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Was der Volksmund so alles über blendende LED sagt …

 

Ich habe es mir erlaubt, die Diskussionsbeiträge im Berliner Tagesspiegel LED Scheinwerfern zu sichten und zitieren. Zu den Kommentaren schreibe ich dazu, was dahinter steckt:

  • "Trotzdem empfinde ich falsch eingestellte Fahrradscheinwerfer von Geisterradlern als viel störender als Autoscheinwerfer. Ich bin da oft sekundenlang im Blindflug unterwegs."
    Auch die Scheinwerfer von Fahrrädern haben eine zu hohe Leuchtdichte. Sie liegt jenseits der Grenze dessen, was das Auge ertragen kann (Absolutblendung). Ab einer bestimmten Größe der Blendquelle ist es egal, wie groß sie ist. Man erlebt Nachbilder und ist für einen Augenblick eben blind.
  • "Ich habe übrigens sowohl schon mehrere Fahrradfahrer als auch einen Fußgänger übersehen (sprich: erst im direkten Vorbeifahren erkennen können. Wie viele ich noch übersehen habe kann ich naturgemäß nicht wissen), weil dahinter ein Radfahrer mit der zu starken, mir direkt in die Augen leuchtenden Lampe unterwegs war."
    Der gefährlichste Effekt zu heller Scheinwerfer (Kontrastblendung). Was heller ist, fällt mehr auf - zu Lasten der weniger hellen Objekte. Im Straßenverkehr sind dies z.B, Fußgänger oder Kinderwagen, oder Kinder ohne Wagen.
  • "Stimmt, teilweise sind die neuen LED-Ampeln extrem grell. Genau wie manche Bremslichter."
    Auffälligkeit der roten Farbe (Signalwirkung). Anders als die früheren Schlussleuchten und Bremsleuchten, bei denen das Rote durch Filtern entstand und daher eine geringere Leuchtdichte hatte als das weiße Licht, können LED sehr viel heller sein. Sind sie auch. D.h. die Bremslichter der Fahrzeuge vor einem Autofahrer können ihn stärker als früher am Erkennen von Fußgängern u.ä. hindern.
  • "Im Artikel wird ausdrücklich erwähnt, dass das Blenden durch falsch eingestellte Autoscheinwerfer ein Massenphänomen ist. Er handelt als keineswegs nur von Radfahrern."
    Hier gilt das für die Absolutblendung gesagte. Ab einer bestimmten Größe der Blendquelle und Leuchtdichte blendet sie in jeder Umgebung, auch tagsüber.
  • "Blendende Fahrradscheinwerfer stören, stimmt und viele Sonntagsradler suchen damit scheinbar den Himmel ab. Aber Im Verhältnis zu den schon seit Ewigkeiten erlaubten Autoscheinwerfern sind sie echt ein Witz. "
    Auch Absolutblendung + schlechte Beherrschung der Technologie.
  • "LED sind Lampen, deren Leuchtdichten in ähnliche Größenordnung wie die Sonne kommen. Deswegen blenden die Scheinwerfer auch bei Tage. Mein Büro ist im ersten Stock. Ich werde von Kinderrädern geblendet. Was zum Teufel hat das Licht eines Scheinwerfers dort oben zu suchen?"
    Hier scheint die Lichtverteilungskurve nicht zu stimmen. Es ist mir leider nicht gelungen, die vorgeschriebene LVK für Tagfahrleuchten aufzufinden. Man kann zwar lesen, die sollen nicht die Fahrbahn beleuchten. Dass sie nicht den Himmel beleuchten dürfen, steht in keiner Vorschrift.
  • "Aber ich fasse es gerne nochmal für sie zusammen: LED ist als Fahrzeugbeleuchtung grundsätzlich abzuschaffen da viel zu grell. Das gilt auch für Straßenlaternen."
    Kein Kommentar. Der Spruch gibt die Meinung vieler Leute wieder: "Allerdings finde ich auch die grellen Autoleuchten und Ampeln mindestens unangenehm. Mal abgesehen davon, auch das ist Lichtverschmutzung."

Blenden als moderner Sport

 

Der Beitrag im Berliner Tagesspiegel über blendend schönes Radfahren (hier) zog eine deftige Debatte der Betroffenen nach sich. Bislang über 170 Beiträge. Das Interessante: In der Debatte findet man praktisch alle Argumente, die in diesem Blog zur Fahrzeugbeleuchtung angeführt worden sind. Als die da wären

  • grelle Straßenbeleuchtung (hier)
  • der gemeine Ichling - will gesehen werden und blendet (dort)
  • Scheinwerfer blenden (da)
  • Vorschriften helfen nicht (wieder hier)

u.v.a.m. Den knappsten und umfassendsten Beitrag lieferte der Leser macthepirat "LED ist als Fahrzeugbeleuchtung grundsätzlich abzuschaffen da viel zu grell. Das gilt auch für Straßenlaternen."

mellibehse schreibt zu der Feststellung "sofern die Lampen richtig justiert sind. Einige Scheinwerfer blenden derart, ..": "Einige? Fast alle LED-Scheinwerfer!"

