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Wie viel Licht braucht man?

 

Der nachfolgende Text ist 10 Jahre und 40 Tage alt. Der sieht aber gar nicht so alt aus. Mittlerweile umfasst dieser Blog weit über 400 Beiträge. Ich habe inzwischen einige Tausend Literaturstellen gelesen, gesichtet, bewertet. Die Frage stelle ich dennoch neu.

Wenn man nach der „Strahlenschutzverordnung“ geht (das ist die nach dem Atomgesetz, sondern nach EU-Richtlinie Optische Strahlung), müssten die Bauarbeiter auch im Sommer die Straßen unter einem Zelt bauen, weil sie sonst der Sonne ausgesetzt wären. Sobald sie aber Urlaub bekommen, düsen sie nach Malle oder Antalya und knallen sich in die Sonne. Krebsspezialisten hingegen empfehlen, sich mit Faktor 50 zu schützen, sobald die Sonne um die Ecke guckt.

Die Lichttechnik erzählt, es müssen 500 lx sein. Wo sie diese heilige Zahl hernehmen, wäre eine Untersuchung wert. Das Ergebnis wird aber nicht erheiternd sein, oder vielleicht eher Lachsalven auslösen. Diese Zahl, die viele Milliarden Investitionen in Lampen und Leuchten verursacht hat, ist eine reine Erfindung. (Wer sich wirklich dafür interessiert, wie die 500 lx entstanden sind, kann hier die gesamte Historie lesen: Basis der Festlegung von Beleuchtungsstärkewerten in Beleuchtungsnormen)

Ich meine eher, die Menschen brauchen bei der Arbeit tagsüber mehr, viel mehr Licht und abends sehr viel weniger. Das mit dem Tage ergibt sich aus unseren Studien. Je mehr Licht die Leute in ihrer Umgebung haben, desto gesünder fühlen sie sich. Die Sache mit der Nacht hat Heinrich Kramer thematisiert.

Auf jeden Fall zeigt die heute von mir analysierte Studie von Youngstedt et al, dass es nicht gleichgültig ist, wann man den Menschen Licht verabreicht. Eigentlich müsste man dies wissen, wenn man behauptet, Licht übe eine Wirkung auf den Menschen aus wie eine Droge oder ein Lebensmittel. Die nimmt man doch nicht jederzeit und in beliebigen Mengen in sich. Oder?

Eine Birne schrieb Geschichte

 

Die Zeitungen feiern einen Toten. Er wäre gern 140 geworden. Wird auch, aber nicht in Deutschland. Auch nicht anderswo in der EU. Die Glühlampe wurde vor 10 Jahren hinterrücks gemeuchelt. Auch die Protagonisten von damals sagen, dass es ein Fehler war. Sie meinen aber, das Verbot hätte man ein Jahr später aussprechen sollen. Denn die LED war zu schlecht und teuer, der vorgesehene Ersatz, die Energiesparlampe, zwar halb so teuer, aber doppelt so schlecht.

Wir haben damals eine Studie zur Ökologie der Energiesparlampe angefertigt und bei der EU eingereicht (Energiesparlampen_und_Oekologie). Viele Politiker haben ihre freundliche Hilfe angesagt. Millionen von Leuten haben den Keller voller Glühlampen gefüllt. Witzige Leute haben alternative Wege zum Import von Glühlampen gefunden (hier), die mancher Beamter nicht so lustig fand, aber immerhin lustig ablehnte (hier). Jetzt fragt die DPA allen Ernstes, ob jemand die vermisst. Ich schon, aber erst später. Denn ich kann nach Hause oder nach Amerika fliegen und eine Ladung Glühbirnen mitbringen. Die werden ja nicht schlecht.

Warum hat man denn die Dinger verboten. Ach, ja. Die Energieeffizienz. Glühlampen sind bekanntlich kleine Öfen, die auch ein Bischen Licht abgeben. Warum nicht gleich richtige Öfen installieren? Mein Handy z.B. wird etwa einmal am Tag benutzt. Es frisst seinen Strom so vor sich hin. Die Apps sind formidable Stromfresser. Unser Router? Es reicht nicht zum Brötchen backen, aber fast. Der läuft 24 h am Tag, weil niemand das Ding anwerfen und warten will, bis der hochläuft. Und wenn es denn einer täte? Dann hätten wir kein Telefon. Demnächst werden wir LiFi installieren, das ist WLAN über Licht. Vielleicht wird der Router dann entlastet. Telefonieren über den Kronleuchter - auf die Idee muss man kommen. Glühbirne kompatibel mit Alexa bietet Amazon an. 16 Mio Farben kann sie. Zu steuern über App.

