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Licht und Sicht

02.07.2012

MACHT KAPUTT, ABER NICHT ALLES!

Gestern musste ich über die neue Arbeitsstättenverordnung sinnieren. So neu ist sie auch wieder nicht, aber sie ist vielen immer noch fremd, obwohl sie 2004 veröffentlicht wurde. Die Mitarbeiter der DGUV, so heißen die ehemaligen Berufsgenossenschaften heute, die den Betrieben auch mal Auflagen machen müssen, können sich nicht mehr auf die ArbStättV berufen, in der z.B. zu lesen stand: „Die freie unverstellte Fläche am Arbeitsplatz muß so bemessen sein, daß sich die Arbeitnehmer bei ihrer Tätigkeit unbehindert bewegen können. Für jeden Arbeitnehmer muß an seinem Arbeitsplatz mindestens eine freie Bewegungsfläche von 1,50 m² zur Verfügung stehen. Die freie Bewegungsfläche soll an keiner Stelle weniger als 1,00 m breit sein.“, sondern „Die freie unverstellte Fläche am Arbeitsplatz muss so bemessen sein, dass sich die Beschäftigten bei ihrer Tätigkeit ungehindert bewegen können.“ Die Maße sind also entfallen. So etwas nennt man Deregulierung und sie soll Leuten helfen, die von Vorschriften stranguliert wurden. Tolle Sache! Wie sie funktionieren kann, sieht man an den Banken. Durch die Deregulierung der Finanzmärkte hatten sie endlich die Freiheit, nicht nur sich selbst zu versenken, sondern etliche einst stolze Volkswirtschaften mit. Die allergrößte Volkswirtschaft aller Zeiten wackelt immer noch. So musste dieser Tage unsere die Freiheit über alles liebende FDP einer neuen Steuer zustimmen, die Jürgen Trittin im Bundestag mit den Worten kommentierte: „Das ist, als wenn der Papst mit Volker Beck auf Christopher Street Day für sexuelle Selbstbestimmung demonstriert.“ Die grenzenlose Freiheit der Banken dauerte keine zwei Jahrzehnte. Seit 2008 versuchen die Großkopferten der Politik, die Trümmer wegzuräumen. Mal sehen, welche Leichen noch drunter liegen.

Die Täter, die die ArbStättV hingerichtet haben, heißen Edi Stoiber und Wolfgang Clement. Ausgenutzt haben sie die Tatsache, dass die Bundesrepublik Deutschland für drei Jahre keinen Bundesminister für Arbeit und Sozialordnung hatte. Clement war Bundesminister für Wirtschaft und Arbeit und verstand seine Aufgaben genau in dieser Reihenfolge. (Mehr über sein Leben nach dem Austritt aus der SPD in Lobbipedia.) Zwar gilt die Neufassung der ArbStättV auch als Novum, weil sie viele überflüssige Festlegungen beseitigte und stattdessen die Gefährdungsanalyse einführte. Wenn man aber lang erprobte Bestimmungen wie "Verkehrswege für Fahrzeuge müssen in einem Abstand von mindestens 1,00 m an Türen und Toren, Durchgängen, Durchfahrten und Treppenaustritten vorbeiführen." durch "(4) Verkehrswege für Fahrzeuge müssen an Türen und Toren, Durchgängen, Fußgängerwegen und Treppenaustritten in ausreichendem Abstand vorbeiführen." ersetzt, erzeugt man innerbetriebliche Diskussionen, die am Ende wieder bei einem Meter enden. 

Bei der Renovierung der ArbStättV wurden nicht nur so überflüssige Maße wie die Breite des Bewegungsraums beseitigt. Wer braucht denn so was? Auch ein Alleinstellungsmerkmal der Republik fiel ihr zum Opfer: Die BRD ist das einzige Land der Erde gewesen, in dem jeder Arbeitnehmer ein gesetzlich verbrieftes Recht auf freie Sichtverbindung nach außen hatte. Seit 2004 gilt das nicht mehr. Wozu auch? Clements Klientel, z.B. die Leiharbeitsbranche, braucht keine Gesetze, die Leute begünstigen, die den ganzen Tag aus dem Fenster gucken. Das sollen die abends zu Hause. Mal sehen, wie lange  der Staat es durchhält, dass alle Deutschen gegen die Abschaffung der Sichtverbindung sind, deren Bedeutung höchstrichterlich bestätigt wurde.

