Posts in Category: Lichtqualität

Licht und SAP

04.03.2013

SAP MACHT IHRE MITARBEITER KRANK

Als ich das neueste Heft von Mensch und Büro las, dachte ich, mich trifft der Schlag. Die Zukunft der Büros bei SAP wird durch eine sogenannte Voutenbeleuchtung erhellt. Die sieht so toll aus, weil die Lampen vor den Mitarbeitern versteckt werden. Vielmehr sieht sie gar nicht aus, denn man sieht keine Beleuchtung. Ein Grauen für jeden aufrichtigen Beleuchter. Wäre es gestern gewesen, hätte die SAP bestimmt gegen die Lichtnormen verstoßen. Und das macht bekanntlich die Mitarbeiter krank.

Falls das nicht reicht, steht noch eine Wohnzimmerleuchte im Raum. Igitt! Das sind doch Lichttöter? Wie man es richtig macht, hat uns ein Ing. aus Österreich erklärt. Man nehme einen Bildschirm, der spiegelt, kippe ihn 20° nach hinten, damit er richtig spiegelt. Dann schneide man den Leuchten den Teil des Lichts ab, den sie gerne auf den Bildschirm geworfen hätten, aber nicht mehr dürfen. Fertig ist das Wunderwerk BAP wie Bildschirmarbeitsplatzleuchte. Kein Licht auf dem Bildschirm, keine Spiegelung. Ich meine, theoretisch …

Ich schätze mal, der Österreicher wurde bei uns aktiv, weil die Ösis viel zu klug sind, um den Unsinn zu Ende zu hören. Dieser Österreicher hatte seine Idee einst als „dark light“ erfunden, so etwa anno 1969. Lange bevor die Linken den Marsch durch die Institutionen aufgerufen hatten, hatte er sich auf den Weg gemacht, eben den Marsch anzutreten. Mein Prof. erklärte uns Studenten, jeder flöge hochkant aus der Prüfung, wenn er von dark light spricht, Licht sei hell und es bliebe dabei. Bei ihm war also nichts zu holen. Ab zum Leiter der Leuchtenplanung der - damals - größten Firma. Die ist auch heute noch groß, aber nicht mehr in Sachen Licht (hier mehr).

Dieser und sein Vorstand witterten die Chance zum größten Scoop der Geschichte der Laternenmacherzunft: Ein neuer Name und ab geht die Post. Der Professor, der dark light nicht mochte, war gestorben. Nur noch ein Hindernis war aus dem Weg zu räumen, eine Weisheit im „Handbuch für Beleuchtung“. Die besagte, dass tiefstrahlende Leuchten nur für Sonderaufgaben einzusetzen seien. Zudem hieß es, „Können nur direktstrahlende Leuchten eingesetzt werden, so sollten sie möglichst großflächig sein“. Ansonsten sollte man die Decke und die Wände mit einer Zusatzbeleuchtung aufhellen.  Ach, was! Leute, die Leuchten kaufen bzw. einen Elektriker bestellen, um diese an die Decke zu schrauben, lesen nicht das Handbuch für Beleuchtung. Und Lichtplaner, die es lesen, kann man mit einer Beleuchtungsnorm zur Räson bringen. Gesagt, getan! Und dass der Protagonist der direktstrahlenden Zukunft das Handbuch mitgeschrieben hatte? Geschenkt.

So etwa seit 1979 wehrt man sich gegen die tolle Erfindung. Man ist leider nicht alle. Zuerst fanden die Leuchte nur die Erfinder gut, der Rest der Gilde übte sich in Enthaltung oder Kritik. Bis er merkte, dass sich gut Geld machen ließ mit der Wunderleuchte. Und die Beleuchtungsnorm hatte ganzheitlich alle Probleme geregelt: z.B. so: „Anmerkung: Auch helle Oberbekleidung kann zu störenden Spiegelungen auf dem Bildschirm führen. …“ Nur das Feingerippte blieb von der Norm unbehelligt, weil kein Licht in die Hose fällt.

Als alles Jammern nicht half, musste ich die Notbremse ziehen und veröffentlichte einen Artikel, der die mittlerweile genormte Leuchte als Verstoß gegen den Arbeitsschutz auswies (hier zu lesen). Mittlerweile sind auch diejenigen von dessen Wahrheitsgehalt überzeugt, die mich damals am liebsten in die Geschlossene eingewiesen hätten.