Das Glühlampenerbot hat sich gelohnt … für die Industrie. Jetzt kann man teure LEDs als Leuchte kaufen, nach ein paar Stunden oder mehr komplett wegwerfen. Warum das so ist, lernt man auf teuren Seminaren (hier). Wer nicht viel Geld ausgeben will, weicht auf modernes e-learning aus. Da kann man vom heimlichen Sessel aus die Welt erkunden. Die Elektroindustrie beglückt einen ja nicht nur mit Bestrahlung, sondern auch mit Beriesselung mit Fakten, in denen auch mal ein Körnchen Wahrheit steckt. Immerhin habe ich bei der Diskussion gelernt, dass Kohlekraftwerke die ganze Republik mit einem Quecksilberfilm überziehen. Die hatte der deutsche Umweltminister in die Debatte geschmissen, weil die Energiesparlampen angeblich Energie sparen täten und deswegen den Film etwas lichten (hier). Am Ende sahen alle schlecht aus.

Die wahre Katastrophe hat die Industrie nicht geschnallt. Bis heute nicht: Wenn die Politik einmal lernt, mit dürftigen Argumenten eine ganze Produktgattung zu verbieten, dann tut sie das immer wieder. Die Argumente der Politik waren damals grottenschlacht. Das Ziel, die Einsparung von CO2, wurde zwar erreicht, man muss den Erfolg aber mit der Lupe suchen - weit hinter dem Komma. Dafür lernte die Bevölkerung, wie man Fake Argumente gegen andere Fake Argumente in Stellung bringen kann, ohne bestraft zu werden. Da hatte der Erfinder des Jubilars eine ganz andere Strategie. "Ich werde eine Lampe erfinden, so dass nur noch reiche Leute sich Kerzenlicht leisten werden. Und sie wird nicht blenden." hatte er in sein Tagebuch geschrieben. Er hat.

Jetzt dämmert's - warum Licht für uns so wichtig ist

Jetzt dämmert's - warum Licht für uns so wichtig ist - So lautete die Überschrift in der SZ vom 22. Dezember 2017. Die Abteiung in der SZ heißt Gesundheit. Die angeführten Weisheiten sind aus der Medizin. Ist da was falsch?

Das z.B. kann nicht falsch sein: "Ein Großteil der Pflanzen- und Tierwelt ist auf Licht angewiesen - und der Mensch sowieso." Wer wird das schon in Frage stellen wollen, ohne sich lächerlich zu machen?

Ist das etwa falsch: "Licht ist zum Beispiel für die Synthese von Vitamin D unerlässlich." Da lügt der Autor (Werner Bartens). Licht hat mit Vitamin D überhaupt nichts zu tun (hier). Und wie falsch das ist! Fragen Sie den Experten.

Ist das etwa falsch: "Auch auf Stimmung, Lust und Aktivität hat das Tageslicht einen enormen Einfluss." Hat nicht (hier), weil niemand das Tageslicht erleben kann. Fragen Sie den Experten. Wenn er rot anläuft, hat er nicht etwa zu viel Licht abgekriegt.

Soll dieser Unsinn etwa stimmen: "Kindern ohne genügend Licht drohen Entwicklungsstörungen wie Rachitis, die "englische Krankheit". Bei Erwachsenen wird sie als Osteomalazie bezeichnet."? Nein, auch nicht (hier). Man kann die Leute den ganzen Tag mit Licht vollpumpen, die bekommen trotzdem Rachitis.

