Ergonomie. Insgesamt plädiert der Text für eine integrierte, menschenzentrierte und barrierefreie Beleuchtungsplanung, die Tageslicht, Kunstlicht sowie die Heterogenität menschlicher Voraussetzungen gleichermaßen einbezieht.
Zusammenfassend kann ich ein sehr negatives Fazit ziehen:
Wer dennoch globale lichttechnische Normen veröffentlicht, sollte sich keine Illusionen über die Erfolgschancen machen.
03.06.2026
Kein Experte versteht den Alltag
so gut wie die Menschen,
die ihn leben..
der Blogger
Der Beitrag in Genesis 2.0 Schöpfung der elektrischen Sonne zeichnet die Geschichte eines leisen, über Jahrzehnte geführten Kampfes nach: den Kampf um den Platz am Fenster im Büro. Was zunächst wie eine Frage der Bequemlichkeit oder Gewohnheit erscheint, erweist sich bei näherer Betrachtung als Ausdruck grundlegender menschlicher Bedürfnisse. Fenster sind weit mehr als bauliche Elemente oder Lichtquellen – sie verbinden den Menschen mit der Außenwelt, geben Orientierung im Tagesverlauf und verhindern das Gefühl des Eingeschlossenseins.
Anhand persönlicher Erfahrungen, wissenschaftlicher Studien und rechtlicher Entwicklungen zeige ich, dass Beschäftigte intuitiv jene Arbeitsplätze bevorzugen, die ihnen Nähe zum Tageslicht und zur Außenwelt bieten. Bemerkenswert ist dabei, dass diese Präferenz selbst dann bestehen bleibt, wenn objektive Nachteile wie Blendung oder ungünstige physikalische Bedingungen auftreten. Die Ursache liegt offenbar in tiefergehenden psychischen und physiologischen Wirkungen des Tageslichts, insbesondere in seinem Einfluss auf Wohlbefinden, Ermüdung und die innere Uhr des Menschen.
Gleichzeitig beschreibt der Beitrag die wiederkehrenden Versuche von Technik, Architektur und Arbeitsorganisation, den Menschen vom Fenster zu entkoppeln – sei es durch fensterferne Bildschirmarbeitsplätze, Großraumbüros oder flexible, aber eher entmenschlichte Raumkonzepte. Diese Ansätze scheitern langfristig an der Realität menschlicher Bedürfnisse.
So wird der „stille Kampf“ um den Fensterplatz zu einem Sinnbild für eine grundlegende Erkenntnis: Gute Arbeitsbedingungen lassen sich nicht allein technisch oder ökonomisch definieren. Die Sichtverbindung nach außen ist kein Luxus, sondern ein zentraler Bestandteil menschengerechter Arbeit – und letztlich ein Schlüssel zu Gesundheit, Leistungsfähigkeit und Würde im Arbeitsalltag.
Wer mit einem Raumkonzept dagegen handeln will, muss mächtige Vorteile bieten, damit seine Rechnung aufgeht. Bislang hat es allerdings nicht geklappt. So waren fensterlose Gebäude, sogar unterirdisch, Ende der 1920er Jahre für realistisch gehalten worden. In den 2020er Jahren haben Neubauten nicht einmal eine Fensterbrüstung.
02.06.2026
Alles, was modern ist,
ist meistens nur etwas Altes,
das vergessen wurde.
der Blogger
Bei der Recherche nach neuen Erkenntnissen zu Lichtwirkungen muss ich mich zu weit aus dem Fenster gelehnt haben. Auf einmal erschien die nachfolgende Notiz in meinem Browser. Sie ist unbearbeitet und enthält die angeführten Literaturhinweise im Original:
Dass Sie bei der Lektüre aktueller Normenentwürfe (wie etwa der oft diskutierten DIN SPEC 5031-100) an die Lehrinhalte von 1968 denken, ist bezeichnend. Die Erkenntnis, dass Licht weit mehr tut als nur das Sehen zu ermöglichen, ist uralt. Die biologische bzw. nichtvisuelle Wirkung von Licht (also die Steuerung der inneren Uhr) wurde historisch fundiert erforscht. [1, 2]
Dennoch „vergeigen“ es Normungsgremien oft, diese einfachen Prinzipien praxisgerecht umzusetzen:
Wie kam es dazu, dass die Wissenschaft zu Beginn des 21. Jahrhunderts die Entdeckung des neuen Sensors im Auge fast wie die Erscheinung des Heilands gefeiert hat? Dies will ich nicht in ganzer Länge kommentieren. Aber ein Ereignis kann ich aus eigener Erfahrung treffend kommentieren. Der Forschende, der häufig mit der Entdeckung der (intrinsisch) photosensitiven retinalen Ganglienzellen in Verbindung gesehen wird, Prof. Brainard, berichtete im Jahr 2017 von einer Studie, womit er festgestellt haben wollte, dass Blinde einen circadianen Rhythmus besäßen, obwohl ihr Gehirn keine Bilder empfangen könne.
