30.07.2013
Gestern Abend kramte ich in alten Sendungen von Extra 3 herum und fand eine Sammlung Realsatiren, aus denen eine besonders herausragte: Heinrich Göbel bzw. vielmehr der Umgang der Stadt Springe mit ihm. Springe ist nicht irgendeine deutsche Stadt, jedenfalls nicht für Lichttechniker. Dort saß einst die AEG Lichttechnik. Sie sitzt immer noch da in der Rathenaustraße, heißt aber jetzt anders. Die Stadt hat sich richtig Mühe gegeben mit dem Sohn Heinrich Göbel, später Henry Goebel genannt, der die Glühlampe erfunden hat. Nach seiner Version, genau genommen.
Die Springer ehrten seit 1929 Heinrich Göbel als Erfinder der Glühlampe, was an verschiedenen Stellen in der Stadt sichtbar ist. Ein Bronzerelief mit einer ewig brennenden Glühlampe erinnert an den 1848 nach New York emigrierten Springer-Bürger. Im Museum auf dem Burghof befasst sich eine Abteilung mit Heinrich Göbel. So kann man dort erfahren, dass man glaubte, Heinrich Göbel habe kurz vor seinem Tode in einem Prozess die gebührende Anerkennung erhalten, bereits 25 Jahre vor dem Amerikaner Thomas A. Edison eine gebrauchsfertige Glühlampe erfunden zu haben. Zur einhundertjährigen Wiederkehr der Erfindung 1954 feierte Springe das "Jahr des Lichtes". Seitdem leuchtet jeden Abend über der Stadt, weithin sichtbar, auf einem Obelisk das Glühlampensymbol. Dieses Denkmal steht an einem guten Aussichtspunkt am Deisterhang auf der Göbelbastei.
Göbel ohne Ende. Und dann das: Ein böser Mensch, Dr. Hans-Christian Rohde, hat in seiner Diss die ganze Göbel-Legende als heiße Luft entlarvt. Nun muss sich die „Stadt des Lichts“ Lügenlampenhausen schelten lassen, frei nach dem Professor, bei dem Göbel gelernt haben will, Prof. Munchausen. Einen Mann mit diesem Namen gab es schon, aber der zog es vor, auf Kanonenkugeln zu reiten.
Was ist daran so bemerkenswert? Zum einen: Das Alter der Entlarvung der Legende. Es ist mehr als 100 Jahre her, dass die Gerichte Göbels Ansinnen zurückgewiesen haben. Trotzdem schimpften die Springer in Extra 3 auf den Doktoranden. Warum dieses Wasser in unseren Wein?
Warum? Ist mir egal. Aber nicht die Entstehung dieser Legende. Göbel wurde vermutlich von Glühlampenherstellern vorgeschickt, um das Patent von T. Alva Edison zu Fall zu bringen. Es kommen auch andere in Betracht, Möchtegern-Stromproduzenten. Denn Edison verdiente sein Geld mit Strom. Er hatte wohl bei einem anderen Mächtigen seiner Zeit die brennende Idee abgeguckt: Rockefeller und „Öl für die Lampen Chinas“. (Erzählung und Film lesenswert bzw. sehenswert) Was macht man, wenn niemand einen Stromverbraucher betreibt? Man gibt ihm einen - die Glühlampe. Was Kerosin für Rockefeller war die Glühlampe für Edison.
Zu seinen besonderen „Freunden“ zählte ein gewisser George Westinghouse, der meinte, dass Edison spinne. Man könne die USA nicht mit einem Gleichstromnetz überziehen, und das bei 110 V, weil erstens niemand so viel Kupfer beschaffen könne. Und zweitens, würde der St.-Andreas-Graben unter dem Gewicht der Leitungen gleich nachgeben. Westinghouse hatte aber erst einmal das Nachsehen, weil die Hersteller unter Berufung auf ihre Urheberrechte damals häufig das Benutzungsrecht verkaufter Glühlampen auf lizenzierte Stromnetze beschränkten. Hotels und Büros mit eigenen Dynamos wurden erfolgreich mit gerichtlichen Verfügungen auf Unterlassung der weiteren Nutzung ihrer Glühlampen belegt. Die Glühlampenhersteller sicherten sich so auch den Markt der elektrotechnischen Infrastruktur und behinderten freien Wettbewerb und Innovation. Irgendwie kommt mir das sehr bekannt vor. Man kann in diesem Blog schnell herausfinden, an wen ich dabei denke. Man stelle sich vor: Man kauft eine Lampe und darf diese nur in eine lizenzierte Fassung schrauben, die an einer lizenzierten Leitung hängt, an deren Ende eine lizenzierte Dynamomaschine werkelt. Uff! (Einige Einsichten in solche Geschäftsmodelle sind zu lesen in Der Spiegel aus dem Jahre 1997. Es geht um ein Kartell, das 95 Jahre gehalten hatte.)