klaus 14513 schreibt: "Ich empfinde allerdings die LED Autoscheinwerfer als viel unangenehmer, sie sind ja grundsätzlich schonmal vielfach lichtstärker als jede Fahrradlampe. Selbst bei richtiger Einstellung blenden sie schonmal durch die pure Helligkeit und vor allem durch die "Wippbewegung" eines Autos während der Fahrt. Das fühlt sich für den Gegenverkehr dann wie ein ständiges aufblenden an." Stimmt auch (s. hier). Kfz-Beleuchtung wird im Stand gemessen, aber manche Kfz. fahren manchmal, wenn der Verkehr es zulässt. Als der Lichtstrahl der Scheinwerfer nicht so eng gebündelt war, war das Wippen nicht so tragisch. Aber seit es Xenon-Scheinwerfer gibt. Schön schlimm. Der Gesetzgeber hat deswegen einst vorgeschrieben, dass sie nicht allein als Fernlicht benutzt werden dürfen (hier), Und dass deren Abdeckungen schön sauber bleiben müssen. Daher müssen Waschanlagen für solche Scheinwerfer vorhanden sein. Wenn so einer mit seinen modernen Lichtern einem entgegen kommt, wirkt das nicht entgegenkommend sondern brutal. Wenn er vorbei ist, fällt man erst einmal in ein dunkles Loch. Nannte sich Sukzessivblendung. Ist aber nicht in, seit das Blenden zum täglichen Handwerk des Autofahrerts gehört.

Klappleiterin schreibt: "Komisch, ich fahre viel Fahrrad, aber sowohl als Radfahrer wie auch als Fußgänger fühle ich mich durch falsch eingestellte Fahrradscheinwerfer viel öfter geblendet als durch Autoscheinwerfer." Stimmt (hier). Als Fußgänger geht man nicht oft Autos auf der Gegenfahrbahn entgegen. Mich blenden selbst Kinderfahräder, wenn ich aus einem Fenster im ersten Stock gucke.

"Ich erlebe es so oft, daß vor mir einer fährt, der mit seinem Scheinwerfer die Baumkronen darüber ausleuchtet anstatt den Weg vor ihm. Unlängst bin ich hinter einer durch eine Unterführung gefahren, die mit ihrem Scheinwerfer einen Lichtkegel fast direkt über sich an die Decke der Unterführung warf." Stimmt (hier oder da). Tagfahrlichter scheinen eher den Himmel anzuleuchten als die Fahrbahn. Der Autofahrer will auffallen und erkannt werden. Dafür erkennt man den Rest der Welt nicht mehr so gut. Nennt sich Blendung. Kommt von "blind machen".

Mostrichmeister meint: "Meine Sicht als Radfahrer: Falsch eingestellte Fahrradscheinwerfer sind schon nervig, doch die Blendwirkung von Autoscheinwerfern ist immer noch unübertroffen. Es sei denn, jemand ist mit diesen Lichtern ausgerüstet, die in der Werbung einen halben Canyon ausleuchten. Aufgrund des Preises dieser Minisonnen ist das aber verdammt selten." Stimmt (hier): Asphalt Cowboys und LED. Exzellente Sicht für 7.500 Euro extra. Die Sache mit der Minisonne: Die Leuchtdichte der LEDs reicht bald an die der Sonne (dort): "Egoistenlicht gehört nicht auf die Straße".

daily_mirror meint zu: Fachleute sehen das Problem relativ gelassen angesichts dessen, was sich sonst im Straßenverkehr abspielt. "Das ist wohl wahr: z.B. zunehmend bei Autoscheinwerfen. Ich frage mich regelmäßig, wie einige Xenon-Scheinwerfer eine Zulassung bekommen haben, da mich diese - vor allem bei Kleinlastern (SUV) - teilweise derart blenden, dass ich da eindeutig eine Verkehrsgefährdung sehe." Stimmt (hier und da)

N.N. (nicht angeführt, weil behindert): "Als sehbehinderter Mensch, dessen Auge auf unterschiedliche Lichtstärken nicht reagieren kann (Akkomodation) mache ich ständig die Erfahrung, dass Fahrradnutzer, die auf der falschen Seite den Radweg mit grellem Scheinwerfer nutzen oder auf dem Bürgersteig entgegen kommen, mich so stark blenden, dass mitunter mir die Orientierung fehlt." Stimmt (hier): Die EU hat eine Kommission, die die Wirkung von LED auf den Menschen beurteilen soll. Die findet, dass gesunde Menschen mit guten Augen keine Probleme hätten, nur Alte und Kinder. Wenn das keine dolle Kommission ist (kompletter Bericht hier abzurufen).

Die Kommission heißt übrigens SCHEER, hier kann man sehen, wo die Weisen sitzen, die die Kommission bilden. Eine in der Walachei. Echt. Was die EU sonst zu der Frage sagt "Gesundheitliche Auswirkungen von künstlichem Licht" steht hier. Ausgearbeitet haben das Ganze zum Thema LED: Ana Proykova (Chair)University of Sofia, Sofia, Bulgaria (Physik-Professorin), Rodica Mariana IonNational Institute of R&D for Chemistry and Petrochemistry – ICECHIM, Bucharest, Romania (Professorin für Nanomaterialien, Leiterin Forschungsgruppe Nanomedizin), Theodoros SamarasAristotle University of Thessaloniki, Thessaloniki, Greece (Asistenzprofessor für medizinische Physik) . Wer der Meinung ist, nie eine dieser Personen auf einem Kongress für Lichttechnik oder Lichtplanung gesehen zu haben, hat keinen Alzheimer.

