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Fulminanter Start für die neue ArbStättV

2014

Als hätte man sie bewusst in Auftrag gegeben: Die Studie „Lack of exposure to natural light in the workspace is associated with physiological, sleep and depressive symptoms.“, veröffentlicht online in Chronobiology Int. in November 2014, wird mit der neuen ArbStättV2015 in Druck gehen. Message:

Fenster dienen der Gesundheit!

Was die beiden miteinander zu tun haben? Mit der ArbStättV2015 kehrt die Lieblingsvorschrift von Deutschen zurück: Alle Arbeitsplätze müssen wieder Sichtkontakt nach außen haben - wie vor 2004. Damals hatten zwei Politiker, die man aus dem Amt hat tragen müssen, Ede Stoiber alias Ministerpräsident des Freistaates Bayern, und Wolfgang Clement, der erste und vorerst einzige Bundesminister für Wirtschaft und Arbeit, immer in dieser Reihenfolge, die Sichtverbindung aus der Arbeitsstättenverordnung von 1975 gestrichen.

Mit dieser Vorschrift stand die BRD allein in der Welt da. Nicht einmal die Skandinavier, die vorgeben, die höchste Humanität am Arbeitsplatz erzielt zu haben, hatten es je geschafft, den Menschen am Arbeitsplatz einen Hauch von Freiheit zu geben. Nur in Dänemark musste jeder Arbeitsplatz Tageslicht haben. Wo es aber herkam und wie stark, war Gott oder dem Architekten überlassen. Im Lande der unbegrenzten Möglichkeiten - will heißen, dort ist alles möglich - dürfen Menschen nicht einmal vom Tageslicht am Arbeitsplatz träumen. Noch schlimmer: Früher - man denke nur an Filme wie "Das Appartement" - gab es in den Büros Fensterplätze für die Auserwählten und (Mini)Kabuffs im Großraum für das gemeine Volk. Seit etwa 40 Jahren herrscht Gerechtigkeit: Alle sitzen in der Innenraumzone, die Fensterzone ist Gang.

Im Jahr 2015 kommt die Vorschrift zurück. Warum diese Freude? Da muss man lange in der Geschichte der Lichttechnik blättern, um sie zu verstehen. Ein Wissenschaftler, dem man dies nicht abnehmen wollte, weil seine Studien fehlerhaft sein sollten, behauptete, dass das Tageslicht alle lebenswichtigen Funktionen des menschlichen Körpers steuere. Dies glaubte er, experimentell nachgewiesen zu haben.

Damit störte er die Kreise gewisser Kreise, denen es darum ging, alle Arbeitsstätten künstlich zu beleuchten und zu klimatisieren. Und daran zu verdienen. Den Segen dazu hatte die deutsche Arbeitsmedizin gegeben: „Menschen in fensterlosen Fabrikationsräumen haben - sofern diese in arbeitshygienischer Sicht optimal gestaltet sind - keine gesundheitsschädigenden Einflüsse zu befürchten“ - in vorauseilendem Gehorsam. Denn man wollte dem Traum von der unterbrechungslosen Produktion dienen: „ Erst die Einführung der Leuchtstofflampen hat es ermöglicht, zwei alte Wünsche der Technik zu erfüllen, nämlich die Arbeit in fensterlosen und genau klimatisierten Räumen auf der einen Seite und die von der Tageszeit unabhängige kontinuierliche Maschinenarbeit auf der anderen Seite.” (Schober, 1961).

Die Kreise der gewissen Kreise waren derart gestört, dass die Deutsche Lichttechnische Gesellschaft, alias LiTG, hochkarätige Experten mehrfach bemühte, mit Expertisen seine Vorstellungen zunichte zu machen. Mal war der Rechtsunterzeichnete des Auftrags eine Führungskraft der Firma O. und der Linksunterzeichnete eine der Firme Ph. - und mal auch andersherum -. das Ziel war aber dasselbe: Was nicht sein darf, darf eben nicht sein.  Alle deutschen Arbeitsplätze sollten künstlich beleuchtet sein, denn: “Bei seitlicher Befensterung können gehobene Ansprüche an die Beleuchtung, wie sie in der künstlichen Beleuchtung gestellt werden, nicht befriedigt werden.” hieß es in einem Beitrag, der auf der LiTG-Sondertagung: “Auge-Licht-Arbeit” im Jahre 1971 präsentiert wurde. Dass derjenige, der diese hehren Worte sprach, das lichttechnische Labor der Firma S. leitete, die die Mutter der Firma O. war, und dazu ihr Geld mit Leuchten verdiente ...? Ach, was soll´s! Gehobene Ansprüche an die Beleuchtung - darum geht es. Und wer diese bestimmt?

