Posts Tagged: Lichtverschmutzung

Licht und Unsinn

13.01.2014

Beleuchten, um nicht zu beleuchten …

Etliche Beiträge in diesem Blog drehen sich um den Unsinn, mit Leuchten, d.h. mit Leuchtendesign, Spiegelungen auf dem Bildschirm zu bekämpfen. Es war schon zu Beginn der Welle Unsinn. Leider hatte niemand die Sache so deutlich dargestellt wie einer, der Ergonomie macht (Quelle), und das anno 2014:Die Leuchten beleuchten alles, nur nicht die Stelle, an der der Benutzer Erleuchtung finden will. Dabei hatte ein wichtiger Mensch ein früheres Bild von mir, das diesen Unsinn etwas anders darstellte, als Unsinn bezeichnet. „Wer plant denn so etwas?“ hatte er in die Menge gerufen.

Ja, wer plant denn so etwas? Jeder, der die Normen, die man anwenden sollte, richtig ausführt. Was soll anderes herauskommen, wenn man zwei Leuchtenreihen mit tiefstrahlender Charakteristik parallel zum Fenster in ein übliches deutsches Büro (Höhe 2,50 m bis 2,70 m; Tiefe ca. 6 m) aufhängt und dazwischen die Arbeitstische platziert? Mein Bild stammt von etwa 1995, das obere Bild fand ich gestern auf einer neu aussehenden Website. Eigentlich muss man keine solchen Bilder zeichnen; man sieht die Misere in fast jedem ähnlichen Raum an beiden Seitenwänden.

Mehr z.B. unter Kann Licht töten? Dummheit schon
oder hier SAP macht seine MItarbeiter krank (macht garantiert nicht)

Licht und Dunkelheit

31.07.2013

Entleuchtungsbirne

Als ich den gestrigen Beitrag mit Realsatiren schrieb, fiel mir ein Buch ein, in dem solche Dinge, allerdings als Satire klar erkennbar, von Wissenschaftlern geschrieben werden, im Journal der Unwiederholbaren Experimente. Für solche Taten gibt es seit einigen Jahren auch einen Nobelpreis. Damit man den nicht mit dem echten Preis verwechselt, heißt er „Ig Noble Prize“. Wie ernst die Sache genommen wird, sieht man daran, dass die Laudatio von echten Nobelpreisträgern gehalten wird. Weniger ernst sieht das Ende mancher Veröffentlichungen aus: Man faltet Papierflugzeuge daraus und lässt sie im Saal steigen.

Eine der prämierten Erfindungen heißt Schwarzbirne, die man zur Entleuchtung von Räumen einsetzt, in denen zu viel Licht installiert ist. Gestresste Bewohner von Großraumbüros, die keinen Besenstiel ergattern können, um die Lampen über ihrem Kopf kaputtzuschlagen, können aufatmen: Die Entleuchtungsbirne gibt es bald zu kaufen. Man installiert sie an passenden Stellen im Raum und hat so seine Ruhe.

Ich kenne viele Leute, die beim Anblick dieser Zeilen den Kopf schütteln werden. So'n Unsinn! Stimmt! Wird aber seit Jahrzehnten von dem Lieblingskonzept der Lichttechnik, der Allgemeinbeleuchtung, überboten. Man hat zwar den Namen getilgt, aber nicht geschafft, das Konzept zu killen. Seit mehr als 10 Jahren heißt es „raumbezogene Beleuchtung“. Damit keiner auf die Idee kommt, davon abweichen zu dürfen, erweitert man die zu beleuchtenden Flächen so, dass am Ende bei jedem Konzept dasselbe herauskommt (mehr dazu: selbstwachsende Flächen).

Wer Praktikern Konzepte verkauft, bei denen der überwiegende Teil des im Raum installierten Lichts auf den Teppich fließt, und der auf den Tisch fallende Teil vornehmlich an beiden Tischenden landet, darf sich über fade Scherze nicht aufregen. Dass die Studien, die zu solchen Konzepten geführt haben sollen, das o.g. Journal bereichern könnten, kann ich mir nicht vorstellen. Wenn die Redakteure unter einer entsprechenden Beleuchtung zu arbeiten haben, werden sie sich verbitten, Scherze über ihr Elend zu treiben.

