Licht und Behaglichkeit

30.08.2014

Energiesparen gegen Behaglichkeit

An vielen Stellen in diesem Blog, und in vielen Blogs an verschiedenen Stellen wird das Thema Lichtqualität thematisiert. Eigentlich eine Diskussion über ein Phantom. Denn das offizielle Wörterbuch der Lichttechnik, das seit 1938 alle wichtigen Begriffe klärt und erklärt, kennt keine Lichtqualität. Wie bei allen Phantomen, gibt es auch hier Widerspruch. Je mehr man an Energie sparen will, desto lauter sind die Gegenstimmen.

Die sog. Energiesparlampe, alias Kompaktleuchtstofflampe, wurde von einem Ingenieur von General Electric erfunden. Nicht zufällig und nicht für irgendeinen undefinierten Zweck: Es war 1973, als die Welt noch in Schockstarre war wegen der ersten (offiziellen) Energiekrise, besser gesagt, Ölkrise. Die Araber wollten ihr Öl nicht mehr für 20 Millionen $$ für den Unterhalt des Palastes von König Saud plus einen Stall voller junger Damen, die wohl den Palast putzten, hergeben. So musste eine Lampe her, die weniger Energie verbrauchte als Edisons Birne. Für Freunde heißt die Lampe CFL.

Es dauerte etwa 12 Jahre, bevor das Ding mit dem Energiesparen ernst machen konnte. Bis dahin, im Jahre 1985, konnte sie nämlich eine der Gütekriterien für Beleuchtung, niedergeschrieben 1935, nicht erfüllen. Die zeitliche Gleichmäßigkeit, sprich Flimmerfreiheit, war nicht gegeben. Um ihr Licht zu messen, mussten wir sie 24 Stunden betreiben, weil sie halt instabil war. Da die meisten Benutzer nicht so lange warten wollten, bis das gute Stück sein Licht uneingeschränkt hergibt, konnte es keinen Raum im Wohnraum erobern. Flimmern ist Geschichte, aber die Lampe denkt nicht daran, hell aufzuleuchten, wenn einer „Fiat Lux“ ruft oder den Schalter drückt. Je nach Preis muss man mehr oder länger warten, bis Licht  wird. 

Wie sieht jemand, der die FCL positiv sieht, den Vergleich der „modernen“ Lampe mit der alten Birne von Edison? So:Die gelben Felder zeigen, wo die Glühlampe besser abschneidet, die weißen das Umgekehrte. Mir fallen da insbesondere zwei Punkte auf: „Power Factor“, alias Leistungsfaktor, ist ein anderes Wort für Blindstrom – unnützer Strom, der die Netze belastet und Energie kostet. Davon haben die Befürworter der Energiesparlampe nie geredet, obwohl man sie und die damit verbundenen Energie- und sonstige Kosten sofort berechnen kann. Wenn der Verbraucher ein Konzern ist, wird der Blindstrom in Rechnung gestellt. Bei Blindstrom waren wohl alle blind, unser Vizekanzler in seiner ehemaligen Eigenschaft als Umweltminister und sogar sein Vorgänger im gleichen Amt, der noch weniger doof ist. Dass die Lampen die Netze nicht nur über Gebühr belasten, sondern auch noch durch ihre Oberwellen verschmutzen … Mit so einem Kinderkram beschäftigt sich doch kein Minister.

Noch schlimmer ist aber der letzte Punkt: Erscheinungsbild. Da steht: Ästhetisch not pleasing. Bei der Queen hieße es: Not amused, not pleased . Another lamp, please.

Die ist tatsächlich im Anmarsch - nicht die Queen, die Lampe: Wie bereits mehrfach betont: Die Techniker der künstlichen Helligkeit reden von LED, aber nicht von Behaglichkeit. Wenn das mal nicht ins Auge geht. 

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