Die erste Expertise durfte der Herr schreiben, der die Verbindung zwischen der Leuchtstofflampe und dem Traum der Technik hergestellt hatte. Die zweite schrieb dann sein Adlatus und Nachfolger im Institut. Stück für Stück wurden dem unangepassten Herrn seine unpassenden Thesen widerlegt. Vor allem die Vorstellung, dass ein gesunder Arbeitsplatz Tageslicht benötige, das den Verlauf seiner Körperfunktionen mit dem der Natur synchronisiere.

Auch als ich 1990 empirisch nachwies, dass alle gesundheitlichen Beschwerden, die Menschen in Büros erleben, mit zunehmendem Abstand ihres Arbeitsplatzes vom nächsten Fenster zunehmen, scherte sich keiner darum. Was nicht sein darf, darf nicht einmal diskutiert werden. Meine Erklärung für die auch von mir unerwartet klare Aussage beruhte auf den Vorstellungen, die der (mittlerweile) alte Herr entwickelt hatte.

FensterentfernungSehbe

Und nun das:  Im Jahr 2014 wird wieder, diesmal von den Forschern Harb, Hidalgo und Martau, experimentell nachgewiesen, dass der Entzug von Tageslicht mit physiologischen und depressiven Symptomen einhergeht. Menschen, an deren Arbeitsplatz ein Fenster vorhanden ist, schlafen besser, haben weniger depressive Symptome und „gesunden“ circadianen Melatoninrhythmus als diejenigen ohne Fenster.

Für alle, die es schwarz auf weiß sehen wollen, hier die Zusammenfassung:
The diurnal light cycle has a crucial influence on all life on earth. Unfortunately, modern society has modified this life-governing cycle by stressing maximum production and by giving insufficient attention to the ecological balance and homeostasis of the human metabolism. The aim of this study is to evaluate the effects of exposure or lack of exposure to natural light in a rest/activity rhythm on cortisol and melatonin levels, as well as on psychological variables in humans under natural conditions. This is a cross-sectional study. The subjects were allocated split into two groups according to their workspace (10 employees in the "with window" group and 10 in the "without window" group). All participants were women and wore anactigraph (Actiwatch 2, Philips Respironics), which measures activity and ambient light exposure, for seven days. Concentrations of melatonin and cortisol were measured from the saliva samples. Participants were instructed to collect saliva during the last day of use of the actigraph at 08:00 am, 4:00 pm and 10:00 pm. The subjects answered the Self-Reporting Questionnaire-20 (SRQ-20) to measure the presence of minor psychiatric disorders; the Montgomery-Asberg (MA) scale was used to measure depression symptoms, and the Pittsburgh Sleep Quality Index questionnaire (PSQI) was used to evaluate the quality of sleep. The Rayleigh analysis indicates that the two groups, "with window" an d "without window", exhibited similar activities and light acrophases. In relation to light exposure, the mesor was significantly higher (t = -2.651, p = 0.023) in t he "with window" group (191.04 ± 133.36) than in the "without window" group (73.8 ± 42.05). Additionally, the "with window" group presented the highest amplitude of light exposure (298.07 ± 222.97). Cortisol levels were significantly different between the groups at 10:00 pm (t = 3.009, p = 0.008; "without window" (4.01 ± 0.91) "with window" (3.10 ± 0.30)). In terms of the melatonin levels, the groups differed at two different times of day: 08:00 am (t = 2.593, p = 0.018) and 10:00 pm (t = -2.939, p = 0.009). The "with window" group had a lower melatonin level at 08:00 am (3.54 ± 0.60) but a higher level at 10:00 pm (24.74 ± 4.22) than the "without window" group. Higher cortisol levels were positively correlated with minor psychiatric disorders and depressive symptoms (MA) at 10:00 pm. Lower melatonin levels at 10:00 pm were correlated with depressive symptoms and poor quality of sleep (PSQI). Our study demonstrated that not only may light pollution affect human physiology but also lack of exposure to natural light is related to high levels of cortisol and lower levels of melatonin at night, and these, in turn, are related to depressive symptoms and poor quality of sleep.