Licht und Untergang

11.05.2013

INSELN VERSENKEN MIT LICHT

Die Welt hat verstanden: Wenn man weiterhin mit fossilen Brennstoffen die Atmosphäre voll CO2 pumpt, steigt der Meeresspiegel. Am Himalaya wird sich das vielleicht nicht auswirken, außer dass der Mount Everest zwei Meter weniger über N.N. messen wird. Aber das Land, das gerade 1,5 m über dem Wasser rausguckt, wird es nicht mehr geben. Gluck! Es handelt sich um eine der schönsten Atolllandschaften der Erde, die Inselwelt der Malediven.

Der Präsident der dem Untergang geweihten Republik hat die Sache mit einer spektakulären Aktion publik gemacht: Das Kabinett tagte 2009 unter Wasser (mehr hier). Eigentlich kaum vorstellbar, dass so etwas bei uns passiert – Kabinett Merkel unter Wasser. Man sieht, wie einzelne Minister heiße Luft ablassen statt Weisheiten. Die Betonfrisur einer Ministerin gerät durcheinander, was aber nicht weiter auffällt, weil das Make-up stärker derangiert wird. Und über allem schwebt Mutti nebst ihrem Umweltminister, der neulich den uneitelsten Spruch von sich gegeben hat, den je ein Politiker ausgesprochen haben dürfte: Auf die Frage, wie er sich die Speicherung der sommerlichen Sonnenenergie für das winterliche Heizen vorstellt, guckte er kurz auf seinen Bauch und sagte, an der allgemeinen Lösung würden seine Fachleute derzeit arbeiten. Die private Lösung sei ihm aber bereits gelungen. Bei dem Mann kann ich mir vorstellen, dass er auch als Manta über'm Riff schweben würde, ohne an Würde zu verlieren.

Leider ist der Anlass von diesem Blogbeitrag weniger lustig als der humorvolle Minister: Heute wurde auf Mauna Loa die höchste CO2-Konzentration der letzten 2 Millionen Jahre gemessen. Die Menschen haben nur 55 Jahre benötigt, wofür die Natur 2 Mio. Jahre verplempert hat. Soll der Präsident der Malediven demnächst die Tauchgeräte an den Rest seines Volkes austeilen?

Ich denke, das sollte er sofort tun. Denn die Inselwelt könnte viel eher versinken als durch die Erhöhung des Meeresspiegels, die noch 50 oder 100 Jahre auf sich warten lässt. Und die Korallen können in der Zeit weiterwachsen, womit die Republik weiterbestehen könnte, sogar auf einem höheren Niveau. Doch die Korallen benötigen zum Wachstum Nachwuchs, den sie wie viele andere Spezies über sexuelle Kontakte bewerkstelligen. Da die dummen Tiere aber nicht gelernt haben, sich bewegliche Häuser zu bauen wie Schnecken, bleiben sie für immer in der Behausung stecken, die sie mal als Larve ausgesucht haben. Wie läuft ein junger Kerl einer hübschen Schnecke nach, wenn er in einem Zimmer gefangen lebt, und sie auch, aber in einem anderen?

Bei den Korallen geht die Sache recht gut, weil sie nicht an der Luft leben, sondern im Wasser. Die Korallenfrauen lassen ihre Eier einfach ins Wasser, die Korallenmänner die Samen. Fehlt nur noch die Organisation des Zusammentreffens, Speed-Dating für ortsgebundene Riffbewohner – Einsamer sucht Einsame; zum Einsamen reicht nicht. Der Einsame und die Einzusamende müssen sich zum gleichen Zeitraum im gleichen physikalischen Raum treffen - Ei und Samen. Und dafür sorgt der Mond mit seinem Licht.

Einmal im Jahr sehen die Riffe nachts aus, als wären sie in Nebel verhüllt. Man sieht aber deutlich, dass es sich nicht um Nebel bzw. Verschmutzung handelt. Es ist die Hochzeitsnacht der Korallen. Wer in dieser Nacht keinen Partner gefunden hat, treibt am nächsten Tag oben tatsächlich als eine Art Verschmutzung, während die Glücklichen ihr Larvenleben beginnen, indem sie abtreiben. An einem anderen Ort. Keimzelle eines neuen Riffs?