Ich hatte exakt dieselbe Erkenntnis von Prof. Hollwich Anfang der 1970er Jahre an der TU Berlin gehört. Er hatte Sehende, Blinde und Augenlose hinsichtlich ihrer circadianen Rhythmik verglichen und daraus abgeleitet, dass es einen anderen Kanal zwischen dem Auge und dem Gehirn geben müsse. Diesen Kanal hätte er deswegen den energetischen Pfad genannt. Warum müssen wir 30 Jahre später einen amerikanischen Forscher einfliegen, der uns die fast identische Story als neue Erkenntnis auftischt?
Meine Diagnose lautet: Zerstückelung des Forschungsgebiets. Hollwich war ein Augenmediziner. Dass er an der TU Berlin vortrug, hing damit zusammen, dass er mit der LiTG zusammengeraten war, als er beim Bundestag ein Verbot von Leuchtstofflampen beantragt hatte. Er war zu dem Vortrag eingeladen worden, weil unser Professor die Kommunikation zwischen ihm und der LiTG managte. Als Ingenieursstudenten hätten wir solche Inhalte nie erfahren, ohne dass die Uni und die LiTG sie jenseits unserer beruflichen Sachverhalte diskutiert hätten.
Die Zeitschrift, in der deutsche Lichttechniker ihre Forschung hätten veröffentlichen können, Lichtforschung, hatte ein extrem kurzes Leben. Die entstand etwa 1971 und war 1973 schon tot. Sie war aus der Lichttechnik hervorgegangen, wie auch die Zeitschrift Licht, die es auch heute noch gibt. Diese sollte weniger wissenschaftlich sein. Deswegen liest man sie nur in Deutschland und nur in technischen Kreisen. Wo Hollwich überall seine Erkenntnisse veröffentlicht hat, zeigt das Zitat, so etwa Dtsch. Ophtal. Ges., Graefes Arch. Opth. Actas neuweget, Wien …
Kurz gesagt, der deutschen Lichtforschung, so es die überhaupt gibt, fehlte ein Publikationsorgan. Was das bedeutet, kann man an einer Zahl erkennen: Das fundamentale Buch Human Factor in Lighting von Peter Boyce führt über 1200 Referenzen an. Davon stammt eine einzige Referenz aus Licht.
Forschende wie George C. Brainard hingegen (hier, nicht zu verwechseln mit dem Disney-Professor Ned Brainard, dem zerstreuten Professor, bevorzugen Organe wie The Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism oder Journal of Biological Rhythms. Ich musste mir meine Kenntnisse zu Licht und Gesundheit aus sehr unterschiedlichen Disziplinen zusammenholen. Wer sich heute auf dem Gebiet orientieren will, muss sich neben Lichttechnik auch auf Gebieten wie Chronobiologie, Photobiologie, Ophthalmologie, Dermatologie, Endokrinologie, Psychiatrie und Psychologie informieren.
Kaum jemand weiß, dass Brainard seit 1987 für die NASA forscht und sein Wirken darauf ausgerichtet ist, die circadiane Rhythmik von Astronauten bei längeren Raumfahrten zu optimieren. Andere untersuchen Therapiemöglichkeiten für die Psychiatrie. Wiederum andere wollen zufriedenstellende Lebensbedingungen in der Arbeitswelt mit Licht optimieren.
Da nimmt es nicht Wunder, dass manches Wissen auf einem Gebiet aus vorgestern anderen wie eine Vision für morgen vorkommt.
13.05.2026
Wissenschaft, die vor lauter Signifikanz die Relevanz vergisst,
gleicht einem Kompass, der zwar perfekt nach Norden zeigt,
aber ignoriert, dass man bereits im Treibsand steht.
der Blogger
Dieses Kapitel kritisiert nicht Wissenschaft an sich, sondern bestimmte Vorgehensweisen, mit denen wissenschaftliches Arbeiten in sein Gegenteil verkehrt werden kann. Die zentrale These lautet, dass Methoden, die eigentlich der Erkenntnisgewinnung dienen sollen, in der Praxis häufig dazu benutzt werden, gewünschte Ergebnisse zu erzeugen, unpassende Befunde zu verschleiern oder unbequeme Erkenntnisse zu ignorieren. Am Beispiel der Lichttechnik zeigt der Autor, wie aus einzelnen wahren oder plausiblen Aussagen weitreichende Behauptungen konstruiert werden, die wissenschaftlich klingen, aber oft weder sauber begründet noch für den jeweiligen Anwendungsbereich hinreichend belegt sind.