 

 

Warum wir von Ahnungslosen regiert werden …

"Wissenschaftliche Erkenntnisse oder Forschungsberichte zur Blendung durch Tagfahrleuchten mit Leuchtdioden sind der Bundesregierung nicht bekannt."
Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage von Abgeordneten (Drucksache 17/2042)

Unsere liebe Regierung hat also im Jahr 2017 den Deutschen Bundestag informiert, dass keine wissenschaftlichen Erkenntnisse über die psychologische Blendung von Tagfahrleuchten vorlägen. Könnte stimmen. Es gibt auch keine wissenschaftlichen Erkenntnisse über das dritte Bein, rechts, von Ameisen. Bestimmt! Über die linken Beine auch nicht. Dennoch weiß man sehr gut Bescheid über Ameisen. Bei den Tagfahrleuchten weiß sogar jeder Bescheid, der an einer Stadtstraße entlang schlendert. Die blenden bei hellem Sonnenschein. Der Effekt nennt sich Absolutblendung und ist seit mindestens 60 Jahren unter diesem Namen bekannt. Die Ursache auch: Wenn die Helligkeit (Leuchtdichte) eines Objekts einen bestimmten Wert übersteigt, blendet es unabhängig von seiner Umgebung. Ansonsten ist Blendung von der Umgebung abhängig. Deswegen blenden übliche Autoscheinwerfer nur nachts. Tagsüber hingegen sind sie harmlos. Nie wird man jemanden klagen hören, dass sie bei Tagesfahrten an sind.  Anders hingegen die LED. Deren Leuchtdichte ist einfach zu hoch. Sie blenden nicht nur den, der darauf guckt. Auch im Rückspiegel blenden sie tagsüber, weil man andere Verkehrsteilnehmer nicht erkennen kann. Das nennt sich Relativblendung. Wenn man in den Rückspiegel guckt, sieht man den Blender, weil die anderen dem gegenüber relativ dunkel sind. In der Dunkelheit ist der Rückspiegel abgeblendet. Und man sieht den Blender nicht so deutlich. 

Zudem scheinen die Autobauer bzw. deren Lieferanten sich im Ziel geirrt haben. Ich sitze zum Arbeiten im ersten Stock am Fenster. Die Autos blenden mich tagsüber. Was hat das Licht eines Autos nach oben zum Himmel gerichtet zu suchen? Hingegen blenden die gleichen Autos nachts nicht. Sie fahren aber mit wesentlich stärkeren Scheinwerfern. Ergo: Die Tagfahrleuchten sind eine Misskonstruktion. In einem Land, in dem jede Schraube an einem Kfz vom TÜV abgenommen wird, und jedes Lämpchen an einem Fahrzeug eine Zulassung braucht, eine bemerkenswerte Situation.

Moderne Autos verpesten Städte nicht nur mit ihren Dieselschwaden. Es gibt auch eine Lichtverschmutzung. Wenn die Bundesregierung dies nicht glaubt, sollte man deren Mitglieder einer Strafe unterziehen, die man sich in China ausgedacht hat. Autofahrer, die andere blenden, werden dazu verdonnert, eine zeitlang in helle Scheinwerfer zu gucken. Körperverletzung? Ja. Warum nur ich? Man müsste alle, die dazu beigetragen haben, dass die dummen Autos blenden, der Strafe unterziehen. Mindestens die letzten drei Bundesminister für Verkehr. Den kommenden auch, prophylaktisch.

Jetzt zu den fehlenden wissenschaftlichen Erkenntnissen:

  • Die psychologische Blendung ist von der Wellenlänge abhängig.
  • Das Minimum der psychologischen Blendung liegt bei 577 nm (Anm.: grün-gelb)
  • Das Blendempfinden vergrößert sich zu den Randbereichen der spektralen Wahrnehmung (Anm.: blauer blendet mehr)

Ergo: Offensichtlich weiß nur nicht die Bundesregierung davon, dass blaueres Licht mehr blendet. Man müsste ihr allerdings nachsehen, weil das Buch, in dem das geschrieben steht, im Jahre 2017 gedruckt wurde (hier). Dummerweise handelt es sich dabei um eine Bilanzierung der Erkenntnisse, die bis zum Jahre 2006 bekannt waren. Der Bundesminister für Verkehr informierte den Bundestag im  Jahre 2017 also mit Konserven mit abgelaufenem Haltbarkeitsdatum.

So stammt die Erkenntnis
"mit Anstieg der Farbtemperatur steigt die Blendung"
aus dem Jahr 1999 (Quelle Alferdinck, 1999). Sie besagt, dass Scheinwerfer mit bläulicherem Licht bei sonst gleichen Bedingungen mehr blenden. Diese Weisheit wurde auch aus anderen Quellen zusammengefasst und so formuliert:
"Je größer der Blauanteil einer Lichtquelle, desto unangenehmer und blendender wird sie empfunden" (Autor Bullough, 2003, zitiert aus Völker, 2017).
Das war im Jahr 2003. Also vor 15 Jahren.