So ganz ist der Coup doch nicht gelungen, die neue Vorschrift heißt immer noch „3.4 Beleuchtung und Sichtverbindung“. Von Sichtverbindung nach außen ist indes leider, leider keine Rede mehr. Vielleicht darf man in die Röhre gucken? Das tut ein Arbeitnehmer sicherlich, wenn er klagt.

Eigentlich schade, denn als der Herr Ex-Bundesminister noch politischer Redakteur, Ressortleiter und stv. Chefredakteur der Westfälischen Rundschau war, hatte das Bundesland, das er später als Minister und Ministerpräsident lenken sollte, NRW, meinem früheren Chef, Prof. Jürgen Krochmann, viel Geld gegeben, um die Kommunikation mit der Außenwelt zu untersuchen. Die betreffende Studie haben Zeitgenossen auch mal als Zeitenwende bezeichnet.

Und? Was bringt u8ns das? Als das besagte Projekt lief, glaubte man andernorts und in der Wissenschaft, Fenster seien überflüssig, und nicht nur in Amerika, dem Land der unbegrenzten Absurditäten, sondern sogar in Berlin wurden Schulen ohne Fenster gebaut. NRW hingegen wollte eine gute Begründung für Fenster haben. Sie wurde geliefert und kam eben in die ArbStättV von 1975. Anderswo hat man sogar noch schlagkräftigere Argumente pro Sichtverbindung erarbeitet: Sowohl aus Korea als auch aus den USA gibt es Studien, die nachgewiesen haben, dass die Qualität der Aussicht nach außen die Heilung von Kranken beschleunigt, den Krankenhausaufenthalt verkürzt und den Konsum an Schmerzmitteln reduziert. (R.S. Ulrich: View through a window may influence recovery from surgery)

Bei so vielen gegenläufigen Erkenntnissen eine Vorschrift abzuschaffen, war mit Sicherheit nicht dadurch motiviert, dass dem Arbeitnehmer gedient werden sollte. Dem Arbeitgeber nützt die sicherlich auch nicht, weil auch der sich Sorgen um die Sicherheit und Gesundheit seiner Mitarbeiter macht. Bleibt die „Wirtschaft“! Wenn man Kranke mit guter Aussicht heilt, bzw. Gesunde gesund hält, wie füllt man die Krankenhäuser und die Kassen der Pharmaindustrie? Kleiner Scherz – der Minister war nie Lobbyist von Bayer Leverkusen, sondern eher des russischen Beratungsunternehmens Energy Consulting – und solche Unternehmen verloren eher durch die neue ArbStättv. Die schreibt nämlich Tageslicht als Beleuchtung vor. Damit spart man Energie. Wie kommt diese aber ohne Fenster in die Arbeitsstätte? Wie es geht, steht in „Das Lalenbuch. Wunderseltsame, abenteuerliche, unerhörte und bisher unbeschriebene Geschichten und Taten der Lalen zu Laleburg“ geschrieben. Das Buch erschien später mit anderem Titel, der den gemeinten Streich genau bezeichnet. Auch Leute, die nie etwas von Lalebuch gehört haben, wissen, was ein Schildbürgerstreich ist.

Licht und Wahrheit

12.05.2012

AM ENDE SIEGT SIE DOCH …

Soeben hat der Schiedsrichter Gagelmann das Spiel im Olympiastadion Berlin abgepfiffen. Man hörte aber bereits vor Minuten, dass es den Bayern nicht mehr so gut ging. Die Dortmunder ließen die Böller krachen. Man hörte ihre Schmähgesänge bis zu uns. Aus dem Fenster sah ich die Raketen in den klaren Himmel steigen. Eine dreimalige Genugtuung für mich.

