12.05.2026
Wo einst der Ruß die Sterne stahl und Nacht den Tag bezwang,
bricht nun das Licht durch Nebelqualm und kalten Eisengang.
Nicht länger beugt das Dunkel sich der Schornsteine Diktat –
der Mensch entzündet hell die Welt, die er verfinstert hat.
Dieses Kapitel zeichnet die Geschichte des elektrischen Lichts nicht als isolierte Erfindung eines einzelnen Genies nach, sondern als Ergebnis eines langen, vielschichtigen historischen Prozesses im „Langen 19. Jahrhundert“.
Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass sich mit der Industrialisierung, der Urbanisierung und dem Wandel von der Agrar- zur Industriegesellschaft auch die Bedeutung des Lichts grundlegend veränderte. Während frühere Gesellschaften weitgehend vom natürlichen Sonnenlicht lebten, entstanden im 19. Jahrhundert neue Arbeits- und Lebensformen, die dieses Licht immer weniger verfügbar machten. Fabrikarbeit, lange Arbeitszeiten, dichte Bebauung, Rauch, Ruß und Luftverschmutzung verdunkelten die Städte und ließen künstliche Beleuchtung zu einer sozialen, wirtschaftlichen und gesundheitlichen Notwendigkeit werden.
Zugleich macht das Kapitel deutlich, dass die Geschichte des Lichts eng mit den politischen, wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Umwälzungen des 19. Jahrhunderts verbunden ist. Er verweist auf die Folgen der Französischen Revolution, die Einführung des metrischen Systems, die napoleonische Neuordnung Europas, die industrielle Expansion in England, Westeuropa und den USA sowie die Entstehung moderner Wissenschaft und Technik.
In diesem Zusammenhang erscheint elektrisches Licht als Teil eines umfassenden Modernisierungsprozesses, der neue Formen des Messens, Produzierens, Bauens und Forschens hervorbrachte. Entwicklungen wie die Bogenlampe, frühe Glühversuche und schließlich die elektrische Glühlampe werden deshalb nicht nur als technische Stationen beschrieben, sondern als Produkte einer Epoche, in der Energie, Licht und Fortschritt immer stärker miteinander verschmolzen.
Ein zentrales Thema des Textes ist die „Verdunkelung“ der modernen Stadt. Die massenhafte Zuwanderung in Industriezentren, die engen Mietskasernen, die schlechte Belüftung und der Mangel an Tageslicht führten zu Wohn- und Arbeitsverhältnissen, die als gesundheitlich zerstörerisch wahrgenommen wurden. In dem Kapitel wird ausführlich geschildert, wie Menschen in Städten wie London, Berlin, New York oder Chicago in dunklen, feuchten und überfüllten Räumen lebten, in denen Licht und Luft fehlten. Diese Bedingungen wurden mit Krankheiten wie Tuberkulose und Rachitis verbunden. Licht wurde dadurch nicht mehr nur als Mittel zur Sichtbarkeit verstanden, sondern als Voraussetzung für Gesundheit, Leistungsfähigkeit und ein menschenwürdiges Leben. Die Reformen im Bereich Arbeitsschutz, Sozialgesetzgebung, Wohnungsbau und Stadtplanung erscheinen deshalb im Text auch als Reaktionen auf den Mangel an Licht und auf die gesundheitlichen Folgen der industrialisierten Umwelt.
Besonders ausführlich zeigt dieses Kapitel, dass der Kampf gegen die Finsternis auf zwei Wegen geführt wurde. Der erste Weg bestand darin, die Sonne wieder in die Städte hineinzulassen. Sozialreformer, Ärzte, Hygieniker und Stadtplaner forderten größere Fenster, bessere Abstände zwischen Gebäuden, offene Schulformen, luftige Wohnungen und neue Regeln für die Stadtentwicklung. In den USA verband sich dies mit der Progressive Ära, in Europa mit Reformen des Wohnungsbaus, des Arbeitsschutzes und der öffentlichen Gesundheit. Tageslicht wurde als medizinisch, moralisch und sozial wertvolle Ressource behandelt. Die Regulierung von Mietskasernen, Bauordnungen, Zoning-Gesetze und Anforderungen an Belichtung und Belüftung waren daher nicht nur technische Vorschriften, sondern Ausdruck eines neuen Verständnisses von Gesundheit und urbanem Leben.