Ja, was schert uns (oder unsere Politik) die "psychologische" Blendung? Die ist ja nicht doof und argumentiert so: "In der Wissenschaft wird unterschieden zwischen physiologischer und psychologischer Blendung. Die physiologische Blendung setzt die Sehleistung des Auges herab. Bei der psychologischen Blendung wird eine Blendungserhöhung empfunden, die nicht messbar und individuell verschieden ist. Verkehrsteilnehmer können sich geblendet fühlen, ohne dass dies zu einer verringerten Sehleistung führt." Für Leute, die sich von dieser "wissenschaftlichen" Argumentation doch in die Irre führen lassen: Die psychologische Blendung ist tatsächlich nicht messbar, wenn man dazu nur einen Zollstock benutzt. Ansonsten ist die bestens messbar. Und das schon mehrere Jahrzehnte. Der Autor, dessen Skala man häufig benutzt (J.B de Boer), ist schon sehr lange tot. Zudem weiß man seit vielen Jahren, dass eine Unterscheidung der Art "psychologischer" und "physiologischer" Blendung gar keinen wahren Hintergrund hat, außer dass sich Forscher die Aufgabe leicht gemacht hatten. Ließ sich die Blendung etwa mit Messgeräten am Auge ermitteln (z.B. Streuung im Auge), sprach man von "physiologischer" Blendung. Konnte man trotz allerlei Bemühen keinen Bezug zu physikalischen Größen erstellen, war die Blendung halt "psychologisch". So nennt der wackere Ingenieur alles, was er nicht erklären kann.

Was man aber auch ohne Zollstock erkennen kann, ist, dass die Benutzung sehr heller Scheinwerfer am Tage das Erkennen von unbeleuchteten Objekten (Fußgänger, Radfahrer, Kinderwagen, Rollatoren) erschwert bzw. unmöglich macht. Naturgemäß wäre es möglich, der Intelligenz eines Staatsoberhaupts folgend, der Lehrer bewaffnen will, Rollatoren mit starken Scheinwerfern auszurüsten. Mancher Bürger hat schon eine Petition beim Bundestag eingereicht (z.B. Petition 73980 von Geert Closius, hier). Closius schreibt:
"Durch technische Entwicklungen (Xenon-Gasentladungslampe, LED, Tagfahrlicht) wurden Scheinwerfer und andere Leuchten im Strassenverkehr
mit höherer Lichtleistung möglich,
in der Bauform kleiner,
und damit die Leuchtdichte am Austrittsort sehr viel größer.
Zusätzlich wurde Tagfahrlicht auf der Basis von LED eingeführt.
Fahrräder und andere Zweiräder mit LED-Leuchten eingeführt.
Rück- und Bremsleuchten heller ausgeführt.

Alle Veränderungen zusammen führen im Strassenverkehr zu einer deutlich angestiegenen Blendgefahr - gerade für ältere Menschen, deren Augen nicht mehr so gut adaptieren können."

Augenärzte laufen Sturm gegen Tagfahrlichter (z.B. hier oder da oder dort), die zu hell sind. Anders sehen es die Techniker: "LED-Tagfahrlicht ist cool – verleiht Ihrem Fahrzeug die Optik der Oberklasse und dazu ein cooles Licht-Design." oder noch cooler: " Sie werden rechtzeitig und weithin auch bei hellem Sonnenlicht gesehen, …" Ja, so ist es. Man wird auch bei Sonnenschein weithin gesehen. Wer bei Sonnenlicht auffallen will, muss die Sonne übertrumpfen. Das tun die LED nicht nur selten. Heute hat eine Firma die Welt wissen lassen, dass ihre Hochleistungs-LED eine Leuchtdichte von 280 lm/mm2 übertrifft. Hört sich niedlich an. 280 … Wenn man aber die mm2 auf m2 umrechnet, kommt man auf 280.000.000 cd/m2. Eine alte Leuchtstofflampe brachte es gerade mal zu 8.000 cd/m2, die grellsten Lampen im Innenraum liegen bei 40.000 cd/m2. Wie hell leuchtet denn ein Fußgänger an einem Novembertag? Sagen wir mal 5.000 lx und grauer Mantel. Macht etwa 320 cd/m2. Gegenüber 280.000.000 cd/m2 ist das eher nix. Und wenn der Fußgänger an einem Sommertag mit einem schön weißen Hemd herumläuft? Wenn der sich in die Mittagssonne am Äquator legt und bescheinen lässt, schafft er etwa 30.000 cd/m2. Wenn er den Sonnenuntergang bewundern will, sind es gerade mal 1.000 cd/m2 oder ähnlich. Egal wie man rechnet, die Leuchtdichten der LED sind jenseits von Gut und Böse.

Asphalt Cowboys und LED

Der kleine gemeine Ichling ist der Oberbegriff für eine Spezies, die auf dem Asphalt wächst und gedeiht. Eine Unterart davon, auch als Unart bezeichnet, ist der allgemein beliebte SUV-Fahrer. Dass der Asphalt eine lebensfeindliche schwarze Welt wäre, wurde oft behauptet. Das stimmt. Dass der Ichling dort prächtig gedeiht, widerlegt die Behauptung nicht. Ist eher eine Bestätigung.

Zu den diversen Gründen für die Beliebtheit des SUV-Fahrers gehört seine Gewohnheit, den knappen Parkraum großzügig für sein fahrbares Unterteil in Anspruch zu nehmen. Schuld daran sind die anderen, vor allem die Bauämter, die nur ungenügend breite Parkplätze markieren, die die Freiheit des SUV-Piloten arg einschränken. So muss sein Besitzer eben eineinhalb davon in Besitz nehmen. Während der SUV-Fahrer eher ein Ärgernis denn eine Gefahr darstellt, entwickelt sich der Ichling zu einer wahren Gefährdung, sobald er mehrere Tausender für sein Autolicht entbehren kann. 