Aber dass ein Unternehmen es wagt, den schlimmsten Albtraum des Lichtmenschen zur Zukunftsvision zu erklären? Indirektbeleuchtung? Igitt, ist langweilig und ermüdend. Dazu eine Wohnraumleuchte in einem Arbeitsraum? Kann nicht wahr sein. Ob die noch irgendwo Tischlampen versteckt halten? Ich weiß, dass sie es tun.

SAP war einst von Leuten gegründet worden, die ihrem Arbeitgeber, dem größten EDV-Monopolisten seiner Zeit, nicht gehorchen wollten. Das Ketzertum der Gründer hat sich wohl auf die neuere Generation übertragen. Den Feuertod müssen sie nicht befürchten. Dürfen die SAP-Mitarbeiter jetzt weiße Hemden tragen?

Licht und Historie

07.10.2012

ES IST ERREICHT!

Nein - es geht nicht um des Kaisers Bart*. Es geht darum, was die jüngst gefeierten 100 Jahre Lichttechnik a la LiTG den Menschen gebracht haben (siehe hier). Das Ergebnis liest sich im Tagesspiegel von heute so an:

„In einer Studie des Businessnetzwerks LinkedIn bestimmen Fach- und Führungskräfte ihren Arbeitsplatz der Zukunft. In der Umfrage hat LinkedIn weltweit über 7000 Arbeitnehmer – 420 davon in Deutschland – nach ihrem „Traumarbeitsplatz“ befragt: Welche Technologien und Rahmenbedingungen wünschen Sie sich für die Zukunft? Die Studie zeigt: 37 Prozent der deutschen Fach- und Führungskräfte bevorzugen einen Arbeitsplatz, der frei ist von künstlichen Lichtquellen.“

Der sehnlichste Wunsch deutscher Führungskräfte besteht darin, dass sie von unseren Produkten unbehelligt bleiben möchten. Und der zweitsehnlichste Wunsch? „Auf Platz zwei folgt der Traum von einer imaginären „Stummtaste“, die alle Gespräche der Arbeitskollegen auf lautlos stellt (21 Prozent).“

Das dumme Geschwätz derer, die man im Augenblick nicht hören möchte, weil man sich konzentrieren muss, um Längen zu toppen! Ist doch klasse – die 100 Jahre haben sich gelohnt. Wer sich 100 Jahre auf Technik nach eigener Vorstellung konzentriert und alle anderen, die etwas beitragen könnten, vergrault, so z.B. Architekten oder Designer, erntet bestenfalls, was er gesät hat. Andere machen es besser. So hat Norwegen eine Gesellschaft, die sich um die Beleuchtung kümmert. Sie nennt sich Lyskultur wie Lichtkultur. In Schweden liest sich nur der Name der zuständigen Gesellschaft etwas anders: Ljuskultur. Die AIDI, das direkte italienische Pendant zur LiTG, versteht sich als wissenschaftlich-technische und kulturelle Vereinigung. Sie konzentriert sich stark auf Lichtkultur, visuelle Ergonomie, Kunst- und Museumsbeleuchtung sowie urbane Identität. Zudem gibt es noch die APIL (Associazione Professionisten dell'Illuminazione): Ein eigenständiger italienischer Verband speziell für unabhängige Lichtdesigner. Der Fokus liegt rein auf dem kreativen, architektonischen Entwurfsprozess, frei von Herstellerinteressen. In Japan verknüpft die Lichtgesellschaft IEIJ technische Forschung extrem stark mit ästhetischen Prinzipien der japanischen Raumwahrnehmung (Schattenwirkung, Materialtextur, Verschmelzung von Innen- und Außenraum).

* „Es ist erreicht“ ist das berühmteste Produkt von Haby, Bartwichse samt Bartbinde für den Kaiser. „Donnerwetter - tadellos“ war eine Bartpomade, „Wach auf“ eine Rasierseife, und „Ich kann so nett sein“ ein Damenshampoo. Man sieht, dass Haby nicht nur dem Kaiser um seinen Bart ging.