Der zweite Weg bestand darin, das fehlende Sonnenlicht technisch zu ersetzen. Hier setzt die Idee der „elektrischen Sonne“ ein, die im Text als entscheidender Schritt zur Moderne erscheint. Wenn echtes Sonnenlicht in den verdichteten Städten nicht mehr ausreichend verfügbar war, sollte künstliches Licht nicht nur Helligkeit schaffen, sondern auch die als heilsam verstandenen Wirkungen der Sonne nachahmen.
Deshalb behandelt dieses Kapitel ausführlich die Verbindung von Lichttechnik, Medizin und Industrie: von der Glühlampe Edisons über Lichttherapie, UV-Forschung und die Bekämpfung von Rachitis bis hin zu Produkten wie UV-durchlässigem Glas und späteren künstlichen Lichtquellen mit gesundheitlichem Anspruch. Insgesamt zeigt der Text, dass die Geschichte des elektrischen Lichts weit über Technikgeschichte hinausgeht. Sie ist eine Geschichte von Industrialisierung und Umweltveränderung, von sozialer Ungleichheit und Reformpolitik, von Medizin, Wissenschaft und wirtschaftlichen Interessen.
Elektrisches Licht erscheint damit als Antwort auf eine von Menschen selbst geschaffene Finsternis — und zugleich als Symbol für die Hoffnung, die Defizite der modernen Stadt mit technischen Mitteln zu überwinden.
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11.05.2026
Erst gezähmt als Feuer,
dann geformt aus Wachs,
schließlich gebändigt im Glas –
Licht ist der Pinselstrich der Zivilisation.
der Blogger
Das Kapitel beschreibt die Geschichte der künstlichen Beleuchtung als Entwicklung in vier Epochen.
Licht 1.0 beruht auf brennbaren Stoffen wie Kienspan, Fackel, Öllampe, Kerze und Gaslicht. Diese Lichtquellen waren mit vielen Nachteilen verbunden: kurze Brenndauer, ständige Überwachung, Wärme, Rauch, Ruß, Brandgefahr und geringe Effizienz. Trotzdem prägten sie über Jahrtausende das Leben der Menschen und ihre Kultur.
Mit Licht 2.0 begann die Epoche des elektrischen Lichts aus glühenden Materialien, vor allem der Glühlampe. Sie verringerte viele Probleme früherer Lichtquellen, etwa Rauch, Ruß und offene Flammen, und machte Beleuchtung bequemer, sicherer und massentauglich. Zugleich veränderte sie Wirtschaft, Städtebau, Arbeitswelt und Alltag grundlegend, weil sie Stromnetze, Industrialisierung und eine von Tageslicht unabhängige Gesellschaft förderte. Das Ende der Glühlampe kam nicht durch technische Überholung allein, sondern auch durch politische Verbote ineffizienter Leuchtmittel.
Licht 3.0 steht für Licht aus Plasma bzw. Gasentladung, insbesondere Leuchtstofflampen und andere Entladungslampen. Diese Technik ermöglichte eine effiziente Beleuchtung großer Flächen und förderte fensterlose Arbeitsräume sowie die 24/7-Gesellschaft. Gleichzeitig brachte sie neue Probleme mit sich, etwa fragwürdige Vorstellungen vom Ersatz des Tageslichts, gesundheitliche und architektonische Folgen sowie die Nutzung von Quecksilber.
Mit Licht 4.0 beginnt die Ära der Halbleiter, der LED. Sie ist sehr effizient, vielseitig steuerbar und eröffnet zahlreiche neue Anwendungen in Beleuchtung, Displays und Technik. Doch auch sie ist nicht frei von Nachteilen: Probleme wie Blauanteil im Spektrum, Flimmern, thermische Probleme und mögliche Auswirkungen auf Wahrnehmung, Gesundheit und Umwelt zeigen, dass jede neue Lichttechnik nicht nur Vorteile, sondern auch neue Herausforderungen mit sich bringt.