Lassen wir die Begleitumstände beiseite, die z.B. von Magdalena Neuner und Jürgen Klopp personifiziert werden, zwei der Besten des deutschen Sports der letzten Jahre, und die sympathischsten ziemlich ohne Konkurrenz. Beide spielten heute Abend große Rollen. Sie konnten mich nicht vergessen lassen, dass die Verlierer des Abends mir beinahe meine Doktorarbeit versaut hätten. Fußball und Doktorarbeit?

Vor langer Zeit wurden in Deutschland eine Olympiade und eine Fußball-WM geplant. Beide mit Olympiastadion in München im Fokus. Die sollten groß im Fernsehen rauskommen. Dazu brauchte man eine „fernsehgerechte“ Beleuchtung. Viele Leute behaupteten aber, diese wäre kalt und unfreundlich und würde daher die Fans von den Tribünen fegen. Meine Doktorarbeit sollte dies bestätigen und ggf. zeigen, wie man es besser machen könnte.

Nachdem wir viel Arbeit in die Beleuchtung der Münchener Sportstätten investiert hatten, wollte ich diese und andere deutsche Stadien von meinen Studenten bewerten lassen. Zuerst in München. Als ich mein Ansinnen dort vortrug, sagte man mir, der Eintritt für eine halbe Stunde kostete 3.000 DM. Als ich erzählte, ich hätte einen ordentlichen Anteil an der Beleuchtung gehabt, sagte man mir, da könne auch der Allgemeine Deutsche Blindenverband kommen. Njet! So besorgte ich das Geld und fuhr mit 40 Leuten vor das Stadion. Obwohl vertraglich vereinbart und im Voraus bezahlt, kamen wir nicht hinein. Man hatte das Stadion an eine Werbefirma vermietet, die mehr zahlen wollte. Dass 41 Leute von Berlin nach München angereist waren? Wer zahlt, der ist Gast. In München … Ohne uns hätte das Stadion ein Betondach und die Olympiahalle ein Gewächshaus -vor allem sehr, sehr warm! Denn die Idee mit dem Dach aus Plexiglas hat ein ehemaliger Kollege (Udo Fischer) entwickelt. Und die weniger transparente Abdeckung der Sporthalle verdankt München mir persönlich, weil ich dem Architekten vorgerechnet habe, wie warm es in einem Gewächshaus wird. Keine Klimaanlage der Welt kann so viel Wärme an die frische Luft befördern, ohne ordentliche Winde zu entfachen. So bekam die Sporthalle zwar ein Dach aus Plexiglas, darunter wurde aber eine dunkle Decke gezogen. Die heiße Luft wurde aus dem Zwischenraum abtransportiert. 

Später hat mir der Präsident des Deutschen Fußballbundes geholfen, in deutsche Stadien Eintritt zu bekommen. In allen 17 der Bundesliga. In das 18. kam ich nicht hinein. Die anderen 17 Vereine hatten mir jeweils 4 Jahreskarten geschickt, damit meine Leute zu jedem geeigneten Spiel Zutritt hatten. Und Zugang in den Innenraum mit Sitz auf der Trainerbank gewährt. Aus München bekamen wir nicht einmal eine Antwort. Daher meine große Liebe für diesen Verein. (Ausgenommen Beckenbauer und Sepp Meyer, beide haben sogar meine Fragebögen brav ausgefüllt, obwohl schon damals Kaiser und König.)

Das ist aber nicht das große Thema. An das erinnerte mich der Anblick der Arena und ihre Beleuchtung heute beim Spiel Bayern gegen Dortmund. Am Ende meiner Doktorarbeit hatte ich ermittelt, dass die gängigen lichttechnischen Vorstellungen bei Sportstätten keine Bedeutung hätten. Man dürfte die Tribünen nicht beleuchten, weil dies nicht nur die Zuschauer blendete, sondern auch das Spiel beeinträchtigte. Und dies ist unwiderlegbar belegt. Man kann es sogar Laien vorführen, sofern sie Ahnung vom Fußball haben.