Eigentlich eine vollkommen überflüssige Studie. Denn die deutsche Arbeitsstättenverordnung hatte bereits 1975 seitliche Öffnungen mit durchsichtigen Material an Arbeitsräumen, aka Fenster, vorgeschrieben.

Mein Ampelmann

Gullydeckel mit LED - Kunst oder ?

2014

 

Hammer der Woche

Wallenhorst - eine deutsche Gemeinde, die sich einen Namen macht. Mit fünf Gullydeckeln, die nachts einen Kreisverkehr verkehrssicher machen sollen. 

Nicht, dass man 10.000 € buchstäblich versenkt hat. Man hat unfreiwillig auch die Satire mit schönen Stoff gefüttert. Die heute show muss sich nicht mehr beim Bundestag anstellen, damit Dr. Lammert, Präsident des hohen Hauses, sie wieder einlässt. Spiegel Online berichtet: "Der Fall sei ein "heißer Kandidat" für das Schwarzbuch 2015, sagte Gerhard Lippert vom Bund der Steuerzahler Niedersachsen und Bremen: "Das ist aus unserer Sicht eine Steuergeldverschwendung."

Mit der Haltbarkeit der LEDs ist wohl auch nicht weit her. An dem einen Deckel waren 3 der 16 Lampen (oder Leuchten?) kaputt. Wie schnell doch 50.000 Stunden vergehen können. Bislang bestand mein Wissen über lebensdauerverkürzende Aspekte aus Wärmestau im Retrofitbereich, so etwa, wenn man eine bestehende Leuchte nimmt, ein LED-Modul ungeschickt darin platziert und keine 50.000 Stunden wartet, bis die LED sich in die ewigen Jagdgründe begeben. 

Nicht nur bei der Lebensdauer hat man sich getäuscht, sondern auch in der "Leuchtkraft", denn die Gullydeckel mit LED sollten Lichtsäulen in den Himmel schicken, die die Autofahrer weiträumig leiten. Sie sind leider kümmerlich ausgefallen. Na, ja. Man muss rechnen können. Was einem das Marketing vorrechnet, ist das Blaue vom Himmel. Vorbild war eine Installation in Bad Rothenfelde. Die allerdings hätte man sich näher ansehen müssen. Dort ist die Installation Teil eines Kunstprojekts "Lichtsicht-Biennale"(hier oder dort). Ein Gradierter wirkt als überdimensionale Projektionsfläche, Teil einer 11.000 qm Bildfläche. Was sind dagegen 5 Gullydeckel? 

Mir ist nicht klar, wo der Künstler die Idee mit dem Gullydeckel hatte. Vielleicht diente dieses Kunstobjekt als Vorbild?

LED - Das Lügenlicht

2014

 

Brandheiß

Vor geraumer Zeit hat Wout van Bommel* in seinem Vortrag „Lighting tomorrow: What’s hot and what’s not hot“ gesagt: LED ist Lügenlicht, glauben Sie keiner Angabe von Zahlen. Das war 2009. Prof. Wout van Bommel war u.a. Leiter von Philips' International Lighting Design and Application Centre (LiDAC) und hatte bestimmt kein Interesse daran, die Technologie anzuschwärzen. Was hat er aber bloß sagen wollen?

Dies erleben Praktiker, Lieferanten, Planer wie Kunden täglich, leider nicht auf eine allzu angenehme Weise. Z.B. als Folge einer eigentlich sehr netten Eigenschaft der LED: Das abgestrahlte Licht enthält wenig Wärme. Sie geht nach hinten weg und stört den Beobachter nicht. Diese Eigenschaft musste man früher den Projektionslampen auf eine teuere Art beibringen, damit sie nicht die Dias ins Jenseits beförderten (Kaltlichtspiegel). Bei der LED ist die gute Eigenschaft sozusagen eingebaut. Baut man sie z.B. in einen Aufzug, in dem das Licht dauernd brennen muss, bleibt es darin angenehm kühl. Und selbst wenn man vom Strahl erfasst wird, ist es noch erträglich. Leider nicht so, wenn man LED nachträglich in Downlights einbaut. Nicht nur, weil der Elektriker durch den eventuell erforderlichen Umbau zum neuen Hersteller wird und für das "Produkt" haftet. Die LED bedankt sich für die Unannehmlichkeiten (Wärmestau) mit schnellem Ableben. Ob da Brandgefahr besteht, darüber streiten sich die Auguren. 