Zu Beginn wird erläutert, dass sogenannte „science faction“ besonders problematisch ist: Dabei werden unstrittige Fakten mit Vermutungen, Plausibilitäten und Deutungen vermischt, bis am Ende der Eindruck eines wissenschaftlichen Nachweises entsteht. Aus einfachen, nachvollziehbaren Beobachtungen wird schrittweise eine große Behauptung abgeleitet, etwa dass mehr Beleuchtungsstärke automatisch gesünder, leistungsfördernder oder weniger ermüdend sei. Der Einwand des Autors lautet, dass Plausibilität noch kein Beweis ist und dass solche Argumentationsketten häufig gerade deshalb überzeugen, weil ihre einzelnen Bestandteile nicht völlig falsch wirken.
Ein zentrales Angriffsziel ist das sogenannte P-Hacking. Der Autor beschreibt damit die Praxis, aus Daten so lange passende Ausschnitte, Vergleiche oder Versuchsanordnungen herauszusuchen, bis ein statistisch signifikantes Ergebnis erscheint. Kritisiert wird vor allem, dass statistische Signifikanz häufig fälschlich als inhaltliche Bedeutung verstanden wird. Ein Ergebnis kann rechnerisch signifikant sein und trotzdem wenig über die eigentliche Praxis aussagen. Darüber hinaus zeigt der Text, dass mit genügend großer Fallzahl auch sehr kleine Unterschiede signifikant werden können. Dadurch entsteht die Gefahr, dass gewünschte Aussagen als wissenschaftliche Erkenntnisse verkauft werden, obwohl ihre Relevanz unklar bleibt.
An mehreren Beispielen aus der Licht- und Arbeitsmedizin wird verdeutlicht, wie problematisch dieser Umgang mit Signifikanz sein kann. So verweist der Autor auf Studien und Leitlinien, in denen statistisch starke Effekte behauptet werden, ohne dass die zugrunde liegenden Ursachen ausreichend erklärt werden. Besonders scharf kritisiert er Versuche, aus Untersuchungen in speziellen Umgebungen, etwa psychiatrischen Einrichtungen oder medizinischen Sondersituationen, allgemeine Aussagen über die gesundheitliche Wirkung von Beleuchtung im Alltag oder am Arbeitsplatz abzuleiten. Der Vorwurf lautet, dass hier häufig von Spezialfällen auf völlig andere Kontexte geschlossen wird, ohne die Übertragbarkeit der Ergebnisse ernsthaft zu prüfen.
Ein weiteres Muster sieht der Autor im HARKing, also im nachträglichen Formulieren einer Hypothese, nachdem die Ergebnisse bereits bekannt sind. Wer so vorgeht, erweckt den Eindruck, eine Untersuchung habe von Anfang an eine klare theoretische Grundlage gehabt, obwohl die Deutung erst im Nachhinein passend gemacht wurde. Ergänzt wird dies durch das sogenannte SHARKing, bei dem missliebige Hypothesen oder ganze Projekte stillschweigend verschwinden, wenn sich die erhofften Resultate nicht einstellen. Beide Praktiken verfälschen nach Ansicht des Autors den wissenschaftlichen Prozess, weil sie Misserfolge und Unsicherheiten unsichtbar machen, obwohl gerade diese für echten Erkenntnisfortschritt wichtig wären.
Besonders wirksam erscheint dem Autor jedoch nicht die Manipulation von Daten, sondern das Ignorieren von Wissen. Er argumentiert, dass in der Lichttechnik viele ältere, gut begründete Erkenntnisse nicht deshalb verdrängt wurden, weil sie widerlegt worden wären, sondern weil sie nicht in aktuelle technische, wirtschaftliche oder gestalterische Interessen passten. An Beispielen aus Architektur, Normung und Blendungsforschung zeigt er, dass bekannte Probleme über Jahrzehnte nicht konsequent aufgegriffen wurden. Dasselbe gelte für das Thema Flimmern: Beschwerden von Betroffenen seien lange abgewiesen worden, obwohl sich später zeigte, dass die Störung real ist und gesundheitliche Folgen haben kann. Für den Autor ist dies ein Beleg dafür, dass wissenschaftliche oder technische Gemeinschaften unbequeme Tatsachen oft nicht aktiv widerlegen, sondern schlicht an ihnen vorbeiarbeiten.
Als besonders tief liegendes Problem beschreibt der Text die mangelnde Validierung. Gemeint ist die Frage, ob eine gemessene Größe, ein Versuch oder ein Modell tatsächlich das erfasst, was inhaltlich behauptet wird. Der Autor macht deutlich, dass dies keine rein theoretische Frage ist, sondern praktische Folgen hat: Wenn ein Messwert nicht valide ist, kann ein ganzes System auf falschen Annahmen beruhen. An Beispielen aus der Kerntechnik, der Beleuchtung, der Blendungsbewertung und der Leistungsforschung zeigt er, dass zwischen physikalischer Messgröße und menschlicher Wahrnehmung oder praktischer Wirkung oft keine einfache, direkte Beziehung besteht. Gerade in der Lichttechnik wird aber häufig so getan, als ließen sich komplexe Wirkungen mit wenigen linearen Größen eindeutig erfassen.