Das gefiel den Herrschenden der herrschenden Meinung in der Lichttechnik nicht. Die meinten, das gesamte Stadion müsste gleichmäßig beleuchtet werden, weil ansonsten die Spieler durch die Leuchtdichteunterschiede ermüden würden. Wenn man eine solche Erkenntnis hat, nützt halt auch eine Doktorarbeit nix, die das Gegenteil beweist. Ergo? Die Firma, die der herrschenden Meinung wieder Geltung verschaffen wollte, lobte eine Doktorarbeit aus, die wieder Ordnung im Kontor schaffen sollte. Da half es nicht, dass mein Doktorvater, so gutgläubig er war, die Herrschaften informierte, die Sache wäre längst gegessen. Wir hätten nachgewiesen, dass die Blendung, die psychologische, die nunmehr erneut untersucht werden sollte, keine Bedeutung hätte. Und eine große deutsche Firma, die Stadien bereits damals sehr angenehm beleuchtete, hätte großen Gefallen an dem Ergebnis gefunden.

Manchen Firmen kann man aber so nicht kommen. Die Arbeit wurde absolviert, der Doktorand erklomm später die höchsten Weihen in der Firma. Im Jahre 2009, nach seinem Ausscheiden aus dem operativen Geschäft, hielt er einen Vortrag auf der Lux Europa zu Zukunftsaufgaben, die einer Lösung harrten. Eine von dreien, die er aufzählte, war die psychologische Blendung. Zu seinem Glück war es dunkel im Saal. Sonst hätte er gesehen, dass ich ganz schön hässlich grinste.

Heute Nacht fielen mir die über 30 Jahre Ignoranz ein, die erst dann endeten, als ein Architekturbüro genau das baute, was ich einst theoretisch ermittelt hatte. Die Architekten, Gerkan, Marg und Partner, die für den Umbau mehrere Preise, auch einen für die Beleuchtung, eingeheimst haben, haben durch Buchbeiträge ausgewiesen, dass sie sich mit den Lichttechnikern auskennen: „ Ansonsten vertrauten wir den Ingenieuren – zumeist Elektrotechnikern – mit ihren Berechnungen. Diese beschränkten sich – und tun dies auch heute noch – darauf, geforderte Luxzahlen rechnerisch nachzuweisen und dementsprechend Lichtquellen zu verteilen.“ (Meinhard von Gerkan im Jahrbuch Licht und Architektur 2000).

Früher habe ich mich wie viele Kollegen darüber aufgeregt, dass Architekten keine Ahnung von Lichttechnik haben. Heute glaube ich, die wissen sehr genau, warum sie dies auf keinen Fall haben wollen.

Licht und Medien

05.06.2012

WIE WICHTIG IST LICHT FÜR DIE MEDIEN?

Heute habe ich nach einer Zeitschrift gesucht, die etwas äußerst Wichtiges in Bezug auf Licht zum Thema hat. Sie heißt (oder hieß?) „Licht und Architektur“. Ich konnte sie nicht finden. Auch kein Zeichnen ihres Ablebens. Sie soll vorgehabt haben, mit der „Weltlichtschau“ 1997 online zu gehen. Ich schätze mal, dass die Hannover Messe, die der Weltlichtschau den Stecker gezogen hat, „Licht und Architektur“ mit in den Hades geschickt hat. Besitzt Licht überhaupt eine Relevanz für uns?

Der Bedeutung des Lichts steht das öffentliche Interesse, z.B. von Seiten des Staats, diametral gegenüber. Man stelle sich vor, jemand wollte einem anderen etwas Lebenswichtiges wegnehmen oder vorenthalten. Wie würde der Staat reagieren? Selbst bei üblichen Wertgegenständen ohne lebenswichtige Relevanz und großen Wert ahndet er eine solche Handlung bereits als Diebstahl. Jeder ertappte Ladendieb erhält eine Strafe in der Höhe von mindestens dem Zehnfachen des Preises aufgebrummt, und das beim ersten Mal und ohne Ansehen der Person. Wenn man einer Person ihre Pillendose stiehlt, in der ständig einzunehmende Medikamente aufbewahrt werden, könnte das Urteil „gefährliche Körperverletzung“ lauten. Sollte die Person infolge dieser Handlung gar das Leben verlieren, ist kaum auszumalen, was der Staatsanwalt daraus macht. Was macht dieser Hüter des Gesetzes aber, wenn jemand mir das Licht an meinem Arbeitsplatz nimmt?

