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Was zieht man sich als Beleuchter an?

 

Schlappe 50 Jahre nachdem ich meinen weißen Laborkittel endgültig auszog, ist es wieder so weit. Angesichts der neuen Berufsaufgabe für Lichttechniker muss ich ihn wieder ausmotten. Damals, noch Student, hatte ich mich während meines Praktikums fünf Damen genähert, die im Werk auf der Treppe klönten. Als sie mich sahen, preschten sie davon. Eine konnte ich noch einfangen. Ich fragte sie, warum die weggelaufen waren. Sie sagte schlicht "Du bist Chef!"

Was? Da guckte ich mich im Labor herum und entdeckte die kapitalistisch-hierarchische Farbenlehre. Ich als angehender Akademiker hatte einen weißen Kittel. So ein Kleidungsstück war ungemein nützlich, weil wir manchmal mit Hochspannung arbeiteten. Ich meine, mit hoher Spannung. Wenn zu viele Teile nackicht waren, konnte man richtig einen gewischt bekommen. Deswegen hatten die anderen Kollegen auch Kittel an, aber graue. Bis dato dachte ich, die hätten sich halt für grau entschieden. Ne, neee! Die waren Arbeiter, die Angestelltenarbeit leisteten. Die dritten im Bunde waren Arbeiter, die Arbeiter-Arbeit erledigten. Im Labor hatten sie blaue Kittel. Nur Arbeiter, die als Arbeiter Arbeit von Arbeitern ableisteten, hatten den Blaumann an.

Damals lernte ich Licht machen, Lampen prüfen oder Sender abstimmen. Was halt so ein Lichtingenieur macht, wenn der Tag lang ist. Seit ein paar Wochen muss ich die neue lichttechnische Literatur prüfen. Die Jungs dilettieren als Mediziner, was das Zeug hält. Da wäre eine neue Berufstracht angezeigt. Vielleicht ergänzt durch ein Lichtsymbol oder so?

Der Tag des Lichts - Licht des Tages

 

Wer hätte das gedacht? Ein einfaches Ding, das man ein- und ausknipst, wird gefeiert. Und zwar nicht so einfach, sondern mit einem internationalen Tag, ausgerufen durch die UNESCO. Weltkulturerbe? Nein, wir brauchen das Licht nicht unterm Scheffel, sondern darauf. Am 16. Mai 2019 ist es so weit. Es wird einen Kongress zum Lichtlernen geben (hier) . eröffnet wird der Reigen durch Sir Michael Berry, der seinen Beitrag Optica Fantastica nennt. Damit meint nicht den fantastischen Anblick manches menschlichen Wesens, sondern die Physik des Lichts.

Der nächste Redner, vermutlich Rednerin, ist nicht verwandt mit dem "Erfinder" des Universums, d.h. dessen Krümmung, die das Licht biegt, aber immerhin aus dem Forum Next Einstein. Afrika ist dessen Heimat. Ich nehme die Freiheit, ein einmaliges Werk hier zu erwähnen, das Licht nach Afrika bringt. Billig, nützlich, nachhaltig. Es stammt aus einem Land, in dem die Nächte sehr sehr lang sein können, Island.  Mehr dazu von uns hier.

Alles beisammen kann man hier lesen.

Übrigens, heute ist der Internationale Welteisbärentag