Die Scheinwerfer für 7.500 Emmchen extra werden nicht von dem kleinen gemeinen Ichling eingesetzt. Die sind ihm zu teuer. Zudem sollen sie durch eine teure Kamera nebst Software so geregelt werden, dass sie den Gegner, Pardon, den Gegenverkehr, nicht blenden. Dazu hat der Hersteller so viel Hirnschmalz verarbeitet, dass die Scheinwerfer nicht eine Lichtverteilung haben, wie vom Gesetzgeber gefordert, sondern ein paar mehr:Wozu man 966 Millionen Lichtverteilungen braucht, verrät der Bericht im Handelsblatt nicht (hier). Ich denke, die Ingenieure sollten bisschen von ihrer Lieblingsbeschäftigung abgelenkt werden, Software für Abgasmanipulation entwickeln. Das macht einen schlechten Ruf. Dann lieber die Kerle mit Zählen von Lichtverteilungen beschäftigen. Wozu braucht man aber so viele? Was soll ich dem kleinen Ichling erzählen, welche der 966 Millionen Lichtverteilungen er braucht? Jede Lichtverteilung kostet immerhin 7,76-6 Euro.

Die Humanität der Technologie trieb mir dicke Tränen in die Augen. Die Ingenieure haben wirklich an alles gedacht. Nicht ganz alles. Es fehlt noch eine Einrichtung zum Verbiegen der Lichtstrahlen, etwa hinter den Vordermann zu leuchten. Der kleine gemeine Ichling denkt nicht daran, schlappe 7.500 Euro für so ein Klimbim auszugeben, stammt doch sein Auto mit größter Wahrscheinlichkeit aus einem Bundesland mit einem Bergvolk als Stammpopulation, bei dem die ersten Gläser Weizen nicht gezählt werden. Erst ab drei, so ein einstiger Ministerpräsident. Und ein einstiger Minister hat mit seinem Dienstmercedes einen Rentner in seinem Töfftöff einfach aus der Autobahn weggefegt. Nicht nur das Auto mit den genialen Scheinwerfern, sondern auch der Verkehrsminister von Angela Merkel stammt aus dem Bundesland. Doch wieder zurück zu unserem "geladenen" Minister, der zunächst Generalsekretär seiner Partei war. Minister sollte er noch werden. Und was für einer! Der hatte laut Zeitung 1,99 Promille (hier), als er den Fiat 500 mit einem echten Daimler 380 SE wegbaggerte. Ein Toter, ein Schwerverletzter … was macht unser Staat mit so einem? Resozialisierung ist angesagt. Denn verminderte Schuldfähigkeit gilt erst ab 2,00 Promille. Zuerst plädierte sein Anwalt für eine Bewährungsstrafe: "Zuerst sprach nur Anwalt Stiefenhofer in seinem Plädoyer angesichts des schrottreifen, überladenen, 13 Jahre alten Fiat 500 von „ungeheurem Leichtsinn, einer Rücksichtslosigkeit“." Richtig so, was hat ein Rentner mit einem 13 Jahre alten Fiat 500 auf der Rennb… Pardon Autobahn verloren? Später gab sich auch das Gericht gnädig und sprach eine milde Bewährungsstrafe aus. Aber die Resozialisierung des Gefallenen erforderte weitere Schritte.

Unser - noch nicht - Minister wurde Geschäftsführer einer mit Steuern finanzierten Stiftung. Behielt hohe Parteiämter. Wurde Staatssekretär im Staatsministerium für Unterricht, Kultus, Wissenschaft und Kunst (sic!). Echt Kult, der Kerl. Da all dies zur Demonstration der Milde unseres Staates nicht ausreichte, wurde er schlappe 10 Jahre nach seiner tödlichen Alkoholfahrt … ja was? Staatsminister für Wirtschaft, Verkehr und Technologie! Hätte der noch zwei Weizen eingezogen, wäre er schuldunfähig. Und hätte damit auch Bundesinnenminister werden können wie einst sein Parteifreund Old Schwurhand. (Der hatte allerdings nur einen Meineid geschworen, war aber zum Zeitpunkt des Eides vermindert geistig leistungsfähig aufgrund einer Unterzuckerung. Unser Minister war eher überhopft.)

Was hat der Ichling aus dem Fall gelernt? Richtich, Autobahnen sind voller Idioten, die sich selbst gefährden. Aber nicht nur das. Der Dienst-Daimler war auch beschädigt. Ergo: Scheinwerfer kaufen, die so stark sind, dass sie den Vordermann wegbeamen können. Der Segen der Politik ist ihm sicher.  Die Politik - bzw. unsere liebe Bundesregierung - scheint ziemlich unbeleckt von Problembewusstsein. Auf eine Anfrage von Abgeordneten (– Drucksache 17/2042 – ) antwortete die einst so:
Statement "Helle Scheinwerfer führen zwar zu einer verbesserten Sicht des Fahrers, andererseits kann für entgegenkommende Fahrzeughalter, Radfahrer, Motorradfahrer und Fußgänger durch Blendung die Sehfähigkeit vermindert werden. Dies kann zu gefährlichen Situationen und Unfällen führen." (mehr dazu hier). Und unsere Regierung?: "Wissenschaftliche Erkenntnisse oder Forschungsberichte zur Blendung durch Tagfahrleuchten mit Leuchtdioden sind der Bundesregierung nicht bekannt. " 

