Posts Tagged: Lebensdauer

Licht und Lügensdauer

11.05.2014

Kennste Statistik?

Dieser Kandelaber hängt in einem der ältesten Vereine von Deutschland.Den Ehrenplatz in diesem Blog hat er aber nicht wegen seines Alters ergattert, sondern wegen des Alters der Lampen, die sich dieses Biotop teilen. Vor einigen Jahren, als es in war, die Ökologie der künstlichen Helligkeit im Wahlkampf zu missbrauchen und die Energiesparlampe heilig zu sprechen, wurden darin die Glühlampen ausgetauscht. Deren Ökobilanz soll miserabel sein, während die Energiesparlampe allein wegen ihrer Lebensdauer alle schlägt, ähhh…, schlagen soll. Die betrug nach unserem jetzigen Vizekanzler 10.000 Stunden.

Zurück zu unserem Kandelaber. Darin sind 6 Lampen eingeschraubt, von denen eine bereits das Zeitliche gesegnet hat, wie man sieht. Die kann aber unmöglich schon 10.000 h hinter sich gebracht haben. Jedenfalls nicht in aktivem Zustand. Die anderen 4 leuchten recht unterschiedlich hell. Heißt: Sie sind unterschiedlich gealtert. Wie kann denn das sein, wenn sie noch recht jung sind? Hier ist mir die Frage egal, denn es geht um die 6. Lampe: Offenbar war die 6. Lampe recht vor kurzem ausgefallen und ist durch eine LED-Kreation ersetzt worden. Die lebt bekanntlich 50.000 Stunden. Alle Facility Manager oder Lampeneinschrauber sind entzückt: Da 50.000 h aktives Leben für eine Lampe z.B. in einem Bürohaus 170 Jahren Betrieb entsprechen (Grundlage: 4 h am Tag, 220 Tage im Jahr), und die heutigen Bürohäuser nicht einmal 70 Jahre überleben, muss man keine Lampen mehr ausschrauben. Einschrauben, anwerfen, glücklich beleuchtet sein, bis das Haus zusammenkracht. Was das bedeutet, erkläre ich ein andermal.

Wann bricht das Lügengebilde um die Lebensdauer von LEDs zusammen? Ich glaube, nie. Die Leute wollen die Story einfach glauben. Oder würden Sie sich das antun? ("Grundlagen ingenieurwissenschaftlichen Arbeitens (GIA), von Dr.-Ing. Viga") Oder die diversen Abhandlungen über MTBF oder Systemlebensdauer? Ganz ernste Ingenieure schreiben: L70  B10 C10 F10. Was das bedeutet, erkläre ich ein andermal.

Licht und Ökologie

11.09.2012

SUPER A-KLASSE ODER A+++++

Heute Nacht hat sich die Oberklasse der Lichttechnik aus Europa (sofern der deutschen Sprache mächtig) ein Stelldichein in der Kalkscheune in Berlin gegeben. Der Anlass war erhaben: Die Deutsche Lichttechnische Gesellschaft LiTG wurde 100 Jahre alt. So etwas muss gefeiert werden. Und das geschah auf einer Tagung, die zum 20. Mal so stattfindet: Die entsprechenden Gesellschaften von Deutschland, Österreich und der Schweiz, getrennt durch die gemeinsame Sprache, und die Niederlande, veranstalten ihre Lichttagung abwechselnd hier und in einem der anderen drei Länder. Eine schöne Tradition, die wenigstens der Lichttechnik die Vereinnahmung durch die englische Sprache erspart hat. 

Wer so etwas feiert, muss irgendwie vorführen, was er in den 100 Jahren geschafft hat. Dazu gab es eine Lichtinstallation, deren Bedeutung den Gästen verborgen blieb, die sich nur im Außenraum aufhielten. Ganz so nach Tanz der Vampire sahen wir nicht aus, aber fast. Eine schöne Gesellschaft!