Licht und Ökologie

11.09.2012

SUPER A-KLASSE ODER A+++++

Heute Nacht hat sich die Oberklasse der Lichttechnik aus Europa (sofern der deutschen Sprache mächtig) ein Stelldichein in der Kalkscheune in Berlin gegeben. Der Anlass war erhaben: Die Deutsche Lichttechnische Gesellschaft LiTG wurde 100 Jahre alt. So etwas muss gefeiert werden. Und das geschah auf einer Tagung, die zum 20. Mal so stattfindet: Die entsprechenden Gesellschaften von Deutschland, Österreich und der Schweiz, getrennt durch die gemeinsame Sprache, und die Niederlande, veranstalten ihre Lichttagung abwechselnd hier und in einem der anderen drei Länder. Eine schöne Tradition, die wenigstens der Lichttechnik die Vereinnahmung durch die englische Sprache erspart hat. 

Wer so etwas feiert, muss irgendwie vorführen, was er in den 100 Jahren geschafft hat. Dazu gab es eine Lichtinstallation, deren Bedeutung den Gästen verborgen blieb, die sich nur im Außenraum aufhielten. Ganz so nach Tanz der Vampire sahen wir nicht aus, aber fast. Eine schöne Gesellschaft!

Das Geheimnis der Illumination konnten wir trotz Grübelns nicht lüften: Wir waren in einer Umgebung, in der viel Licht, aber keine Farbe war. Außer einer: das fahle Gelb der Natriumdampfniederdrucklampe. Eine ganze Festgesellschaft ohne Farbe! Uffff! Dabei ist die Idee gar nicht neu - die Lampe entwickelt aus wenig Watt viel Lumen, so wie man in Holland aus wenig Erde viele Tomaten zieht. Die haben aber, wenn auch keinen Geschmack, wenigstens Farbe. So hatte einst ein hohes Tier von einer Lampenfabrik dieses Prachtstück in die Innenraumbeleuchtung einbringen wollen. Was freilich misslang, weil mein damaliger Chef dem Mann androhte, die Lampe zuerst im Raum dessen Sekretärin zu installieren. Wir als Studenten frotzelten, man könnte doch die Mädels von der Straße des 17. Juni damit vertreiben, weil entweder diese, die Mädels, wie bleiche Geister aussehen würden, oder die Freier wie Zombies. Auf jeden Fall wäre der Liebesbazaar zu Fall gekommen, weil keine Liebe zustande.

Das Projekt wurde vom Berliner Senat nicht angenommen. Aber, es muss jemanden geben, der Satire aufgreift, auch wenn sie paar Jahrzehnte alt ist. Grauen lass nach! Übrigens, die Idee mit der Lampe, die in die Norm kommen sollte, stammte aus dem gleichen Land wie die Tomaten.

Die Demo ist super gelungen: Wenn wir nach der Abschaffung der Glühlampe und der Abschlaffung der Förderfront für die Energiesparlampe eine noch bessere Sparklasse suchen, können wir zu A+++ der Lampen greifen. Bislang erfüllt nämlich nur diese die Anforderungen.

Licht ohne Farbe! Ich lasse die Drohung meines ehemaligen Chefs wahr machen und sämtliche Büros der EU-Verwaltung in Brüssel mit Na-Licht ausstatten. Dann sehen sie vielleicht, was sie anrichten. Oder dem Ideengeber seine Tulpenfelder. Alle Tulpen Hollands in nur einer Farbe!

Licht und Ökologie

01.09.2012

DAUERLICHT FÜR 50.000 STUNDEN

Ob es jemand weiß, wie lange 50.000 Stunden dauern? So lange soll eine LED-Lampe nämlich halten, wenn sie hält, was sie verspricht. Mir war vor 5 Jahren in den USA aufgefallen, dass viele Verkehrsampeln tote LEDs enthielten. So lange gibt es aber keine LEDs, mit denen man Beleuchtung betreibt. Denn 50.000 h sind rund 5,8 Jahre ununterbrochener Betrieb. Da Ampeln ja maximal die Hälfte der Zeit an sind (in der anderen Hälfte ist die andere Farbe dran), dauert es 11,6 Jahre, bis die Ampel ausfallen darf. 

Als ich meine Verwunderung einigen Fachleuten erzählte, sagten diese sofort, es gäbe ein thermisches Problem. So kam es wohl bei einer Segeljacht dazu, dass die kaum ein Jahr alten LEDs zu einem erheblichen Teil ausgefallen waren. Die Restlichen glimmten vor sich hin oder flackerten. 