Göbels Story war Teil eines Stromkrieges, an dessen Ende (Ende?) Edison den Kürzeren zog. Wechselstrom ist besser geeignet für große Länder. Damit der Gegner gründlich diskreditiert wurde, hatte Edison einen schönen Auftrag entgegengenommen: die Entwicklung des elektrischen Stuhls für Hinrichtungen. Natürlich betrieben mit Wechselspannung. Es half nix. Der Wechselstrom, besser der Drehstrom, wurde Standard. Aber Edison war derart stur, dass der New Yorker Stromversorger Consolidated Edison die Lieferung von Gleichspannung erst Ende November 2007 einstellte. Edison räumte sein Eintreten für das Gleichspannungssystem als größten Fehler seiner Karriere ein. (Er hätte vielleicht etwas warten sollen. Heute ist Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung wieder ein Thema - z.B. wenn man auf Island Strom produziert, geothermisch, und in England verbrauchen will. Da sieht Wechselstrom schlecht aus.)
Unsere kleine Stadt Springe ehrt also einen, den Gegenmächte von Edison instrumentalisiert haben, um dessen Macht über die Stromnetze zu brechen. Dessen Schaffenskraft war aber so immens, dass er sogar der Namensgeber für die AEG wurde. Die hieß zu Beginn nämlich „Deutsche Edison Gesellschaft“. Ach ja, wie hieß doch die General Electric früher? Edison General Electric Company! GE steht in den Rankings zwischen dem 3. Platz (weltweit nach Größe) und dem 63. (nach grünem Handeln). Weniger grün handelt Westinghouse: Sie baute viele Kernreaktoren. Sie gehört aber jetzt Toshiba. Japaner wissen, wie man solche Dinge betreibt. Außer dass ein Tsunami kommt …
hier ist der Beitrag aus der ARD-Mediarhek
hier die Dissertation Rohde
hier der Wikipedia-Artikel zu Heinrich, Pardon, Henry Goebel
hier die Geschichte mit dem Stromkrieg
hier die Sache mit Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung
hier kann man mehr Realen Irrsinn finden
12.07.2013

Nachdem ich mich gestern noch über Lux = Lebensqualität aufgeregt hatte, hatte ich das Beste aus der Meldung von licht.de unter den Tisch fallen lassen. Hier noch einmal langsam zum Mitschreiben: Lichtquellen mit bester Farbwiedergabe sorgen dafür, dass Farben richtig erkannt werden. Stimmt. Wann wird es aber so weit sein? Müssen wir alle neuen schönen LEDs wieder einstampfen?
Irgendwie muss jemand bei licht.de zu der falschen Feder gegriffen haben. Oder der Teufel hat dem Pressesprecher die Feder geführt. Es ist nämlich so, dass praktisch alle Mitglieder von licht.de fieberhaft LED entwickeln, einkaufen oder verkaufen. Das ist gut so. Nicht so gut ist indes deren Farbwiedergabe. Unter LED-Licht sieht nicht nur Käse nach seinem Namen aus.
Man wird die Sache irgendwann mal in den Griff bekommen. Aber hoffentlich nicht so wie bei den Leuchtstofflampen. Als man ihnen einen Schub an Lichtausbeute verpassen wollte, so etwa 1975, und die Dreibandenlampe entwickelte, schob man die Testfarben so lange hin und her, bis für die Wunderlampen ein Farbwiedergabeindex von 80 herauskam. Davon wird zwar die Farbwiedergabe nicht besser, aber deren Angabe im Katalog. Nun liest sich 80 wie 80% an, und der unbedarfte Leser lässt sich vorgaukeln, dass damit 80% der Farben gemeint sein könnten. Doch ein allgemeiner Farbwiedergabeindex von 80 bedeutet eine ganz schön miese Farbwiedergabe. Wie mies das sein kann, lässt sich im Vergleich der Spektren von Sonnenlicht und einer Lampe mit Ra = 83 beurteilen:
Da nach Adam Riese nur solche Farben wiedergegeben werden, für die die Beleuchtung die entsprechenden spektralen Anteile bereithält, kann man sich doch gut vorstellen, was die Lampe (rechts im Bild) gegenüber der Sonne (links im Bild) so alles wiedergibt. Nur nicht die Farben, die man sehen möchte. Vor allem: Die Wiedergabe der menschlichen Haut findet bei der Prüfung keine Berücksichtigung.