Das Geheimnis der Illumination konnten wir trotz Grübelns nicht lüften: Wir waren in einer Umgebung, in der viel Licht, aber keine Farbe war. Außer einer: das fahle Gelb der Natriumdampfniederdrucklampe. Eine ganze Festgesellschaft ohne Farbe! Uffff! Dabei ist die Idee gar nicht neu - die Lampe entwickelt aus wenig Watt viel Lumen, so wie man in Holland aus wenig Erde viele Tomaten zieht. Die haben aber, wenn auch keinen Geschmack, wenigstens Farbe. So hatte einst ein hohes Tier von einer Lampenfabrik dieses Prachtstück in die Innenraumbeleuchtung einbringen wollen. Was freilich misslang, weil mein damaliger Chef dem Mann androhte, die Lampe zuerst im Raum dessen Sekretärin zu installieren. Wir als Studenten frotzelten, man könnte doch die Mädels von der Straße des 17. Juni damit vertreiben, weil entweder diese, die Mädels, wie bleiche Geister aussehen würden, oder die Freier wie Zombies. Auf jeden Fall wäre der Liebesbazaar zu Fall gekommen, weil keine Liebe zustande.

Das Projekt wurde vom Berliner Senat nicht angenommen. Aber, es muss jemanden geben, der Satire aufgreift, auch wenn sie paar Jahrzehnte alt ist. Grauen lass nach! Übrigens, die Idee mit der Lampe, die in die Norm kommen sollte, stammte aus dem gleichen Land wie die Tomaten.

Die Demo ist super gelungen: Wenn wir nach der Abschaffung der Glühlampe und der Abschlaffung der Förderfront für die Energiesparlampe eine noch bessere Sparklasse suchen, können wir zu A+++ der Lampen greifen. Bislang erfüllt nämlich nur diese die Anforderungen.

Licht ohne Farbe! Ich lasse die Drohung meines ehemaligen Chefs wahr machen und sämtliche Büros der EU-Verwaltung in Brüssel mit Na-Licht ausstatten. Dann sehen sie vielleicht, was sie anrichten. Oder dem Ideengeber seine Tulpenfelder. Alle Tulpen Hollands in nur einer Farbe!

Licht und Ökologie

01.09.2012

DAUERLICHT FÜR 50.000 STUNDEN

Ob es jemand weiß, wie lange 50.000 Stunden dauern? So lange soll eine LED-Lampe nämlich halten, wenn sie hält, was sie verspricht. Mir war vor 5 Jahren in den USA aufgefallen, dass viele Verkehrsampeln tote LEDs enthielten. So lange gibt es aber keine LEDs, mit denen man Beleuchtung betreibt. Denn 50.000 h sind rund 5,8 Jahre ununterbrochener Betrieb. Da Ampeln ja maximal die Hälfte der Zeit an sind (in der anderen Hälfte ist die andere Farbe dran), dauert es 11,6 Jahre, bis die Ampel ausfallen darf. 

Als ich meine Verwunderung einigen Fachleuten erzählte, sagten diese sofort, es gäbe ein thermisches Problem. So kam es wohl bei einer Segeljacht dazu, dass die kaum ein Jahr alten LEDs zu einem erheblichen Teil ausgefallen waren. Die Restlichen glimmten vor sich hin oder flackerten. 

Kann ja sein, dass der Besitzer der Jacht Geld gespart hat. Hätte er bei Stiftung Warentest gelesen, bevor er sich an den Einkauf gemacht hat, hätte er was Besseres eingebaut. Die Stiftung hat pünktlich zum Fest, ich meine zur Abschaffung der Glühlampe, einen Testbericht über lohnende Alternativen veröffentlicht. Hätte unser Jachtbesitzer z.B. etwas Geld locker gemacht und eine PAULMANN LED für rund 20,-- gekauft, wüsste er, was Qualität heißt. Das gute Stück hat sein Leben nach weniger als 500 Stunden ausgehaucht. Kein Wunder – LED ist Zukunftstechnik. Erst leuchtet sie ein bisschen, dann wird sie irgendwann mal 50.000 Stunden leuchten.

Also waren 20 € zu wenig, um Qualität zu kaufen. Man greife nach der teuersten LED im Test. Die kostet 26,20 €. Da muss Qualität drin sein. Nicht nur das - die Lampe ist intelligent dazu. Sie hat sich, immer wenn es warm wurde, einfach abgeschaltet. 16East Crystal LED heißt das gute Stück.

