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Bundesgerichtshof bestätigt Verbot des Vertriebs von Energiesparlampen mit zu hohem Quecksilbergehalt

quecksilber-verboten

Dat weer ook Tied! Die gesamte Republik mit einem Quecksilbernebel überziehen, um Strom zu sparen - und das mit dem Segen des Umweltministers (siehe hier oder dort) und auch des ehemaligen grünen Umweltministers (siehe dort)! Darauf musste man kommen. Für mich eine neue Erfahrung, den Applaus der Industrie heraufzubeschwören - sie wartet nur so auf Argumente, die dem Absatz der LED auf die Beine helfen sollen. Dieses Urteil ist ein Meilenstein.

Den Text des Urteils kann man hier bundesgerichtshof abrufen.

Mein Ampelmann

Wie blöd darf smart sein?

Heute erreichte mich ein "hochwissenschaftlicher" Bericht (hier, ganzer Bericht dort): Standby of Smart Lamps. Der Inhalt hat mich erschüttert. Denn bislang dachte ich, "smart" wäre intelligenter als doof. Ist offenbar falsch.

Erst einmal zum Begriff: Während der normale Mensch unter "smart" einen nicht ganz so koscheren Zeitgenossen versteht, bedeutet smart für einen Techniker etwas oder viel besser als doof. Langsam zum Mitdenken: Eine Laterne mitten auf dem Dorfplatz, die ständig brennt, ist doof. (Bitte nicht an BER denken, eine Baustelle, auf der das Licht seit Jahren durchbrennt (hier)). Wenn sie nur nachts brennt, ist sie ein Tick besser. Deswegen werden seit Jahrzehnten Gaslaternen mit einem Bügel versehen, der, wenn man daran zieht, die Laterne umschaltet. Macht das ein intelligentes Wesen, z.B. der Gasmann, ist das Ergebnis bereits ziemlich intelligent. Da der Gasmann aber keine Lust hatte, alle 40.000 Gaslaternen in Berlin abzufahren, machte man die Laternen smart. Ein Ruck in der Gasleitung und schon schaltet sie um, von Leuchten auf dunkel. Dummerweise klappt eine solche Schaltung nicht immer, weswegen der Gasmann immer noch herumfährt und guckt, welche Laternen tagsüber leuchten und nachts zur Ruhe gehen. Was nicht sehr intelligent ist. Laterne + Ruck + Gasmann ergeben eine Lösung, die man allerdings schwer mit dem Begriff intelligent verbinden möchte. (Wenn Jugendliche und Studenten Sehnsucht nach dem Gasmann haben, ziehen sie mal selber am Bügel.)

Smarter sind die Elektrolaternen. Die können erkennen, ob es Tag ist. Dann stellen sie ihren Betrieb ein. Dummerweise nicht ganz, denn sie müssen wieder erkennen, dass es dunkel wird. Dafür verbrauchen sie Strom. Allerdings berechenbar und berechtigt: Sie arbeiten zweimal in 24 Stunden. Insgesamt 1 Bit intelligenter als doof. Dummerweise stehen in der BRD etwa 9 Millionen Laternen doof da und warten, dass da einer vorbei läuft. Das nennt sich die Soda-Beleuchtung, weil sie so da steht. Smart? Noch ein Tick intelligenter sind Laternen, die erst dann angehen, wenn jemand sie braucht. Dafür verbrauchen sie etwas mehr Strom als die Kollegen mit 1 Bit-Intelligenz. Bei der elektrischen Straßenbeleuchtung, die etwa damit anfing, dass man tout Paris von einem Turm aus beleuchten wollte, ist das der Stand der Technik - Pardon, wird der Stand der Technik.

Jetzt zum Thema: Smart-Lamps. Die sind so intelligent, dass sie Tag und Nacht so da stehen, Soda!, dass sie jeden Augenblick angehen, wenn gefordert. Der besagte Bericht sagt nun, dass sie dafür mehr Energie verbrauchen als für ihre eigentliche Aufgabe: Leuchten. Sie sind ja eigentlich Leuchtmittel und keine Wartemittel. So gesehen sind sie die Umkehrung des Perpetuum Mobile, aus dem mehr Energie rauskommt, als man reinsteckt.

Zu den 9 Millionen Laternen. die nächtlich in Deutschland herumstehen und auf Fußgänger warten, könnten sich - bei ähnlich intelligenter Konstellation - Milliarden Lampen gesellen, die in deutschen Wohnungen und Büros warten, bis einer ihr Lichtlein zu brauchen scheint. Dann sind sie aber in voller Schönheit da. Wie nennen wir diese Lösung? Doof - Smart - Intelligent oder einfach Genial?

Leitfaden zur Beleuchtung von Unterrichts- und Vortragsräumen

Zur Nachahmung empfohlen: Wenn einem eine Schrift etwas "werbelastig" vorkommt, möge er den Inhalt schlicht und einfach in das Blablameter werfen (hier). Das BlaBlaMeter entlarvt schonungslos, wie viel heiße Luft sich in Texte eingeschlichen hat. Das habe ich mit einer wissenschaftlichen Abhandlung getan, die die LiTG veröffentlicht hat: "Leitfaden zur Beleuchtung von Unterrichts- und Vortragsräumen". Der Erfolg liegt auf der Hand (Verwendung für eigene Texte auf eigene Gefahr):

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P.S.: Aufgrund einer Anfrage habe ich den Anfang des Berichts, von dem hier die Rede ist, in das Blablameter geschmissen. Hier das Ergebnis:

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Flucht der Erleuchteten

Es ist soweit: Wir haben so viel Licht, dass wir davor fliehen müssen. Der Berliner Tagesspiegel meinte in dem heutigen Beitrag zwar nicht uns alle, sondern die Besucher von Planetarien, die in Berlin wieder mal umziehen müssen, weil zu viel Licht einem das Sehen unmöglich macht. Unsere Städte werden immer bunter und die Fassaden strahlen nicht nur bunte Bilder ab, sondern auch noch Videos.