Was fehlt eigentlich der LED? Das kann man in einem sehr kurzen Satz sagen: Standards! Wer sich nur als Kunde mit Licht beschäftigt, nimmt die Standards allenfalls am Rande wahr, viele überhaupt nicht mehr. So z.B. stammen die physikalischen Größen, mit denen wir hantieren, aus einer Norm, die bestimmt älter ist als die meisten noch lebenden Menschen. Es gibt noch andere Normen aus der ersteh Hälfte des letzten Jahrhunderts, die heute noch bestimmen, wie Leuchten aussehen oder benannt werden. Zur Messung von Eigenschaften von Lampen, Leuchten und sonstigen Produkten gibt es viele weitere Normen. Doch nicht nur Normen allein, sondern die Beziehungen zwischen dem Hersteller, dem Großhandel, dem Elektriker u.ä. bestimmen mit, wie wir mit Lichtprodukten umgehen. Man kann das Ganze Kultur oder Technologie nennen. 

Das Ganze ist vielen "Kreativen" lästig, im Alltag aber unerlässlich. In Bezug auf die Leuchtstofflampe hat es sich über fast 8 Jahrzehnte entwickelt. Nun muss man das Ganze für LED wiederholen. Leider klappt es nicht so gut, weil LED kein übliches Leuchtmittel ist. Das Lügenlicht ist also kein lügendes Licht, sondern ein Licht, für dessen Verwendung uns "die Worte" fehlen, sprich Standards. An sich nichts Ungewöhnliches, wenn man an Computer denkt. Diese waren noch vor 20 Jahren für die meisten Menschen ein Buch mit sieben Siegeln, heute spielen Kleinkinder damit, allerdings virtuos und nicht als Kinderkram.

Jammern hilft da nicht. Man muss durch!

Licht und Untergang

11.05.2013

INSELN VERSENKEN MIT LICHT

Die Welt hat verstanden: Wenn man weiterhin mit fossilen Brennstoffen die Atmosphäre voll CO2 pumpt, steigt der Meeresspiegel. Am Himalaya wird sich das vielleicht nicht auswirken, außer dass der Mount Everest zwei Meter weniger über N.N. messen wird. Aber das Land, das gerade 1,5 m über dem Wasser rausguckt, wird es nicht mehr geben. Gluck! Es handelt sich um eine der schönsten Atolllandschaften der Erde, die Inselwelt der Malediven.

Der Präsident der dem Untergang geweihten Republik hat die Sache mit einer spektakulären Aktion publik gemacht: Das Kabinett tagte 2009 unter Wasser (mehr hier). Eigentlich kaum vorstellbar, dass so etwas bei uns passiert – Kabinett Merkel unter Wasser. Man sieht, wie einzelne Minister heiße Luft ablassen statt Weisheiten. Die Betonfrisur einer Ministerin gerät durcheinander, was aber nicht weiter auffällt, weil das Make-up stärker derangiert wird. Und über allem schwebt Mutti nebst ihrem Umweltminister, der neulich den uneitelsten Spruch von sich gegeben hat, den je ein Politiker ausgesprochen haben dürfte: Auf die Frage, wie er sich die Speicherung der sommerlichen Sonnenenergie für das winterliche Heizen vorstellt, guckte er kurz auf seinen Bauch und sagte, an der allgemeinen Lösung würden seine Fachleute derzeit arbeiten. Die private Lösung sei ihm aber bereits gelungen. Bei dem Mann kann ich mir vorstellen, dass er auch als Manta über'm Riff schweben würde, ohne an Würde zu verlieren.

Leider ist der Anlass von diesem Blogbeitrag weniger lustig als der humorvolle Minister: Heute wurde auf Mauna Loa die höchste CO2-Konzentration der letzten 2 Millionen Jahre gemessen. Die Menschen haben nur 55 Jahre benötigt, wofür die Natur 2 Mio. Jahre verplempert hat. Soll der Präsident der Malediven demnächst die Tauchgeräte an den Rest seines Volkes austeilen?

