30.07.2014
Es ist nicht lange her, dass hier berichtet wurde, dass Osram im Lichtbereich kürzt. Heute steht wieder in der Presse, dass es 7.800 Arbeitsplätze sind, die wegfallen. Von 35.000 = 22%! Dabei sollte das Jahr 2015 das UN-Jahr des Lichts werden. Und einer der größten auf der Welt kürzt? Müssen wir mit weniger Licht rechnen?
Ich denke nein. Es wird mehr Licht geben - allerdings nicht mehr von den üblichen Verdächtigen. Warum ich so denke? Das will ich mit einer Statistik erklären. Die Daten stammen aus der Analyse der Festschrift, die die 100 Jahre des Bestehens der LITG dokumentierte:
Als die Lichttechnische Gesellschaft Deutschlands 2012 eine Bilanz der 100 Jahre ihres Bestehens zog, enthielten die Vorträge das Wort Leuchtstofflampe, die Technologie, die Osram und ähnliche großgezogen hatten, 93-mal. Hingegen war LED 1385-mal zu lesen. Und LEDs werden in anderen Küchen gekocht als in den alteingesessenen Laboren der Lichttechnik, wie man sie bei Osram bewundern konnte.
Ich habe die Statistik nach Begriffen gesucht, die mit Licht in engem Zusammenhang stehen. Daraus kann man ableiten, woran man bei der Festschrift nicht gedacht hat, und was vermutlich die nächste Generation zu versäumen gedenkt:
Was dürfen wir von einer Branche erwarten, deren 100-Jahre-Bilanz 1.501-mal eine kräftig gepuschte, noch nicht ausgereifte Technik enthält (LED+OLED), aber Komfort nur 10-mal und Behaglichkeit überhaupt nicht?
Die Zukunft hat begonnen. Heute hat mich das Jahrbuch 2013 der besagten Firma erreicht. Dort steht „Licht ist Leben … Licht ist OSRAM“. Und wo gibt es Licht? Z.B. in Sportstätten:
Ob es bei Osram noch einen Lichttechniker gibt? Schwer zu sagen. Wenn er da war, hat er bei dem Verfassen des Spruchs oben geschlafen.
Beiträge aus dem alten Blog
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21.07.2014
… und nicht die Maus. Ich wollte mal sehen, ob durch die Klimakatastrophe die Welt dunkler geworden ist. Wie man weiß, oder zu wissen glaubt, produziert die Menschheit Gase, die die Atmosphäre aufheizen. Manchmal sind es eher Kühe, aber die gehören ja auch den Menschen. Eigentlich müsste die Luft dicker geworden sein, mit der Folge, dass weniger Strahlung auf die Erde kommt. Wie so was geht, hatte ich vor einigen Jahren in Peking erlebt. Wie so etwas aussieht, habe ich vor einigen Wochen hoch über Seoul fotografiert.
Also, wie sieht es mit Zahlen aus? Ist die Welt nu dunkler geworden oder nich? Auf den ersten Blick heißt die Antwort: ja. Hier sind die Tabellen eines Experten aus der zweiten und dritten Auflage eines weltberühmten Buches:
Der Himmel hat damals (vor 12 Jahren) 150.000 lx gebracht und der Rasen hatte eine Leuchtdichte von 2.900 cd/m². Wie sieht es 2014 aus? Hier ist die gleiche Tabelle aus der 3. Auflage:
Der Himmel bringt nur noch 100.000 lx, was meine Theorie unterstützt. Der Rasen ist aber heller geworden, so um 10%. Langsam zum Mitschreiben: Das Licht der Sonne ist um 33% weniger geworden, der Rasen um 10% heller. Spielt der Autor jetzt Golf? Könnte sein. Denn sein Gras unter dem bedeckten Himmel ist jetzt fast doppelt so hell wie früher, und das bei gleicher Beleuchtungsstärke. Scheint eine neue Grassorte zu sein … Oder hat jemand während der Messung Gras geraucht?
Wunder über Wunder! Im Maschinenbau nennt man so etwas „Double precision“! Wie man es bei einem renommierten Standardwerk in dritter Auflage nennen soll, kann man in gutem Deutsch nur schlecht ausdrücken. Denn die Beleuchtungsstärke bei klarem Himmel gilt in der Lichttechnik als eine Art Naturkonstante. Wer sein Büro für zu hell hält oder sich geblendet fühlt, muss sich anhören, dass es draußen 100.000 lx gibt. Äh, für 12 Jahre waren es 150.000 lx, bevor sich der Himmel verdunkelte und das Gras aufhellte.
Zum Glück gibt der Mond nicht weniger Licht ab, und der Asphalt hat die gleiche Leuchtdichte wie vor 12 Jahren bei Vollmond. Hat schon mal jemand eine Leuchtdichte von Asphalt bei Vollmond gemessen? Ich bestimmt nicht. An solchen Nächten denke ich an andere Sachen, z.B. Tanz der Vampire. Als Lichttechniker hätte ich eher an ein Verbot von Asphalt gedacht, denn eine Straße mit einer Betondecke ist 100-mal heller bei Mondschein.
Caveat emptor! Oder „green green grass of my home“
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