Menschen haben es noch gut, sie können sich einigeln. Die armen Tiere und Pflanzen können nicht einmal das. Hat jemand bemerkt, wie wenig Insekten es noch gibt? Deren Jäger können die restlichen auch noch besser erwischen. Vor 40 Jahren hatte man nach zwei Stunden auf der Autobahn eine blutverschmierte Frontscheibe am Auto. Heute bleibt sie clean auch nach 500 km. Wer hätte damals gedacht, dass ich noch Sehnsucht nach den lästigen Fliegen bekäme?

Hoffentlich bekommt die Griechische Tragödie nicht eines Tages Recht: Bei der geht der unter, der übertreibt. Weiter so!

 

Kampf der Giganten - Bonsai siegt

Die Abschlussfeier der Olympischen Spiele in Rio erinnerte mich an München 1972. Nicht wegen der Ähnlichkeit -ähnlich waren sie wirklich nicht -, sondern wegen des Lichtzaubers, der über die Fernsehschirme lief. Der Unterschied könnte den Vergleich der Glotze von 1972 und dem Mega-Smartscreen von 2016 vertragen, der in vielen Wohnzimmern steht.

Ich guckte zunächst, wo wohl die vielen Projektoren wären, die die Arena beleuchteten. Fehlanzeige! LED kann nicht nur beleuchten, sondern auch leuchten. Wer den Unterschied nicht kennt - leider gibt es davon viele -, sollte sich die Geschichte des Münchner Olympiastadions ansehen und mit Maracana 2016 vergleichen. In München beleuchteten - ziemliche - Giganten unter den der Leuchtmitteln das Stadion, je 3,5 kW. Den echten Giganten der Sorte konnte man damals noch in Berlin auf dem Hardenbergplatz sehen. Ich denke, die Lampe hatte 75 kW und der Turm, auf dem die angebracht war, entsprach dem Traum von der Beleuchtung von Paris vom Eiffelturm aus, nur etwas kleiner. In Rio hingegen spielten Winzlinge die Hauptrolle, LED. Und die wollten gar nicht beleuchten, sondern selber leuchten, auch wenn nur mit einer Leistung im Milliwattbereich. Die Menge macht´s.

Was macht den Unterschied aus? Die Technik des Leuchtmittels! In München setzte man - state-of-the-art - Hochdrucklampen ein. Sie sollten das Stadion beleuchten. Dort wollte man zum Schluss einen einzigen Effekt generieren: Die Lampen sollten nacheinander so geschaltet werden, dass das Licht einmal um die Arena läuft. Dazu musste eine gewaltige Elektrik aufgebaut werden, damit die noch heißen Hochdrucklampen gezündet werden konnten. Und bei jedem Einschalten ging mindestens ein Dutzend der teuren Lampen kaputt. In Rio verwandelte sich die Arena in ein Riesendisplay und spielte stundenlang die jeweils benötigte Szenerie ab. Natürlich gab es auch Beleuchtung, aber eben als Beleuchtung. Der wichtigste Unterschied zu früher bestand allerdings in der Geschwindigkeit des Schaltens: LEDs sind schnelle Elemente im Gigahertzbereich, während eine Hochdrucklampe erst ma´ 15 Minuten abkühlen muss, ehe sie wieder gezündet werden darf. Bonsai gegen Gigant, ultra-schnell gegen gaaanz langsam.

Da ist aber ein ganz anderer Unterschied zwischen Leuchten und Beleuchten. Da Licht dummerweise immer geradeaus fliegt, es sei denn das Universum ist etwas gekrümmt wie bei Einstein, werfen beleuchtete Objekte immer einen Schatten. Sofern man diesen nicht in seine Planung einbezogen hat, können diese einem die Show gehörig vermasseln.

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Dieses Gewusel an Schatten war bei der Choreographie bestimmt nicht vorgesehen. Ganz schön anders sieht es aus, wenn Beleuchten eher in den Hintergrund tritt und Leuchten die erste Geige spielt.

Bereits in Sotchi bei der Eröffnungsfeier konnte man das Potential von LED bewundern lernen (hier). Was seitdem noch hinzugekommen ist, kann man anhand der Videos studieren.

Lichttechnisch gesehen stelle ich fest, dass Bonsai gegen Goliath gewonnen hat. Träumte einst ein gewisser Siemens davon, seinen Rivalen Edison durch Größe auszustechen, würde dieser in seinem Grab die Kastagnetten anziehen, wenn er wüsste, wie gut seine Idee war. Warum ich das alles schreibe? Wegen retrofit - man packt riesige Mengen an Winzlingen zusammen, damit sie eine Leuchte ergeben, die nie einer so beabsichtigt hat. Sie, die Langfeldleuchte für 1,2 m und 1,5 m Lampen ist nur deswegen entstanden, weil diese Lampen die höchste Lichtausbeute unter vergleichbaren Lampen hatten. Jetzt bauen wir mit Bauelementen, von denen man mehrere Millionen auf ein Display packen kann, Dinge nach, die man so eigentlich nur für Sonderfälle gebaut hätte. Für eine Walzstraße ist es wirklich egal, wie lang eine einzelne Leuchte ist. Die Kaninchenställe, in denen die Hälfte der Bevölkerung arbeitet, Büro genannt, kann man aber viel besser mit kleineren Einheiten beleuchten. Müssen wir moderne Technologie in Blechkisten verpacken, die schon immer eher schlecht als recht funktioniert haben?

Mein Ampelmann