Insgesamt zeigt das Kapitel , dass die Geschichte des künstlichen Lichts nicht nur eine Abfolge technischer Verbesserungen beim Lichterzeugen ist. Jede Epoche verändert auch Kultur, Architektur, Arbeit, Gesellschaft und das Verhältnis des Menschen zu Licht und Dunkelheit. Alte Lichtformen verschwinden dabei nicht vollständig, sondern bestehen neben neuen Technologien weiter. Ihre Bedeutung insgesamt nimmt aber ab.
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20.02.2026
Die Fülle an Informationen
führt zu einer Armut
an Aufmerksamkeit
Frei nach Herbert A. Simon
LEDs sind sehr energieeffiziente Leuchtmittel, deren Leistung auch mal zu hoch wird. Wenn man eine bestimmte Strecke beleuchten will, wie z.B. ein Warenregal im Supermarkt, und dabei nur eine bestimmte Beleuchtungsstärke einhalten muss, kann man entweder die Elemente dimmen oder auseinanderziehen. Das Letztere wird gerne gemacht, weil man damit viel Geld spart.
Nach der letzten Renovierung des Aldi-Marktes vor ein paar Jahren konnte ich den Laden nicht mehr betreten, weil es mir vor den Augen nur so wimmelte. Dies bezog ich auf die Spiegelbilder auf der Ware, die das Sehen eher behinderten anstelle es zu fördern.
Eine neue Studie, die in Lighting Research und Technology erschienen ist, zeigt, dass diskret erkennbare LED-Elemente die psychologische Blendung erhöhen und auch dazu führen, dass man Nachbilder sieht. Diese sind nicht zu verwechseln mit dem Perlschnur-Effekt, der infolge des Flimmerns bei bewegten Objekten oder beim bewegten Auge auftritt.
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Das Ergebnis der Studie erklärt auch, warum manche Schlusslichter von Autos (z.B. von Smarts) mehr stören als andere, die gleich hell sind. Zwar ist die Studie mit Außenleuchten durchgeführt worden. Es scheint aber wahrscheinlich, dass die Blendung bei Büroleuchten ebenso zunimmt, wenn man die Beleuchtungsstärke nicht durch eine gleichmäßig leuchtende Fläche, sondern durch diskret erkennbare Elemente erzeugt.
Diese Vorstellung ist nicht neu und keine Spezialität von LED. Ich hatte den Effekt bereits 1971 bei meiner Dissertation untersucht, weil ich wissen wollte, ob eine Scheinwerferbatterie mehr stört als ein großer Scheinwerfer mit der gleichen Leistung. Die Idee selbst stammt aus den Studien von S.K. Guth aus den 1950er Jahren, auf dessen Arbeiten die heutige UGR-Methode weitgehend beruht.
Das Ergebnis lässt sich vermutlich verallgemeinern: Je mehr Information in der gesehenen Fläche einer leuchtenden Fläche vorhanden ist, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit einer Blendung.