Kann ja sein, dass der Besitzer der Jacht Geld gespart hat. Hätte er bei Stiftung Warentest gelesen, bevor er sich an den Einkauf gemacht hat, hätte er was Besseres eingebaut. Die Stiftung hat pünktlich zum Fest, ich meine zur Abschaffung der Glühlampe, einen Testbericht über lohnende Alternativen veröffentlicht. Hätte unser Jachtbesitzer z.B. etwas Geld locker gemacht und eine PAULMANN LED für rund 20,-- gekauft, wüsste er, was Qualität heißt. Das gute Stück hat sein Leben nach weniger als 500 Stunden ausgehaucht. Kein Wunder – LED ist Zukunftstechnik. Erst leuchtet sie ein bisschen, dann wird sie irgendwann mal 50.000 Stunden leuchten.

Also waren 20 € zu wenig, um Qualität zu kaufen. Man greife nach der teuersten LED im Test. Die kostet 26,20 €. Da muss Qualität drin sein. Nicht nur das - die Lampe ist intelligent dazu. Sie hat sich, immer wenn es warm wurde, einfach abgeschaltet. 16East Crystal LED heißt das gute Stück.

Dem Testbericht habe ich noch entnommen, dass es besonders gute Lampen aus früheren Tests gibt. So auch Osram Parathom Pro Classic A 80 für schlappe 42,00 € oder Philips MyAmbiance dimmable für sogar 2 € weniger. Die Letztere lässt sich sogar dimmen.

 

Da weint keiner der Glühlampe nach, die man im Sixpack für 2 € kaufen konnte und dimmen mit einem trivialen Widerstand. Komfortable Geräte der Marke Intimat (Siemens) kosteten auch nicht die Welt. Man sieht, dass Sparen sich lohnt.

Hier die Links zu den Artikeln im Tagesspiegel und in der Morgenpost:

Nach dem Glühbirnen-Verbot Energiesparlampen enttäuschen
Wie gut die Alternativen zur Glühlampe sind

Licht und Kinder

21.07.2012

KINDER ALS VERSUCHSOBJEKT NOCH EINMAL

Gestern hatte ich das Blaue Wunder aus Hamburg dargestellt (das Video steht in der ARD-Mediathek nur noch 6 Tage zur Verfügung, bitte nicht versäumen). Heute habe ich noch Lustigeres erfahren. Wo? Das verrate ich sehr gerne: Ein Professor, der sich „Nutzerzentrierten Technologien“ verschrieben hat, hat in einem seriösen wissenschaftlichen Beitrag eine Literaturstelle zitiert, der ich gerne nachgefolgt bin. Es geht um die Dynamik des Lichts für Schulen. Wie trägt man die doofen deutschen Schüler auf den Pisa-Gipfel? Pardon, es geht nur um die Nordlichter, denn auch dieser Beitrag stammt aus dem hohen Norden, aus Kiel. Macht doch nichts. Auch Nordlichter wollen große Leuchten werden!

Diesmal geht es nicht mehr allein um dynamisches Licht und dynamisierte Schulkinder, sondern auch um die Energieeffizienz. Uns hatten die Leute aus der Hamburger Verwaltung ins Ohr geflüstert, dass das dynamische Licht so etwa 2,5 mal so viel Strom erfordere als die gute alte statische Beleuchtung. Sie müssen sich fürchterlich geirrt haben. Denn die Literaturstelle zeigt, dass die keinen blassen Schimmer von Tuten und auch sonst nicht haben. Der Beitrag „School Vision Dynamisches Licht und energieeffiziente Beleuchtung in Schulen“ auf dem Energieworkshop für Schulen in Kiel (2010) weist eindeutig nach, dass „Die Beleuchtungsanlage Dynamisches Licht EnEV-konform ist!“ Ich weiß zwar immer noch nicht, wie das gehen soll, wenn man blaues Licht erzeugen will, aber man kann es selber lesen. Irgendwie muss es gehen, wenn genug Geld dahintersteckt. Wenn das Projekt "School Vision …" heißt und sich auch noch mit der "energieeffizienten" Beleuchtung beschäftigt, dürfte das Geld kräftig sprudeln. Ich habe den Beweis gefunden, dass der Segen der dynamischen Beleuchtung nicht nur bei den Nordlichtern in Germanien ankommt, sondern über alle Länder niedergeht. "School Vision" soll wohl das Schlagwort für die Schulbeleuchtung allgemein werden.