Was soll der Unsinn? Irren sich so viele Leute? Ja, weil Licht nur das ist, was zu einer Sehempfindung führt. Sagt die Weltorganisation der Lichttechniker. CIE. Die muss es wissen. Zu Stimmung, Lust und Aktivität braucht man neben Licht auch Ultraviolett und Infrarot. Und die gehören laut CIE nicht zum Licht. Zu Vitamin D trägt Licht überhaupt nicht bei. Nur UV-B Strahlung trägt dazu bei. Die ist aber kein Licht! Sondern …

Leider ist die UV-Strahlung des Teufels. Sie hat eine einzige positive Wirkung ! Sagt wer? Das Bundesamt für Strahlenschutz. Damit die den Unsinn nicht schnell löschen, wenn sie dies lesen, habe ich die Webseite kopiert. Hier ist das Prachtstück:
http://www.bfs.de/DE/themen/opt/uv/wirkung/akut/vitamin.html
Die WHO ist da anderer Meinung (hier). Aber who is WHO?

Jetzt dämmert's - warum Licht für uns so wichtig ist

 

Jetzt dämmert's - warum Licht für uns so wichtig ist - So lautete die Überschrift in der SZ vom 22. Dezember 2017. Die Abteiung in der SZ heißt Gesundheit. Die angeführten Weisheiten sind aus der Medizin. Ist da was falsch?

Das z.B. kann nicht falsch sein: "in Großteil der Pflanzen- und Tierwelt ist auf Licht angewiesen - und der Mensch sowieso." Wer wird das schon in Frage stellen wollen, ohne sich lächerlich zu machen?

Ist das etwa falsch: "Licht ist zum Beispiel für die Synthese von Vitamin D unerlässlich." Da lügt der Autor (Werner Bartens). Licht hat mit Vitamin D überhaupt nichts zu tun (hier). Und wie falsch das ist! Fragen Sie den Experten.

Ist das etwa falsch: "Auch auf Stimmung, Lust und Aktivität hat das Tageslicht einen enormen Einfluss." Hat nicht (hier), weil niemand das Tageslicht erleben kann. Feagen Sie den Experten. Wenn er rot anläuft, hat er nicht etwa zu viel Licht abgekriegt.

Soll das etwa stimmen: "Kindern ohne genügend Licht drohen Entwicklungsstörungen wie Rachitis, die "englische Krankheit". Bei Erwachsenen wird sie als Osteomalazie bezeichnet." Auch nicht (hier). Man kann die Leute den ganzen Tag mit Licht vollpumpen, die bekommen trotzdem Rachitis.

Was soll der Unsinn? Irren sich so viele Leute? Ja, weil Licht nur das ist, was zu einer Sehempfindung führt. Sagt die Weltorganisation der Lichttechniker. CIE. Die muss es wissen. Zu Stimmung, Lust und Aktivität braucht man neben Licht auch Ultraviolett und Infrarot. Und die gehören laut CIE nicht zum Licht. Zu Vitamin D trägt Licht überhaupt nicht bei. Nur UV-B Strahlung trägt dazu bei.

Leider ist die UV-Strahlung des Teufels. Sie hat eine einzige positive Wirkung ! Sagt wer? Das Bundesamt für Strahlenschutz. Damit die den Unsinn nicht schnell löschen, wenn sie dies lesen, habe ich die Webseite kopiert. Hier ist das Prachtstück:
http://www.bfs.de/DE/themen/opt/uv/wirkung/akut/vitamin.html
Die WHO ist da anderer Meinung (hier). Aber who is WHO?

LED macht Leuchte überflüssig, weil sie Lampe ist

In einem Bericht über die Überarbeitung von EN 12464-1, der auf der Licht 2018 in Davos, also edler Umgebung, präsentiert wurde, las ich Ungeheuerliches. Es gibt keine Leuchten mehr, weil die LEDs es vorziehen, selber zu leuchten. Zu dem Anlass sagt die Website der Konferenz "In der europäischen Normung bearbeitet die WG 2 die Beleuchtung von Arbeitsplätzen. Derzeit wird die EN 12464-1 überarbeitet. Seit der letzten Fassung von 2011 haben sich einige neue Entwicklungen ergeben. Einerseits ist die LED zur maßgeblichen Lichtquelle aufgestiegen, andererseits wird den nicht-visuellen Wirkungen des Lichts mehr Beachtung geschenkt. Lichtanlagen können gesteuert werden, wodurch der Inbetriebnahme und dem Betrieb der Beleuchtung mehr Beachtung geschenkt werden soll."