Dem Testbericht habe ich noch entnommen, dass es besonders gute Lampen aus früheren Tests gibt. So auch Osram Parathom Pro Classic A 80 für schlappe 42,00 € oder Philips MyAmbiance dimmable für sogar 2 € weniger. Die Letztere lässt sich sogar dimmen.

 

Da weint keiner der Glühlampe nach, die man im Sixpack für 2 € kaufen konnte und dimmen mit einem trivialen Widerstand. Komfortable Geräte der Marke Intimat (Siemens) kosteten auch nicht die Welt. Man sieht, dass Sparen sich lohnt.

Hier die Links zu den Artikeln im Tagesspiegel und in der Morgenpost:

Nach dem Glühbirnen-Verbot Energiesparlampen enttäuschen
Wie gut die Alternativen zur Glühlampe sind

Licht und Energiesparlampen

22.03.2012

ACH,JA! ENERGIEEFFIZIENZ …

Als was könnte man ein Treffen von Politikern, die sich mit Energie beschäftigen, und Lobbyisten der Lichtindustrie noch bezeichnen? Pow Wow, wenn jeder für jede Lüge eine Minute rot werden würde. So nennt man die Palaververanstaltungen von Rothäuten. Man möge mir die politische Incorrectness verzeihen, erstens, es gibt keine Indianer, und zwotens, ihre Haut ist nicht rot. Dieses Bild habe ich vor einigen Stunden am Flughafen in München aufgenommen. Es zeigt drei der Wunderdinge, die uns die Überflutung der Norddeutschen Tiefebene infolge der CO2-Emissionen ersparen sollen. Vor zwei Jahren hatte ich Gabriel (nicht den Erzengel) herausposaunend dargestellt, wie die Energiesparlampe uns einen frühen nassen Abgang in die ewigen Jagdgründe ersparen würde. Das obige Bild zeigt deutlich, was Sache ist. Eine der Lampen leuchtet, was das Zeug hält. Die Rechte hingegen hat es vorgezogen, Gabriels Botschaft zu widerlegen. Die Lebensdauer von 10.000 Stunden hat sie wohl nicht erreicht. Die mittlere lebt zwar noch, aber gerade noch … Da soll mir einer sagen, die sei energieeffizient. 10.000 Stunden gibt es die Dinger doch nicht? Immerhin sind sie besser als die LED, die 30 Jahre halten sollen, aber auch in ähnlicher Dreisamkeit erwischt werden könnten.

Was das Bild nicht zeigt, sieht man unten. In München ist gerade die Zeit abgelaufen, zu der man Münchnern Weißwürstl serviert (Zuagroaste ausgenommen). Und die Sonne scheint bis Sizilien.

Und? Wozu braucht ein Mensch bei Sonnenschein an einem 4 m hohen Fenster an einem direkt am Südfenster angeordneten Tisch Licht von Energiesparlampen? Eigentlich müssen die Lampen überhaupt nicht brennen, weil die Dekoleuchte genügend Licht von der Sonne einsammelt.

Noch ein Wort zur Lebensdauer. Bei uns haben drei Lampen nach wenigen Wochen ihren Geist aufgegeben. Sie wurden nicht standesgemäß beerdigt, sondern an den Hersteller zurückgeschickt. Der hat sich entschuldigt, weil irgendwelche Transistoren kaputtgegangen seien. Transistoren? Ich war ein Jüngling, als es die noch gab, und der Kaiser hatte noch nicht angefangen, Fußball zu spielen, weil die Windeln so drückten. Keine Sorge, der Hersteller ist so unmodern nicht. Sein Computer hat uns drei neue Lampen der billigsten Sorte zugeschickt. Wir hatten ihm aber so ziemlich die teuersten reklamiert. Er, der Hersteller, hat sich entschuldigt, und schickt drei Richtige. Die anderen dürfen wir behalten. Wozu aber?

Irgendwie erinnert mich die ganze Geschichte an meine sehr frühe Jugend. Da gab es Gelehrte, denen man glauben konnte, und Polizisten, die den Missetätern auf die Finger klopften. In England hieß der Hauptdarsteller sogar Mr. Punch, weil er jedem, der Unsinn erzählte, einen auf die Fr.… gab. Schade, eigentlich…