Nicht wenn der böse Mensch mich abschattet wie einst Alexander den Diogenes in seiner Tonne, sondern z.B. als Arbeitgeber, der die Fassade des Gebäudes für ein Werbeplakat vermietet, mit der Folge, dass nur noch gefiltertes Licht  in den Raum kommt - wenn überhaupt. Oder in der Gestalt der CI-Abteilung des Unternehmens eine dunkle Glasfront verordnet, damit das Gebäude mit meinem Arbeitsraum eine herausragende Gestalt am Platz einnimmt. Wer glaubt, das seien fiktive Vorstellungen, kann leicht etliche Beispiele der gleichen Art in seiner Umgebung finden. Ich möchte das Gesicht des Polizeibeamten sehen, der unter der Rufnummer 110 einen Hilferuf erhält von einem, der sich von Lichtentzug bedroht fühlt. Ich schätze mal, dass er heimlich 112 anruft, damit der hilfesuchende Anrufer in die Geschlossene befördert wird.

Man kann die wahre Bedeutung des Lichts für die Gesellschaft auch an der Zahl der Institute für Lichttechnik an den Universitäten ablesen, wobei man nicht etwa befürchten muss, alle arabischen Ziffern aufbrauchen zu müssen, die es gibt. Hingegen muss man die Ziffern wahrscheinlich dreistellig ansetzen, wenn es um die Zahl der Lehrstühle für Informatik oder Betriebswirtschaft handelt.

Bei Fällen, die die sonstige Gesellschaft nicht angemessen behandelt, fühlt sich die vierte Gewalt dazu berufen, der Sache nachzugehen. Natürlich auch die fünfte. Ein Vertreter der Fünften hat eine Liste veröffentlicht, aus der wir sehen können, wie wichtig das Licht der Medien ist.(http://www.licht.de/de/info-und-service/linktipps/linktipps-zeitschriften/).

Die unter „Fachmagazine Licht und Beleuchtung“ aufgelistete Schar erreicht gerade mal eine zweistellige Zahl im unteren Bereich, auch bzw. erst wenn man Zeitschriften für Installateure oder „Schöner Wohnen“ u.ä. mit aufzählt:

  1. Licht www.lichtnet.de

  2. Highlight www.highlight-verlag.de

  3. LPi Lighting Press International www.l-p-i.de

  4. Licht Kult www.lichtfactor.de

  5. Licht + Wohnen www.lichtundwohnen-magazin.de

  6. AIT www.ait-online.de

  7. DBZ Deutsche Bauzeitschrift www.db.bauzeitung.de 

  8. IndustrieBAU www.industriebau-online.de

Weitere, einschließlich „Mein schöner Garten“ bei licht.de. Wer alle Titel abzählt und die endgültige Zahl mit der Zahl der Titel in der Abteilung  Handynavifotokeyboardvideospielewebplayerheftchen vergleicht, wird vermutlich begreifen, wie wichtig Licht ist. Oder muss abwarten, bis er mal zwei Tage ohne Licht verbringen muss.

Licht und Energiesparlampen

22.03.2012

ACH,JA! ENERGIEEFFIZIENZ …

Als was könnte man ein Treffen von Politikern, die sich mit Energie beschäftigen, und Lobbyisten der Lichtindustrie noch bezeichnen? Pow Wow, wenn jeder für jede Lüge eine Minute rot werden würde. So nennt man die Palaververanstaltungen von Rothäuten. Man möge mir die politische Incorrectness verzeihen, erstens, es gibt keine Indianer, und zwotens, ihre Haut ist nicht rot. Dieses Bild habe ich vor einigen Stunden am Flughafen in München aufgenommen. Es zeigt drei der Wunderdinge, die uns die Überflutung der Norddeutschen Tiefebene infolge der CO2-Emissionen ersparen sollen. Vor zwei Jahren hatte ich Gabriel (nicht den Erzengel) herausposaunend dargestellt, wie die Energiesparlampe uns einen frühen nassen Abgang in die ewigen Jagdgründe ersparen würde. Das obige Bild zeigt deutlich, was Sache ist. Eine der Lampen leuchtet, was das Zeug hält. Die Rechte hingegen hat es vorgezogen, Gabriels Botschaft zu widerlegen. Die Lebensdauer von 10.000 Stunden hat sie wohl nicht erreicht. Die mittlere lebt zwar noch, aber gerade noch … Da soll mir einer sagen, die sei energieeffizient. 10.000 Stunden gibt es die Dinger doch nicht? Immerhin sind sie besser als die LED, die 30 Jahre halten sollen, aber auch in ähnlicher Dreisamkeit erwischt werden könnten.