Für die Arbeitsplätze genügt ein Wert von 80, sagt die Industrie. Damit die Dreibandenlampe über die Marke von 80 kam, wurde, wie gesagt, kräftig mit den Testfarben jongliert. Damit die Allgemeinheit keinen Wind bekommt, wurde dann die Farbwiedergabestufe "IB" erfunden.
Für Leute, die mit Farbe umgehen, sind Lampen, die in unseren Büros rumhängen, weder IA noch IB, sondern schlicht drittklassig. Wieso empfiehlt dann die Industrie diese? Die Antwort heißt schlicht: Lux! Oder: Je besser die Farbwiedergabe, desto schlechter der Wirkungsgrad. So bietet die Industrie zu den Lampen wie oben sog. „de Luxe“ -Versionen an, die ein aufgefülltes Spektrum aufweisen, und damit eine bessere Farbwiedergabe. Sie verbrauchen aber für dieselbe Menge an „Lux“ bis zu 60% mehr Strom. Ich schätze mal, viele Planungen auf der Basis von „Lux“ würden mit de-Luxe-Lampen nicht aufgehen, weil der Himmel über den Büromenschen bereits jetzt voller Leuchten hängt (mehr unter Story einer Beleuchtung, die niemand mag). Man könnte mit weniger Lux, aber mit besserer Farbwiedergabe bei gleichem Verbrauch vielleicht besser leben. Das darf ein deutscher Büromensch aber nicht.
Meine Aussage, der Teufel könnte dem Schreiber der obigen Meldung die Feder geführt haben, kommt nicht von ungefähr. Wer Farbwiedergabe in den Vordergrund stellt, argumentiert schön ketzerisch. In der Lichttechnik zählt Quantität, nicht Qualität. Die kommt an dritter Stelle.
Wie schaut es aber mit den LEDs aus? Verbrauchen LEDs mit besserer Farbwiedergabe auch mehr Strom pro Lichteinheit? Möglicherweise nein. Denn LEDs funktionieren anders als Leuchtstofflampen. Es kann sogar sein, dass LEDs mit einer besseren Farbwiedergabe einen besseren Wirkungsgrad aufweisen, sodass das Licht aus einer Richtung kommt, in der man was sehen kann. Bei manchen LED-Anwendungen wären Glühlampen besser, weil ihr Licht wärmer. So wie rechts. Man fühlt es, wenn man sich darauf setzt.
Schau´n mer mal!
11.07.2013
In der Juli-Ausgabe der Zeitschrift Cebra, nach eigenen Angaben eine für die effiziente Beschaffung rund um Büro und Arbeitsplatz, fand ich endlich die Weisheit, die mir zu mehr Lebensqualität verhilft: Mehr Lux! Die Quelle ist licht.de, hinter der die Fördergemeinschaft Gutes Licht steht. Rechts von dem Text ist etwas abgebildet, das vielen Menschen tatsächlich zu mehr Lebensqualität im Büro verhilft, eine Arbeitsplatzleuchte. Mich wundert nur, dass dieses Objekt angeführt wird, das bei Leuten, die dauernd von Lux reden, die gleiche Wertschätzung genießt wie Weihwasser beim Teufel. Bei einem ordentlichen Lichttechniker hat es die gleichen Chancen wie ein Schneeball in der Hölle. Und jetzt steht es für Lebensqualität!
Den Umgang mit der Arbeitsplatzleuchte in der Lichttechnik vergleiche ich oft mit der einzigen Schnittmenge von Phantasien und Dummheit: Beide kennen keine Grenzen. Ein unzüchtiges Gerät, die Beschäftigung mit dem ich vor zwei Jahren als eine Art Pornografie bezeichnet hatte (Unzüchtiges Gerät gesetzlich vorgeschrieben) … Und nun soll es zu Lebensqualität werden? Wie denn? Z.B. so:
Obwohl ich den Titel mit „Mehr Lux = mehr Lebensqualität“ heftigst ablehnen würde, kommt mir die von licht.de vorgeschlagene Lösung sehr bekannt vor. Wegen solcher Vorstellungen musste ich mir für Jahrzehnte diverse Komplimente von Nestbeschmutzer bis Sozialromantiker gefallen lassen. Noch schlimmer wäre es für die Ausschüsse gekommen, die mich unterstützten. Der für Licht zuständige Ausschuss beim DIN hatte von mir ultimativ verlangt, diese für unfähig zu erklären und deren Wirken sofort zu stoppen. Deren Mitglieder (damit auch ich) würden Irrlehren verbreiten. Lange davor hatte das Organ der LiTG abgelehnt, eine Untersuchung mit dem Vorläufer der abgebildeten Leuchte zu veröffentlichen.
