OSRAM wird Elektronik-Bude - jetzt endgültig

 

Es ist lange her, ich berichtete, OSRAM wird Elektronikbude (hier). Damals gab es noch das Gerücht, dass sich Osram in die LED-Entwicklung vertiefen wollte. Heute ist es kein Gerücht mehr. Eine Firma aus Österreich hat die Mehrheit an Osram gekauft. Damit geht die gesamte Lichtsparte von Siemens nach Österreich. Na, ja. Traunreut war ja auch fast Österreich.

Firmen kommen, Firmen gehen, Wirtschaftszweige bleiben bestehen -- bis sie ihre Bedeutung verloren haben. So ist es mit Licht. Einst konnte es internationale Kartelle ernähren. Als sich Siemens von der Leuchtensparte trennte, waren die Kollegen dort schockiert. Licht nicht mehr Kerngeschäft? Doch, doch. Siemens behielt OSRAM. Alles was in Leuchten leuchtet. Später gingen auch die Leuchten zu Osram, zu einer Firma, die nie Leuchten bauen durfte. So der Konzernzwang. Danach fand man, dass Leuchten weder Kern noch Geschäft wären. Also weg damit. Jetzt ist auch Osram weg.

Der Wirtschaftszweig Licht sorgte nicht nur für Gewinne für die beteiligten Unternehmen, sondern auch dafür, dass wir gewisse Normen hatten, die z.B. für Blendungsbegrenzung sorgten. Wenn die Leuchtmittel in China gebaut, die Vorschaltgeräte in Vietnam gewickelt, die Spiegel in Malaysia gebogen werden, wird sich niemand für verantwortlich erklären, wenn die Beleuchtung blendet oder mit Lärm nervt. Anders als bei Druckern oder Kopierern, die eigenständige Geräte sind, kann man bei Leuchten den Hersteller nicht dafür verantwortlich machen, wenn die Beleuchtung blendet. Einen ganz üblen Vorgeschmack davon kann man auf Straßen erleben. Fahrräder blenden schon bei Tage, eine Überlandfahrt bei Nacht artet in vielen Ländern in Horror aus. Man hat viel Licht, sieht aber immer seltener etwas.

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