Etwas muss ihr schon bekannt sein, denn die nächste Frage hat sie fachmännisch (bzw- frauisch) beantwortet:
"2. Wie bewertet es die Bundesregierung, dass sich zunehmend Verkehrsteilnehmer durch starke Lichteinwirkung von Leuchtdioden geblendet fühlen und dadurch im Straßenverkehr verunsichert werden?" Antwort: "In der Wissenschaft wird unterschieden zwischen physiologischer und psychologischer Blendung. Die physiologische Blendung setzt die Sehleistung des Auges herab. Bei der psychologischen Blendung wird eine Blendungserhöhung empfunden, die nicht messbar und individuell verschieden ist. Verkehrsteilnehmer können sich geblendet fühlen, ohne dass dies zu einer verringerten Sehleistung führt. Die Unannehmlichkeit der psychologischen Blendung für Einzelne führt jedoch zu einem früheren „Gesehen werden“ von Fahrzeugen mit Tagfahrleuchten und damit zur Erhöhung der Verkehrssicherheit. " Langsam zum Mitschreiben: Uns ist es sch..egal, wie sich andere fühlen. Der Autofahrer will früher gesehen werden. Und das erhöht die Verkehrssicherheit. Von wem eigentlich? Wie man sieht, wird der kleine gemeine Ichling bestens geschützt, damit er auf dem Asphalt gedeihen kann.

Wenn Ihnen also einer entgegen kommt, der Sie blendet, und in unseren Tagen vermehren die Blender schneller als Karnickel, will er nur gesehen werden. Die Technologie ist, wie alle Technologien, völlig unschuldig und steht im Dienste des Nutzers. Im Neusprech: Technologie ist human centric. Ob man den kleinen gemeinen Ichling als human bezeichnen darf?

Wie dem auch sei, human centric heißt auch, dass ein auf eigene Sicherheit achtender Bürger immer einen Putzlappen bei sich führt. Die saubere Windschutzscheibe erhöht die Sicht dramatisch. Je nach Tester mal mehr, mal weniger. Vielleicht hat man in den Tests unterschiedliche Putzlappen benutzt. Man merke: Nicht der Blender ist schuld, sondern der rücksichtslose Fahrer mit der verschmutzten Windschutzscheibe. Obwohl … beim Heckfenster ist Dreck gut, wenn der Blender von hinten kommt.  Bleibende Androhung: Diese Blogbeiträge werden so lange fortgesetzt, bis die Bedrohung des öffentlichen Verkehrs durch unsinnige Autobeleuchtung abgeschafft wird. Ab und an mal werde ich auch über blendende Fahrräder berichten. Der kleine gemeine Ichling fährt nämlich  nicht nur teure Autos.

Ein Geplagter schreibt zum Blog-Beitrag "Mamalux - Papalux …"

Der nachfolgende Beitrag erreichte mich per eMail. Er wird ohne Kommentar und die üblichen bildlichen Begleiter veröffentlicht. Jeder darf sich darauf seinen Reim so frei von allen Einflüssen machen. Der Autor hat den Kommentar so freigegeben:

"anbei nochmals der Text mit kleinen Überarbeitungen und Ergänzungen.

Sie können auch gerne noch Teile oder den ganzen "Brief an TÜV" verwenden und ergänzen, weil ich da die Leuchten noch besser beschrieben, Informationen verschiedener Autoren zusammengefasst und Lösungsmöglichkeiten aufgezeigt habe. 

"Ich bin kein Schaf, dass den anderen Schafen immer nachläuft, sondern versuche selbstbestimmt, frei denkend (Stichwort Konsumzombie) und hinterfragend durchs Leben zu gehen."
 
Hallo Herr Dr. A. E. Çakır,
bei der Recherche nach schädlichen Auswirkungen von LED auf den Menschen und der Umwelt bin auch auf ihre Internetseite gestoßen.
Zuerst fühlte ich mich nur durch die extrem grellen Tagfahr- und Rückleuchten an den Autos geblendet.
 
Nachdem vor ein paar Jahren die Glühbirne verboten worden ist, begann der Siegeszug der LED. Dieses Jahr hat mein Arbeitgeber alle Leuchstoffröhren gegen LED ausgetauscht. Anstatt wenigstens warmweiße LED mit 2700K zu verwenden, wurden nur 6000K verbaut, weil die eben billiger sind. Der Blaustich dieser Lampen ist einfach furchtbar. Aber nicht nur ich fühle mich geblendet, auch meinen Kollegen ist das Licht viel zu grell. Es herrscht jedes Mal eine kleine Diskussion, wo das Licht eingeschaltet wird, da sich immer jemand geblendet fühlt. Auch äußerte vor kurzem ein Kollege, dass er vor dem LED-Licht Kopfschmerzen bekomme.
 
Machen Sie mal ein Foto von einer weißen LED mit 4000K oder 6000K und schalten beim Handy oder Fotoapparat den Weißabgleich aus, falls das Gerät so was besitzt. Ich jedenfalls war ziemlich erschrocken, wie ich in der Produktion vor einiger Zeit ein Foto gemacht habe und des Resultat kurze Zeit später am PC gesehen hab. Man sieht direkt diese Blaustrahlung, die ja angeblich überhaupt nicht schädlich ist.
 