Ich denke, das sollte er sofort tun. Denn die Inselwelt könnte viel eher versinken als durch die Erhöhung des Meeresspiegels, die noch 50 oder 100 Jahre auf sich warten lässt. Und die Korallen können in der Zeit weiterwachsen, womit die Republik weiterbestehen könnte, sogar auf einem höheren Niveau. Doch die Korallen benötigen zum Wachstum Nachwuchs, den sie wie viele andere Spezies über sexuelle Kontakte bewerkstelligen. Da die dummen Tiere aber nicht gelernt haben, sich bewegliche Häuser zu bauen wie Schnecken, bleiben sie für immer in der Behausung stecken, die sie mal als Larve ausgesucht haben. Wie läuft ein junger Kerl einer hübschen Schnecke nach, wenn er in einem Zimmer gefangen lebt, und sie auch, aber in einem anderen?

Bei den Korallen geht die Sache recht gut, weil sie nicht an der Luft leben, sondern im Wasser. Die Korallenfrauen lassen ihre Eier einfach ins Wasser, die Korallenmänner die Samen. Fehlt nur noch die Organisation des Zusammentreffens, Speed-Dating für ortsgebundene Riffbewohner – Einsamer sucht Einsame; zum Einsamen reicht nicht. Der Einsame und die Einzusamende müssen sich zum gleichen Zeitraum im gleichen physikalischen Raum treffen - Ei und Samen. Und dafür sorgt der Mond mit seinem Licht.

Einmal im Jahr sehen die Riffe nachts aus, als wären sie in Nebel verhüllt. Man sieht aber deutlich, dass es sich nicht um Nebel bzw. Verschmutzung handelt. Es ist die Hochzeitsnacht der Korallen. Wer in dieser Nacht keinen Partner gefunden hat, treibt am nächsten Tag oben tatsächlich als eine Art Verschmutzung, während die Glücklichen ihr Larvenleben beginnen, indem sie abtreiben. An einem anderen Ort. Keimzelle eines neuen Riffs?

Und was ist mit dem Untergang? Eine Hochzeitsnacht unter'm Vollmond ist doch was Tolles? Stimmt! Allerdings dürfen nicht 365 Nächte im Jahr Vollmond sein. Auf den Malediven ist aber die Sache so weit gediehen. In der einstigen Wildnis gibt es kaum Ecken, wo es nachts noch dunkel wird. (mehr hier: http://www.walkabout-talkabout.de/Malediven/Nacht_weg.html oder http://www.lichtundgesundheit.de/cyberlux/?p=617 ) 

Wenn Korallen 365 Nächte im Jahr Hochzeit feiern (müssen), können sie ihre Eier und Samen jederzeit in die Fluten feuern. Das Ergebnis - bezüglich des Nachwuchses - dürfte wie bei den Menschen ausfallen: sehr geringe Trefferquote. Als Folge verkalken die menschlichen Gesellschaften. Bei dieser Republik kracht es im Gebälk, weil die Malediven keinen einzigen Stein ihr eigen nennen, sondern nur auf Korallenkalk aufgebaut sind. Die Inseln sind ständig im Auf- und Abbau begriffen und brechen auch ohne Weltuntergang in der Mitte durch, wo dann eine Lagune entsteht - und ein Mini-Atoll drumherum. Andernorts wächst dann ein Thila oder Giri langsam nach oben und bildet die nächste Inselgeneration.

Damit ist Sense, wenn die einstige Wildnis als neue Partymeile nächtlich  in Lichterglanz erstrahlt. Keine Koralle ohne Korallenhochzeit - Keine Insel, ohne neue Koralle. Es ist, als ob man im ersten Stock wohnt und zugucken muss, wie Keller und Parterre abgetragen werden. Toter Kalk löst sich hervorragend im Wasser.

Wer beanstandet hatte, dass durch das primitive Verbrennen fossiler Brennstoffe sowie Abfackeln tropischer Wälder der Weltuntergang nur schleppend herbeigezauert werden kann, kann lernen, wie man das schneller und gründlicher bewerkstelligen kann. Titanic lässt grüßen. Ein leuchtendes Vorbild!

 

Licht und Einstein

10.06.2012

WENN EINSTEIN DAS WÜSSTE!