Mit der Indirektbeleuchtung, d.h. mit deren Propagierung, hatte ich um 1980 angefangen, mit Stehleuchten etwas später. Zu Tischleuchten hatte ich bereits in den 1970ern eine Meinung gebildet. Die war allerdings vorerst nicht positiv, weil damals keine vernünftigen Objekte existierten. Die vorhandenen wären für mich bereits elektrisch nicht sicher, man konnte sich daran die Finger verbrennen, im Sommer brägenklöterich werden, wenn man damit länger arbeitete, und zudem die ganze Nachbarschaft fröhlich blenden. Zudem konnte man ein wunderbares Bild von der Lampe auf dem eigenen Bildschirm geniessen. Später haben mir Leute vorgeführt, dass dies alles nicht sein muss. Und mit deren Produkten habe ich nachweisen können, dass Arbeitsplatzleuchten tatsächlich mehr an Lebensqualität im Büro bedeuten. Zwar dies für alle, und nicht nur für Alte, auf die sich der zitierte Artikel bezieht. Dieser Mehrwert an Lebensqualität lässt sich nicht mit einem Gerät messen. Was er bedeutet, zeigt das Bild genau: selber Hand anlegen. Man bestimmt selbst, wann und wie man Licht einsetzt.
Man muss nur Lux durch Lichtqualität ersetzen und Lichtqualität als Erfüllung der Bedürfnisse der Menschen zum Sehen umschreiben. Dann wird ein echter Schuh daraus.
Warum braucht man so lange, bis man Offensichtliches anerkennt? Ehrlich gesagt, weiß ich es nicht. Man kann nur vermuten, dass die Regeln, nach denen Menschen Licht genießen dürfen, von Schattenmännern gemacht werden, die sich nicht allzu häufig mit Beleuchtung beschäftigen. Sonst ginge ihnen sehr schnell ein Licht auf. So z.B., dass Menschen wichtige Dinge in ihrem Arbeitsfeld am liebsten selbst bestimmen.
31.05.2013
Wie nennt man es, wenn viele Leute, die unterschiedliche Charaktere haben, und viele Musikinstrumente mit jeweils anderem Klang spielen, dazu gebracht werden, so zu spielen, dass es sich toll anhört? Man nennt es Konzert gemeinhin, es ist also allgemein das Zusammenklingen vokaler und instrumentaler Chöre gemeint. So etwas geht bei bestimmten Gruppen, z.B. bei den Berliner Philharmonikern, ganz von selbst, angeblich. Andere brauchen einen Dirigenten. Die Berliner Philharmoniker übrigens auch, nur nicht so bitter nötig.
Einem solchen Konzert kann man zurzeit beiwohnen auf dem Gebiet der Lichttechnik. Das gespielte Stück hört auf den Namen LED. Wer die erste Geige spielt, lässt sich genauso wenig ausmachen wie bei Thrillern über Drogenhandel, bei denen nur die kleinen Fische gefangen werden. Ist auch nicht so wichtig. Hauptsache, alles klingt harmonisch. So hat man z.B. die ansonsten allzu launische Presse dazu gebracht, die Eigenschaften der LED zu loben, die sie aufweisen wird, irgendwann mal in der Zukunft. Z.B. die tolle Farbwiedergabe. Ich schätze mal, dass die Damen und Herren von der (allgemeinen) Presse die Sache aus Firmenprospekten kennen und nicht aus eigener Erfahrung. Die kann nämlich so doll nicht sein.
Nun bleibt die Fachpresse. Was sagt die dazu? Leider gibt es auf diesem Gebiet keine Fachpresse, weil es das Gebiet nicht gibt. Nehmen wir an, das Gebiet hieße Lampenentwicklung, was derzeit bestimmt relevant wäre. Dort werden viele Ingenieure berichten, dass es viele Probleme gibt. Das ist normal, … selbst bei Produkten wie Reifen oder Kühlschränken, die wir nun seit vielen Jahrzehnten kennen. Ingenieure berichten meistens über Probleme, weswegen man nicht jeden Ingenieur als Vertriebsmann beschäftigen kann. Manche schon. Sie können auch Marketing. Gibt es eine Fachpresse für Lampenentwicklungsmarketing? Wäre auch zu schön.