Was das Bild nicht zeigt, sieht man unten. In München ist gerade die Zeit abgelaufen, zu der man Münchnern Weißwürstl serviert (Zuagroaste ausgenommen). Und die Sonne scheint bis Sizilien.

Und? Wozu braucht ein Mensch bei Sonnenschein an einem 4 m hohen Fenster an einem direkt am Südfenster angeordneten Tisch Licht von Energiesparlampen? Eigentlich müssen die Lampen überhaupt nicht brennen, weil die Dekoleuchte genügend Licht von der Sonne einsammelt.

Noch ein Wort zur Lebensdauer. Bei uns haben drei Lampen nach wenigen Wochen ihren Geist aufgegeben. Sie wurden nicht standesgemäß beerdigt, sondern an den Hersteller zurückgeschickt. Der hat sich entschuldigt, weil irgendwelche Transistoren kaputtgegangen seien. Transistoren? Ich war ein Jüngling, als es die noch gab, und der Kaiser hatte noch nicht angefangen, Fußball zu spielen, weil die Windeln so drückten. Keine Sorge, der Hersteller ist so unmodern nicht. Sein Computer hat uns drei neue Lampen der billigsten Sorte zugeschickt. Wir hatten ihm aber so ziemlich die teuersten reklamiert. Er, der Hersteller, hat sich entschuldigt, und schickt drei Richtige. Die anderen dürfen wir behalten. Wozu aber?

Irgendwie erinnert mich die ganze Geschichte an meine sehr frühe Jugend. Da gab es Gelehrte, denen man glauben konnte, und Polizisten, die den Missetätern auf die Finger klopften. In England hieß der Hauptdarsteller sogar Mr. Punch, weil er jedem, der Unsinn erzählte, einen auf die Fr.… gab. Schade, eigentlich…

Licht und Schönheit

19.03.2012

ABNEHMEN MIT LICHT?

Der Mensch ist eitel, so eitel, dass er morgens die Badezimmerwaage nach dem Schneiden der Zehennägel betritt, nicht aber ohne vorher die Luft aus der Lunge zu lassen. Für all jene, die ihr Fett ohne knurrenden Magen loswerden wollen, gibt es wohl eine neue Hoffnung. Jedenfalls wurde sie durch eine internationale Celebrity in die Nachrichten gesetzt. Sie stellte dar, dass man mit Licht nicht nur die Hormone Melatonin und Cortisol durcheinander bringen kann, sondern auch das Hormon Ghrelin beeinflussen. Und dieses Hormon regelt den Appetit.

Nunmehr brauchen wir keine Appetitzügler mehr, müssen auch keinen Pflasterstein verschlucken, um keinen Hunger mehr zu verspüren. So richtige Dosen mit Licht zur rechten Zeit, Timing auf Neuhochdeutsch, und fertig ist der Waschbrettbauch.

Ghrelin ist ein Hormon des Verdauungskanals. Leider, leider beherrscht es sein Feld nicht alleine, da gibt es noch  Serotonin, Enkephalin  Endorphin, Motilin, Adiponektin, Gastrin, Sekretin, VIP, GIP, Somatostatin und Cholezystokinin. Ob zum Abnehmen nur blaues Licht ausreicht oder eine Girlande aus vielen LEDs mit allen Regenbogenfarben benötigt wird, kann man heute nicht sagen.

Also: Probieren. Wenn es nicht klappt, Lampe nach Lampe zuschalten und gucken, wie die Wampe wegdiffundiert. Pardon, weggeleuchtet wird.