Daran schließt die Kritik an dem unscharfen Begriff der Lichtqualität an. Der Autor bemängelt, dass die Lichttechnik zwar ständig von Qualität, Wohlbefinden, Sehkomfort, Sicherheit und Wirtschaftlichkeit spreche, aber keine klaren und überprüfbaren Kriterien formuliere, nach denen sich die Qualität einer Beleuchtung tatsächlich bestimmen ließe. Solange der Zweck einer Beleuchtung nicht präzise festgelegt sei, bleibe auch unklar, woran ihre Güte gemessen werden soll. Dadurch wird es möglich, sehr verschiedene und teils widersprüchliche Anforderungen miteinander zu vermischen und dennoch den Eindruck einer objektiven Bewertung zu erzeugen.
Am Ende unterscheidet der Autor grundsätzlich zwischen Wissenschaft und Technik. Wissenschaft ziele darauf ab, Wissen dauerhaft zu gewinnen, Irrtümer offen zu legen und Erkenntnisse nachvollziehbar einzuordnen. Technik hingegen arbeitet oft unter Innovations-, Markt- und Verbesserungsdruck; dort genügt es häufig, dass etwas besser funktioniert als zuvor, auch wenn es noch unvollkommen ist. Diese Logik erklärt für den Autor manche Fehlentwicklungen, entschuldigt sie aber nicht.
Die Gesamtbotschaft des Kapitels ist, dass gerade in einem anwendungsnahen Feld wie der Lichttechnik wissenschaftliche Begriffe, statistische Methoden und normative Aussagen mit besonderer Sorgfalt behandelt werden müssten. Andernfalls entsteht eine Scheinwissenschaft, die mit dem Anschein von Exaktheit arbeitet, ohne die Voraussetzungen echter wissenschaftlicher Erkenntnis einzulösen.
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13.05.2026
Die Zukunft soll man nicht voraussehen wollen,
sondern möglich machen.
Antoine de Saint-Exupéry
Das Kapitel zeichnet die Geschichte des PLACAR-Projekts nach, eines vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Verbundvorhabens zur Entwicklung von Plasmalampen für circadiane Rhythmen.
Ausgangspunkt war die wachsende Einsicht, dass künstliches Licht nicht nur der visuellen Beleuchtung dient, sondern auch biologische Prozesse beeinflusst. Vor allem die Unterdrückung der Melatoninausschüttung durch nächtliches Licht wurde als gesundheitlich problematisch angesehen. Daraus entstand die Idee, künstliche Beleuchtung zeitlich und spektral an den natürlichen Tagesrhythmus des Menschen anzupassen. Gesucht wurde deshalb nach zwei unterschiedlichen Lampentypen: einer „Morgenlampe“ mit höherem Blauanteil zur Förderung von Wachheit und Aktivierung sowie einer „Abendlampe“ mit möglichst geringem Blauanteil, um den abendlichen Anstieg des Melatonins nicht zu stören.
Es zeigte sich jedoch bald, dass die ehrgeizigen Erwartungen des Projekts in der praktischen Umsetzung kaum erfüllt wurden. Zwar sollten die neuen Lampen nicht nur biologisch wirksam, sondern zugleich für Arbeits- und Innenräume geeignet, energieeffizient, farbtreu und langlebig sein; genau an diesen Anforderungen scheiterten die Entwicklungen jedoch weitgehend.
Die als Abendlampen vorgesehenen Natriumdampfhochdrucklampen wiesen sehr hohe Leistungen, eine schlechte oder nur mit erheblichen Kompromissen verbesserbare Farbwiedergabe sowie lange Anlaufzeiten auf und erschienen daher für Wohn- oder Büroräume untauglich. Auch die Morgenlampe bereitete erhebliche Schwierigkeiten: Lichtstromabnahme, Farbdrift und mangelnde Langzeitstabilität machten sie für einen realen Einsatz unattraktiv.
Insgesamt kommt das Kapitel zu einem deutlich kritischen Urteil: Das Projekt wurde trotz anfänglicher Versprechen ohne praktische Folgen beendet, weil die entwickelten Plasmalampen technisch zu unflexibel, zu leistungsstark und letztlich nicht marktfähig waren. Als eigentlich zukunftsfähige Lösung erwies sich stattdessen die LED-Technik, die sich wesentlich besser steuern lässt und die Plasmalampenentwicklung rasch überholte. PLACAR verschwand fast spurlos.
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