Mir kann das keiner erzählen. Denn Licht durchdringt den Körper von Lebewesen, soviel steht fest. Und wie sich auf längere Zeit das LED-Licht auswirkt, weiß auch keiner. Bedenklich ist es deswegen, weil Tiere schädliche Umwelteinflüsse, Gefahren etc. viel eher spüren und diese meiden. Nicht umsonst meiden Motten das LED-Licht, wo sie doch von Glüh-oder Halogenlampenlicht angezogen werden. Jüngst lies mich eine Meldung aufhorchen, dass gegenüber früher viel weniger Insekten gibt. Das die intensivere Landwirtschaft seinen Teil dazu beiträgt ist klar, allerdings tauchen immer wieder Meldungen auf, dass die LED auch elektromagnetische Strahlung (Elektrosmog) emittieren.
Siehe auch: https://www.gluehbirne.ist.org/elektrosmog.php , eine sehr empfehlenswerte Internetseite.
Anfang des Jahres war ich im Baumarkt, weil ein paar warmweiße Leuchtstoffröhren brauchte und war fast am Verzweifeln, da es hauptsächlich nur noch diesen LED-Schrott zu kaufen gab. Eine Frau mittleren Alters fragte mich nach Hilfe, da sie die Watt-Angabe auf ihrer Halogenlampe nicht mehr lesen konnte. Im Gespräch warnte ich sie vor den LED-Leuchten; sie gab mir Recht und sagte mir, dass sie beim nahe gelegenen Kleintier-und Pflanzenmarkt arbeite. So haben sie seit der Umstellung auf LED-Leuchten in den Aquarien teils massive Probleme mit Algen. ...
 
Auch haben französische Forscher im Versuch mit Ratten Folgendes herausgefunden: Ratten wurden mit starkem Licht aus Glüh-, Halogen, Leuchtsstoff- und LED-Lampen bestrahlt. Zuerst waren bei jeder Lichtquelle die Augen entzündet. Dann reduzierte man die Lichtmenge. Einzig beim LED-Licht trat nach wie vor eine schädigende, dauerhafte Wirkung auf die Augen, ja sogar auf die Netzhaut ein.
 
Ich persönlich habe versucht, mit den LED klarzukommen. Aber es geht einfach nicht. Mit Glühlampen, Halogenlampen oder Leuchtstoffröhren habe ich keinerlei Probleme. Betrete ich einen Raum mit eingeschaltetem Licht, kann ich es sozusagen fühlen, ob LED verwendet werden oder nicht. Ich bekomme dann zuerst gereizte, "drückende" Augen, fühle mich unwohl, weil es ungefähr so ist, wie wenn beim Röntgen eine Bleidecke umgehängt bekommt, zumindest wirkt ein bestimmter Druck auf einen. Teilweise fangen später auch die Augen zu zucken an. Kopfschmerzen folgen. Am Arbeitsplatz kann ich es momentan noch verhindern, dass direkt über mir die LED eingeschaltet werden. Doch es reichen schon die anderen Lampen im Raum für die Symptome aus. Sogar meinen Kollegen ist es zu grell, aber das interessiert den Chef nicht.
Zuhause haben wir momentan nur eine einzige LED-Leuchte verbaut, weil es nichts anders mehr zu kaufen gab. In diesem Raum geht keiner gerne rein. Jetzt sollen aber 2018 die letzten Halogenlampen verboten werden. Ja, die EU. Ich bin ehrlich gesagt am Verzweifeln.
 
Ich brauche zur Arbeit eine halbe Stunde mit dem Auto. Da wird man täglich schon extrem geblendet (Bis auf die älteren Modelle ohne LED, da gibt es nur selten Probleme). Mittlerweile ist das Autofahren fast zum Horrortrip geworden. Die Bremsleuchten brennen einem fast die Augen aus. Fährt ein Auto oder im schlimmsten Fall ein SUV mit LED-Scheinwerfer hinter einem, passiert fast das Gleiche über die Rückspiegel. Schon die normalen Rückleuchten sind viel stärker als Bremsleuchten der älteren Autos oder LKW, welche noch Glühbirnen verbaut haben. Und all das übertreffen die Tagfahrleuchten noch mit Leichtigkeit, der sinnloseste und gefährlichste Blödsinn, den es gibt. Mich persönlich blenden die Tgfl so dermaßen, dass ich kurze Zeit nur noch farbige Striche und teils Stunden danach noch einen Grauschleier auf den Augen habe. Und ich bin 30, ohne Grauen Star oder sonst etwas.
 
Das sagen übrigens über 80% aller Autofahrer nach Umfragen, dass sie sich von LED oder Xenon geblendet fühlen. Aber das stimmt alles nicht, sagt der ADAC, alles nur Einbildung.
Und jetzt wollen die Autohersteller das "blendfreie" Dauerfernlicht und danach das Laserlicht mit 600 m Reichweite (oder war es noch weiter?) einführen und sagen gleichzeitig, dass es weniger blendet als Halogenscheinwerfer. (siehe Anhang, erschienen in der AKTIV - Zeitung für die Metall- und Elektroindustrie).
 
Die Realität sieht leider anders aus. Eine einzige Kuppe oder Bodenwelle, und das war´s mit Ihrem Augenlicht, wenn Sie der Gegenverkehr des Laserlichtfahrers sind. Oder der Sensor reagiert zu spät, oder der Sensor registriert Sie nicht, weil Sie z.B. ein LKW-Fahrer sind (höhere Position, Stichwort Fernlicht auf der Autobahn), oder Sie sind ein Fußgänger ohne eigene Lichtquelle, tja, Pech gehabt. Oder aber der Sensor vergisst seine Arbeit zu machen, weil die Elektronik nicht so funktioniert, wie sie soll. Passiert übrigens bei neueren PKW oft, sodass bei jedem Ölwechsel die Sensoren neu "initialisiert" werden müssen, da sie ihre Arbeit nicht mehr machen. Aber ich schweife ab.
 