Gerade hatte ich gelesen, dass Einstein doch recht hatte. Es kamen mir aber Zweifel, als ich vor seinem Haus in Caputh stand. Er kann nicht recht gehabt haben. Recht behalten hat er mit seiner Behauptung, nichts auf der Welt, i wo, im Universum, könne schneller sein als Licht. Die Leute in CERN - das sind die, deren Versuchsanlage LHC so mächtig ist, dass Wissenschaftler glaubten, sie sei die Weltmaschine und könnte auch deren Ende, der Welt meine ich, einläuten -, hatten letztes Jahr behauptet, Teilchen entdeckt zu haben, die schneller flögen als Licht es erlaubt. Sie haben vorgestern den Schwanz eingezogen. Die Weltmaschine hatte wohl einige Justierprobleme. Oder, die Gelehrten suchten nach der dunklen Materie, die sich halt den intergalaktischen Gesetzen entzieht. Ehrlich!

Vor zwei Jahren hatte es noch geheißen, wegen CERN drohe der Weltuntergang. Das dort erzeugte Schwarze Loch könnte das Universum verschlingen. Welt Online hat dann die Gemüter beruhigt: „Wegen CERN-Start droht nur Mini-Weltuntergang“, hieß es am 30. März 2010. Und der Chef von CERN hat ausgesagt, es könnten nur sehr kleine schwarze Löcher entstehen. Da war ich beruhigt und hörte auf, meine Konten zu plündern. Dann kam aber doch der Weltuntergang, für die aus CERN. Sie mussten bestätigen, dass Neutrinos doch nicht schneller sind als Licht.

Ich will eine - zugegebenermaßen eigenwillige - Erklärung abgeben. Die in CERN hätten doch recht, wenn man Licht nicht im Universum misst, sondern bei Albert vor der Haustüre. Diese Laterne steht exakt vor seinem Grundstück an der Gartentür. Der Dreck darin und darauf setzt die Lichtgeschwindigkeit, wenn nicht bereits auf Null - erheblich herab. Wenn die CERNäsen ihre Neurionos hier gemessen haben, könnten sie recht haben. Denn Dreck und tote Fliegen sind der Lichtgeschwindigkeit ihr Tod.

Spaß beiseite, wie sieht es mit der Praktikabilität einer der Säulen der Beleuchtungstechnik aus, mit dem Wartungsfaktor? Wenn die Einsteinsche Laterne der Realität entspricht, ist es mit dem Realitätssinn in der Lichttechnik nicht weit her. Was ist aber mit dem Realitätssinn der Lichtkunden? Sind die so dumm, dass ihnen nicht auffällt, dass sie ihr Geld in den Schornstein jagen, wenn sie ihre Lampen nicht putzen? Ganz oben ist ein wenige Wochen altes Bild aus dem Münchner Flughafen. Zeigt, wie Energiesparlampen Energie sparen - nämlich überhaupt nicht. Eine ist tot, und spart 100% Energie, die andere krepelt vor sich rum, und vergeudet 90% Energie, die dritte macht ihrem Namen alle Ehre, und leuchtet um die Wette mit der Sonne. Die Lampe rechts ist zwar nicht tot, die Fliegen darunter, die das Licht filtern, sind es aber. Luxus morbidus - wie es die Lateiner zu sagen pflegten, als sie noch nicht gut Latein konnten.

Da wird manch einer argumentieren, noch weniger Licht käme durch die toten Fliegen durch, wenn da eine Glühlampe wäre. Stimmt aber nicht. Erstens fliegen Fliegen weniger gerne zu Glühlampen als zu diesen. Zweitens passt die Lichtfarbe besser zu den toten Fliegen. Was die Insekten von Leuchtstofflampen halten, sieht man unten. Sie lieben sie.

Was der allgemeine Dreck von der Lichttechnik hält, ist besser bekannt als meine Bilder: Sehr, sehr viel. Deswegen war er begeistert, als Klimaleuchten erfunden wurden, durch die man verunreinigte Büroluft an Lampen und Optiken vorbeisaugt. Da findet jedes Partikelchen Schmutz ein warmes Plätzchen. Unsere Idee, Leuchten wartungsfreundlich zu bauen, hat indes bislang nur ein Hersteller umgesetzt. Hätte ich eine böse Zunge, würde ich behaupten, die Hersteller wollten ihre Rendite sichern. Denn ein schlechter Wartungsfaktor = mehr Umsatz mit Leuchten. Wer wird aber schon so böse denken?