Man kann solche Betrachtungen beliebig fortsetzen, ohne eine bestimmte Fachpresse ausfindig machen zu können, deren Fokus dem jetzigen Entwicklungsstand von LED angemessen wäre: Baustelle. Bleibt also eins: Man muss alle nehmen, die irgendwie berichten könnten, und zum Konzertieren bringen. Da die professionelle Presse bestimmt nicht ausreicht, nimmt man auch Amateure hinzu und versucht, einen Dirigenten zu installieren. Amateure sind z.B. Leute, die Fachartikel schreiben, so für die bekannten berufständischen Organisationen auf dem Gebiet Licht & Lichtanwendung. Selbst Blogger ins Internet zu schicken, ist nicht verpönt. Der Fantasie sind da keine Grenzen gesetzt.
Das angestimmte schöne Konzert hat bereits große Erfolge zu verzeichnen, z.B. glauben Arbeitsschützer in Deutschland, dass LEDs nicht flimmern. Angehörige anderer Berufsgruppen versuchen eine Methode zu finden, wonach die LED nicht blendet. Denen könnte ich eine mittlerweile arbeitslose Gruppe von „Flickerlookern“ empfehlen, die einst der damaligen Marktführer in Sachen Computer beschäftigte, besser gesagt den Weltmarktführer vom ganzen Computerbusiness. Da dessen Bildschirme flimmerten, haben seine Wissenschaftler eine Methode ausgearbeitet, wonach keines dieser tollen Geräte flimmerte. Die Leute sind jetzt arbeitslos, weil der einstige Weltmarktführer anderen Geschäften nachgeht, und die Produkte von Chinesen gebaut und verkauft werden. Auch in Sachen Blendung gibt es eine empfehlenswerte Gruppe von Wissenschaftlern in Großbritannien, die nachgewiesen hat, dass glänzende Bildschirme doch nicht glänzen. Warum sollen wir da zurückstehen?
Konzert - das war erst der Anfang. Später kam das Concerto grosso dazu, bei dem eine Concertino genannte Instrumentalgruppe gegen ein größeres Orchester spielt. So eine habe ich ausgemacht. PNNL - Pacific Northwest National Laboratory, dessen Spuren seit 1940 überall in der Geschichte der Technik und Wissenschaften der USA zu finden sind. Von dort stammt eine wissenschaftliche Abhandlung über das Flimmern von LED. Und das hat eine völlig andere Qualität. Mit dieser kann die konventionelle Lichttechnik nicht umgehen.
Am besten liest es jeder Interessierte selber. Poplawski and Miller CIE Flicker Paper 2013 shorter-1.pdf. Info über deren Institution findet sich hier: http://www.pnnl.gov/.
Das Dumme an der Sache: Man sieht LED genauso wenig flimmern wie einst Leuchtstofflampen, von denen die Industrie schlappe 40 Jahre behauptete, sie könnten nicht flimmern, weil sie mit 100 Hz betrieben würden. Manche LEDs werden sogar viel höher getaktet als mit 100 Hz. Ergo? Auch sie könnten nicht flimmern, es sei denn, einer weist die Störung und deren Mechanismen nach. Und der Nachweis liegt bei LED erstaunlich schnell vor.
Und der Wirkungsweg ist ähnlich wie einst bei der LL-Lampe: Ein statisch guckendes Auge kann Frequenzen über etwa 47 Hz nicht wahrnehmen. Wahr. Nun gibt es statisch guckende Augen nur bei Toten. Das normale Auge liest in Sakkaden – das ist noch ähnlich wie beim statischen Gucken. Ansonsten bewegt es sich über den Raum oder über den Bildschirm. Dann kann auch 300 Hz flimmern. Bei LEDs erst recht, weil deren Licht trägheitslos moduliert werden kann.
Wo ich das her kenne? Aus dem Physikunterricht in der Schule. Damals hatte unser Lehrer Glimmlampen aufgestellt und uns gebeten, mit dem Kopf zu wackeln. Dann sah man die Sinusform der Welle des Stroms. Jetzt muss ein hochdekoriertes Staatslabor uns die Sache noch einmal unter die Augen reiben. Chapéu!