Eines noch zu der viel gelobten langen Haltbarkeit der LED-Leuchten:
Im praktischen Einsatz dieser Leuchten zeigt sich (ich arbeite in der Kfz-Branche), dass die LED-Schlussleuchten oft schon nach ein bis zwei Jahren defekt sind (obwohl teure Markenprodukte) und dann komplett ersetzt werden müssen. So erreichen sie nicht einmal annähernd die Lebensdauer der alten Glühlampenmodelle; und im Falle eines Defekts kostet die Reparatur statt 2,50 € für eine Glühbirne eben über 90 €.
 
Von dem Umweltschaden ganz zu schweigen. Profitieren tut nur der Hersteller, der verdient sich eine goldene Nase. Viele Autohersteller (Audi, BMW, ...) haben Probleme mit dem Wassereintritt an den (LED) Rückleuchten, hier sind Rückrufaktionen im Gange. Und das obwohl die viel gelobten (Blend-) LED-Leuchten ein Autoleben lang halten sollen!
 
Überhaupt muss mittlerweile Alles mit LED beleuchtet sein: Werkzeuge, Küchenutensilien, Staubsauger, Kinderbetten in Form von Autos mit derselben starken und gefährlichen Beleuchtung, Grablichtkerzen, Teelichter, ja sogar Luftballons müssen LED-beleuchtet sein. Es gibt bald nichts mehr, wo dieser Schrott nicht drin steckt. Dieses LED-Stalking ist einfach nur grauenhaft.
 
Die angegebene Lebensdauer erreichen die LED bei Weitem nicht, teils halten sie nicht einmal so lange wie einfache Glühbirnen, nur dass dann die komplette Leuchte weggeschmissen wird. Und das soll alles umweltfreundlich sein? Es nützt zumindest den Aktionären und den Konzernchefs.
Aber das Beste (oder auch Schlimmste) kommt noch:https://www.gluehbirne.ist.org/radioaktivitaet.php
 
Zur Herstellung der Leuchtdioden werden Seltene Erden gebraucht, welche oft mit radioaktiven Elementen in der Erde vorkommen. Dieser Abbau verstrahlt die Umwelt. Die Produktion findet meist in China statt, die Leuchten müssen somit um die halbe Welt transportiert werden im Gegensatz zu den Glühlampen, welche oft in der EU hergestellt worden sind.
 
Thema Entsorgung/Recycling: Wer kann sicherstellen, dass die LED korrekt entsorgt werden, vor allem weil die LED teilweise als Sondermüll gelten.
 
Meistens werden die LEDs im Hausmüll landen, "ist ja nichts anderes wie ´ne Glühbirne", bei den Luftballons brauche ich die Frage gar nicht erst zu stellen, wo sie landen. Sollten die LEDs dann trotzdem den Weg zum Recyceln gefunden haben, muss man fragen, ob das überhaupt zu 100% möglich ist oder ob danach noch Sondermüll übrigbleibt. Stichworte Nachhaltigkeit und Altlasten. Die Glühbirne hatte durch ihre Einfachheit hier klare und ganz entscheidende Vorteile.
Also was soll das Ganze?
 
Ich bin zwar kein Glühbirnenfanatiker, aber ihr Licht (und das der Halogenlampe) kommt als Einziges der Sonne am nächsten (wird durch Wärme erzeugt), bei der Produktion fällt die geringste Umweltbelastung an und die Lebensdauer könnte auf min. 15.000 h erhöht werden, wenn man nur wollte. Und zu guter Letzt kann man sie auch weiterentwickeln, was Forscher in den USA bereits gelungen ist und den Stromverbrauch massiv gesenkt haben.
Siehe auch: Anhang von Dr. Peter Heilig, Augenarzt
Ich wünsch Ihnen alles Gute und bleiben Sie bitte dran am leidigen Thema LED.
Mit freundlichen Grüßen"
Der Autor hat mir noch seinen Brief an den TÜV geschickt, der hier angehängt ist. Der Artikel von Peter Heilig war leider nicht dabei. Ich hänge einen aus der "Concept Ophthalmologie" an, damit man sieht, was ein Professor für Augenheilkunde von dem Ganzen hält (ConceptOphthalmologie_Überdosis Licht).
 
Der wahre Adressat des Briefs in Deutschland wäre der Verkehrsminister. Allerdings hat der jetzige Amtsinhaber vier Jahre unnütz verstreichen lassen, anstelle sich zu einem nützlichen Mitglied der Gesellschaft zu entwickeln. So hätte er in nur drei Jahren eine Lehre als Facharbeiter absolvieren und sich in seinem Hauptberuf - Komiker - ein Jahr weiterbilden können. Wir hoffen auf den Nachfolger. Bei der EU - der richtige Adressat - sieht es vermutlich nicht besser aus. Nur kann man dort zwischen Ernst - bitter - und Komik - noch bitterer - nicht so schnell entscheiden. Die hat sich auf CO2 eingeschossen und uns so den Diesel auf den Hals geladen. Der ist nämlich umweltfreundlich, jedenfalls nach der EU-Politik der Klimarettung. Der Feinstaub steht auf einem anderen Kapitel. Aufgrund der Erfahrungen mit dem Verkehrsminister in dieser Sache habe ich darauf verzichtet, die Angelegenheit mit der Kfz-Beleuchtung dem zu melden. Mal sehen, was die Politik macht, wenn der erste Verkehrsrichter einen Tod eines Fußgängers beurteilt, den ein Autofahrer übersehen hat, weil er unbeleuchtet herumlief. Der Fußgänger, meine ich.