Was von Hamburger Schülern unter der altmodischen Beleuchtung zu halten ist, hat die Autorin treffend dargestellt:

Nun kommt das EnEV-konforme energieeffiziente dynamische Licht ins Spiel (das Bild gab es schon einmal, aber nie so schön)

Und Nu? Das Wunder ist perfekt: Es heißt: Die Universitätsklinik (UKE) in Hamburg hat eine wissenschaftliche Studie mit Dynamischem Licht in Schulen durchgeführt. Die Beleuchtung kommt von P. ...!

• Das Ergebnis belegt:

Schön, dass die Schulkinder kaum mehr Bewegungsunruhe zeigen. Gestern hatte der Professor, der das Ganze angezettelt hat, noch von 20 % gesprochen. Wer wissen will, welche 20 % er gemeint hat, kann sich das Video noch einmal ansehen. Ist ja richtig sehenswert. Heute sind es satte 35% bei der Lesegeschwindigkeit, und 45% weniger Fehler bei einem Test. Und vor allem: Die Kinder werden endlich ruhiger!

Wer sich für den Test interessiert, bei dem das blaue Licht um 45% besser abschneidet: Es handelt sich hierbei um den d2-Aufmerksamkeits-Belastungs-Test von Rolf Brickenkamp und er ist für Personen von 9 bis 60 Jahren validiert. Nicht für die 8-jährigen Teilnehmer dieser Studie. Ach was, wer wird denn so pingelig sein? Und es ergibt 7 Kriterien, nach denen das Ergebnis bewertet wird, nicht nur die Fehlerhäufigkeit. Wo sind die anderen geblieben? Auch so eine pingelige Frage!

Neueste Untersuchungen haben ergeben, dass die Fehlerskalen weniger reliabel sind (man frage Prof. Dr. G. H. Franke/S. Jäger, M.Sc. Hochschule Magdeburg/Stendal). Ach was! Solche Leute vermiesen einem aber alles.

Und die beiden Herrschaften, die das Testverfahren geprüft haben, sagen aus: „d2 bildet lediglich Tempo und Sorgfalt des Arbeitsverhaltens bei der Unterscheidung ähnlicher visueller Reize ab." Heißt so viel wie: Der Test ist auch von der visuellen Umgebung abhängig. Hat man den Test unter gleichen visuellen Bedingungen durchgeführt? Wie sollte man denn? Gerade die wurden geändert.

Uns hatte Brickenkamp vor langer Zeit angegeben, dass der Test einen sehr starken Lerneffekt aufweist. So um die 25% …

Wer sich die Studie näher anschaut, wird herausfinden, dass die erforderliche Validität geprüft worden ist, allerdings mit Erwachsenen! Eine Studie mit Grundschulkindern validieren mit Erwachsenen? So viel zur Methodik. (In dem Kasten rechts ist eine Kurzfassung einer US-amerikanischen Replikation der Studie zu lesen. Die Originalquelle ist als Volltext verfügbar.)

Solche Dinge kümmern Leute nicht, die Produkte zu verkaufen haben. Warum sollten sie auch, wenn vom Staat besoldete Professoren im Fernsehen Licht statt Espresso predigen? (Bitte Video noch einmal ansehen) Man nehme an, das stimmt. Wer möchte um die 16 Stunden am Tag einen Espresso trinken? 

 

Dazu sagt die US-amerikanische Replikation der Studie (Illuminating the Effects of Dynamic Lighting on Student Learning von Michael S. Mott, Daniel H. Robinson, Ashley Walden, Jodie Burnette, and Angela S. Rutherford): 

In jüngsten Forschungsarbeiten wurden die Beleuchtungsvariablen Farbtemperatur und Beleuchtungsstärke hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf Schlaf, Stimmung, Fokus, Motivation, Konzentration sowie Arbeits- und Schulleistung untersucht. … Insgesamt 84 Drittklässler wurden entweder einer „Fokus“-Beleuchtung (6000 K, durchschnittlich 100 fc) oder einer normalen Beleuchtung ausgesetzt. Die Fokus-Beleuchtung führte zu einem höheren prozentualen Anstieg der Leseflüssigkeit beim Vorlesen (36 %) als die Kontrollbeleuchtung (17 %). Hinsichtlich Motivation oder Konzentration wurden keine Auswirkungen der Beleuchtung festgestellt, 

Bei Fehlern und Intelligenz fand man wohl nichts, weil bereits das Suchen überflüssig war.

Die Schüler haben in der Testsituation schneller gelesen. Bei der dynamischen Beleuchtung lasen sie etwas schneller. das war alles.