Ich nehme an, dass jeder, der sich in Licht auskennt, die WG 2 kennen muss. Das ist keine Wohngruppe wie weiland die Kommune II, sondern ein Arbeitskreis, der Beleuchtungsnormen immer wieder auf den neuesten Stand bringen will bzw. muss. Da habe ich das Ungeheuerliche gefunden. Man unterscheidet nicht mehr zwischen Lampe und Leuchte wie anno Tobak. LED macht's möglich!

Nicht Eingeweihte können gar nicht verstehen, woran sich die Aufregung entzündet. Ca. 99,9999 % der Wutbürger und sonstiger Bürger kennt weder Lampe noch Leuchte, sondern Birne. Lampe kennt man schon, die aber ist eine Leuchte. Verstanden? Bestimmt nicht. Also langsam zum Mitschreiben: Wenn man Licht machen will, braucht man etwas, was sich so aufregt, dass Quanten aus dem rausplatzen. So etwa wie beim Holzscheit. Dieser schickt aber sein Licht fröhlich durch die Gegend. Darf aber nur am Lagerfeuer. Ergo macht man etwas drumherum, damit das Licht in die Richtung geht, in die es soll. Bereits alte Petroleumlampen, Pardon -leuchten, hatten so eine Einrichtung.

Später als das Licht elektrisch wurde, wurde fein säuberlich getrennt, wer die Lampe - bzw. das Leuchtmittel - bauen durfte, und wer das Blech drumherum biegen. So baute OSRAM nur Lampen. Die gingen an Siemens Lichttechnik, die die Leuchten baute und die Lampen da hinein. Am Ende leuchtete die Lampe in der Leuchte. Später wurde die Lichttechnik von der Mutter verstoßen (hier), nach einigen Abenteuern von OSRAM eingekauft (da). Am Ende verstieß die Mama auch OSRAM (dort). Jetzt verkauft OSRAM das Leuchtengeschäft (na bitte hier).

Man konnte in einem Augenblick erkennen, wer eine Leuchte in Sachen Licht war und wer nicht. Hat einer Birne zur Lampe gesagt, war der raus. Schlimmer erging es einem, der die Leuchtstofflampe für eine Röhre hielt. Die ist zwar eine Röhre, das kommt aber nicht in die Tüte. Selbst der große Guru der biologischen Lichtwirkungen, Prof. Hollwich, fiel deswegen in Ungnade, und das für ewig. Es gab zwar Lichttechniker, die Lampe zur Leuchte sagten. Die waren aber bestimmt von der Wohnraumleuchtenindustrie, also nicht satisfaktionsfähig. Die konnten aber ihre Produkte kaum verkaufen, hätten sie Leuchten angeboten, wo die Kundschaft Lampen suchte.

Nu ist es aus! Man kann sich nicht mehr als große lichttechnische Leuchte outen, indem man die fein ziselierte Wortwahl perfekt beherrscht. Sch... egal. Als nächstes kommt wohl, dass man die Leuchtstofflampen Röhre nennen darf, weil die LED Kreationen, die sie ersetzen sollen, keine Rohre mehr um sich haben (müssen).

Leider muss ich mit dem Spaßen hier aufhören. Die Sache hat nämlich einen bösen Hintergrund. Erstens verstehen viele Leuchtendesigner nicht, dass LED-Module doch keine Lampen sind. Man kann deren Licht nicht formen, weil die das selber tun - nach eigenem Gusto. Zweitens sind viele Elemente wahre Leistungsbomben, so dass man sie weit auseinandersetzen muss, sollen darunter nicht gleich paar Tausend Lux herrschen. Dann entstehen "Leuchten" mit vielen diskreten Punkten, die leider Gottes die ganze Dekoration in Shops u.ä. zunichte machen (so gesehen in einem frisch renovierten Laden einer großen Kette). Während große Paneele mit den gleichen Elementen, dicht zusammengepackt, eher schön aussehen, blenden die Ketten bei gleicher Leuchtdichte der Elemente.

Langsam lernen wir den Umgang mit LED. Bislang sind 20 Jahre ins Land geflossen. Die nächsten 20 sollen's bringen. Bis dahin viel Spaß mit den Irrungen und Wirrungen der von oben verordneten Technik der Lampen - Pardon Lichtquellen.