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Hier die Kurzfassung des Artikels (übersetzt Deepl)
LED-Leuchten mit Öffnungen, die visuell erkennbare helle Punkte enthalten, werden häufig zur Beleuchtung von Außenbereichen eingesetzt. Der Einfluss des Abstands zwischen den LEDs, der die räumliche Frequenz bei einer bestimmten Betrachtungsentfernung bestimmt, auf die durch diese Leuchten verursachte wahrgenommene Unannehmlichkeit ist jedoch nach wie vor unklar. An dieser Studie nahmen 29 Teilnehmer teil, denen in einer dunklen Laborumgebung 68 Reize mit unterschiedlicher räumlicher Frequenz, Intensität, Diffusionsstufe und Umgebungsbeleuchtung gezeigt wurden. Die Teilnehmer berichteten über ihre Erfahrungen mit Unbehagen durch Blendung, die Fähigkeit, einzelne LEDs zu erkennen, und Nachbilder. Die Ergebnisse zeigten, dass eine erhöhte räumliche Frequenz sowohl das Unbehagen als auch die Wahrscheinlichkeit des Auftretens von Nachbildern verstärkte. Es wird vermutet, dass die Punktstreufunktion des Auges zu diesen Effekten beitrug, wobei die Lichtquellen als eine einzige größere Quelle mit gleicher oder größerer Intensität wahrgenommen wurden. Diese Ergebnisse legen nahe, dass bei der Konstruktion von LED-Leuchten Konfigurationen mit niedrigeren räumlichen Frequenzen bevorzugt werden sollten, um das Unbehagen zu minimieren. Zur Vorhersage von Discomfort durch Blendung wird die Verwendung einer einfachen Größe, der direkten Beleuchtungsstärke am Auge, empfohlen, da diese ebenso gut wie andere komplexere Modelle funktioniert.
Abboushi B, Miller N, Royer M, Orman A, Irvin L, Rodriguez-Feo Bermudez E. LED array spatial frequency impacts discomfort and afterimages in a simulated nighttime environment. Lighting Research & Technology. 2026;0(0). doi:10.1177/14771535251400286
18.02.2026
Wende dein Gesicht der Sonne zu,
dann fallen die Schatten hinter dich.
d. Blogger
Der Berliner Tagesspiegel von heute berichtet von einem Lichtblick für Diabetes-2-Patienten. Die Quintessenz: "Forscher haben Diabetes-Patienten unter Tageslicht und unter Kunstlicht untersucht. Das Ergebnis: Der Stoffwechsel arbeitet stabiler. Das sind immerhin 9 Millionen Menschen in DEutschland, die viel Selbstdisziplin aufbringen müssen: feste Essenszeiten, die korrekte Einnahme der Medikamente, ausreichend Bewegung und Schlaf – all das müssen sie im Auge behalten. nun käme etwas Angenehmeres dazu: Sie sollten auch darauf achten, genug Tageslicht zu bekommen."
Das internationale Forscherteam um Joris Hoeks von der Universität Maastricht ließ 13 Diabetes-Patienten viereinhalb Tage in Räumen verbringen, die entweder mit natürlichem Licht durch große Fenster oder mit künstlichem Licht ausgeleuchtet waren. Es zeigte sich: Unter Tageslicht schwankte der Blutzuckerspiegel der Probanden deutlich weniger. Außerdem lag er in über 50 Prozent der Zeit im Normbereich, was ebenfalls ein beträchtlicher Unterschied gegenüber den 43 Prozent unter Kunstlicht ist. Zudem sprach der Stoffwechsel unter Tageslicht stärker auf die Fettverbrennung an – auch in den Blutwerten war dieser Unterschied erkennbar. „Die Ergebnisse liefern eine starke Begründung dafür, dass sich die Forschung künftig mehr auf den Zusammenhang von Lichtexposition und Stoffwechselgesundheit fokussieren sollte“, resümiert Hoeks. „Und sie wirft weitere Bedenken hinsichtlich der Verbreitung von Büroumgebungen mit wenig Tageslicht auf.“
Die komplette Studie gibt es in Englisch hier. Die Kurzfassung habe ich durch deeple übersetzen lassen: "Da wir 80 % bis 90 % unserer Zeit in Innenräumen verbringen und Tageslicht der wichtigste Synchronisator der zentralen biologischen Uhr ist, wird der chronische Mangel an Tageslicht zunehmend als Risikofaktor für Stoffwechselerkrankungen wie Typ-2-Diabetes angesehen. In einer randomisierten Crossover-Studie (NCT05263232) wurden 13 Personen mit Typ-2-Diabetes während 4,5 aufeinanderfolgenden Tagen während der Bürozeiten entweder natürlichem Tageslicht durch Fenster oder konstantem Kunstlicht ausgesetzt. Die kontinuierliche Glukoseüberwachung ergab, dass die Teilnehmer mehr Zeit im normalen Glukosebereich verbrachten und sich der Substratstoffwechsel des gesamten Körpers bei Tageslicht stärker in Richtung Fettoxidation verlagerte. Primäre Myotuben, die aus Skelettmuskelbiopsien kultiviert wurden, zeigten nach der Tageslichtexposition eine Phasenverschiebung nach vorne. Multi-Omik-Analysen ergaben durch Tageslicht induzierte Unterschiede in Serummetaboliten, Lipiden und Monozyten-Transkripten. Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Exposition gegenüber natürlichem Tageslicht einen positiven Einfluss auf den Stoffwechsel von Personen mit Typ-2-Diabetes hat und die Behandlung von Stoffwechselerkrankungen unterstützen könnte."
Die Autoren sind so nett, dass sie eine bebilderte Kurzfassung geliefert haben. Hier ist sie.

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Gute Nachrichten für alle, die Linderung für ihre Erkrankung suchen. Allerdings ist Licht nicht das Allheilmittel: Es kann, zur falschen Zeit verabreicht, das Gegenteil verursachen. Licht in der Nacht kann nicht nur als krebserregend eingestuft werden, sondern auch als Risikofaktor für Diabetes. Es gibt über 3600 internationale Studien über die Beziehung von Licht und Diabetes.
Die Wirkung von Tageslicht kann sogar darin gesehen werden, dass Todesfälle bei bestimmten Erkrankungen geringer ausfallen. So haben Forschende aus den USA den Zusammenhang zwischen der Zeit, die bei Tageslicht im Freien verbracht wird, und der Sterblichkeit unter den Teilnehmern der Adventist Health Study 2-Kohorte (das ist eine Gruppe von 83.205 Teilnehmern) untersucht. Die Studie untersuchte den Zusammenhang zwischen Tageslichtexposition und Mortalität (Gesamtmortalität und ursachenspezifische Mortalität: Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen (HKE) und Mortalität aufgrund anderer Ursachen als Krebs und HKE).
Nachzulesen in voller Länge in Environmental Epidemiology.
Neue Studie zur nächtlichen Lichtexposition und Diabetes in The Institute for Functional Medicine
Wirkung von Tageslicht im Büro zur Verbesserung der Glukosekontrolle (voller Artikel) (Basis des Tagesspiegel-Artikels)
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16.02.2026
Wir lernen erst nach und nach,
dass das 'Ewige' nicht das Unendliche ist,
sondern das, was in jedem Moment mitschwingt.
d. Blogger
Die Lichtbiologie und Chronobiologie untersuchen die vielfältigen Einflüsse des Lichts auf lebende Organismen. Licht steuert nicht nur grundlegende Lebensprozesse wie Wachstum und Ernte in der Landwirtschaft, sondern beeinflusst auch auf verschiedenen Zeitskalen Wahrnehmungen und physiologische Anpassungen beim Menschen.
Während das Auge in Millisekunden auf Lichtreize reagiert und sich innerhalb von Minuten an unterschiedliche Helligkeiten und Farben adaptiert, benötigen tiefgreifendere biochemische Anpassungen, wie die vollständige Dunkeladaption, deutlich länger. Auch die Haut zeigt auf Licht unterschiedliche Reaktionen von akuten Sonnenbränden bis hin zur Vitamin-D-Synthese, die Wochen bis Monate nachwirkt.
Circadiane Rhythmen, gesteuert durch das Molekül Melatonin, sind evolutionär tief verankert und synchronisieren biologische Prozesse mit dem Tag-Nacht-Wechsel – selbst in lichtlosen Tiefseezonen. Die Speicherung von Lichtwirkungen im Körper, etwa durch Vitamin D oder das „Hautgedächtnis“ gegenüber Sonnenstrahlung, illustriert die nachhaltige und vielschichtige Wirkung des Lichts auf das Leben. Dieses Zusammenspiel von Licht und Lebewesen steht im Mittelpunkt der Lichtbiologie und Chronobiologie und zeigt, wie elementar Licht für die biologische Zeit und Gesundheit ist.