Und was ist mit dem Untergang? Eine Hochzeitsnacht unter'm Vollmond ist doch was Tolles? Stimmt! Allerdings dürfen nicht 365 Nächte im Jahr Vollmond sein. Auf den Malediven ist aber die Sache so weit gediehen. In der einstigen Wildnis gibt es kaum Ecken, wo es nachts noch dunkel wird. (mehr hier: http://www.walkabout-talkabout.de/Malediven/Nacht_weg.html oder http://www.lichtundgesundheit.de/cyberlux/?p=617

Wenn Korallen 365 Nächte im Jahr Hochzeit feiern (müssen), können sie ihre Eier und Samen jederzeit in die Fluten feuern. Das Ergebnis - bezüglich des Nachwuchses - dürfte wie bei den Menschen ausfallen: sehr geringe Trefferquote. Als Folge verkalken die menschlichen Gesellschaften. Bei dieser Republik kracht es im Gebälk, weil die Malediven keinen einzigen Stein ihr eigen nennen, sondern nur auf Korallenkalk aufgebaut sind. Die Inseln sind ständig im Auf- und Abbau begriffen und brechen auch ohne Weltuntergang in der Mitte durch, wo dann eine Lagune entsteht - und ein Mini-Atoll drumherum. Andernorts wächst dann ein Thila oder Giri langsam nach oben und bildet die nächste Inselgeneration.

Damit ist Sense, wenn die einstige Wildnis als neue Partymeile nächtlich  in Lichterglanz erstrahlt. Keine Koralle ohne Korallenhochzeit - Keine Insel, ohne neue Koralle. Es ist, als ob man im ersten Stock wohnt und zugucken muss, wie Keller und Parterre abgetragen werden. Toter Kalk löst sich hervorragend im Wasser.

Wer beanstandet hatte, dass durch das primitive Verbrennen fossiler Brennstoffe sowie Abfackeln tropischer Wälder der Weltuntergang nur schleppend herbeigezauert werden kann, kann lernen, wie man das schneller und gründlicher bewerkstelligen kann. Titanic lässt grüßen. Ein leuchtendes Vorbild!

 

Licht und Verschmutzung

18.01.2013

MAL DEN HIMMEL PUTZEN

Nach meiner letzten Tauchreise auf die Malediven wollte ich den dortigen Präsidenten anschreiben und ihn bitten, das, was er von anderen Staaten erwartet, nämlich mit Energie nicht zu aasen, damit sein Reich noch über das Wasser guckt, selbst zu realisieren. Zwei Wochen lang gab es in der einstigen Wildnis keine Nacht. Das Meer war voller Scheinwerfer, die in die dunkle Nacht zeigten, in der sich nichts bewegte; die Schiffe ließen die ganze Nacht massenweise Lichter brennen. Und die Inseln hatten mittlerweile Straßenlaternen, ohne dass es nachts Verkehr oder Menschen gab. Leider hat es mit dem Schreiben nicht geklappt, weil der Präsident gestürzt wurde, ehe ich schreiben konnte.

Weiß einer in Deutschland, dass dort über 9 Millionen Laternen Nacht für Nacht bis zum Morgengrauen brennen und auf Fußgänger warten? Auf neun Deutsche kommt eine Straßenlaterne! Sie stehen in der Landschaft herum und warten, bis einer vorbeikommt, um sich den Weg beleuchten zu lassen. Sie beleuchten sogar Straßen, auf denen man nachts Zeitung lesen kann, Kudamm, Kö und so. Da waren die alten Römer intelligenter. Wollte ein Bürger einen anderen zu später Stund´ besuchen, bestellte er einen Laternarius. Dieser trug ihm die Laterne voran. Leider können wir uns keinen Laternarius mehr leisten, der ein Sklave war. Und Sklaven pflegten auch, einen Sklavenaufstand zu wagen, wenn der Auftrag zu blöd war. Einen Laternenaufstand brauchen wir nicht zu befürchten. Sie stehen eh schon in der Landschaft herum.

Und die Dinger beleuchten nicht nur die Straßen. Man kann sie auch von Satelliten aus fotografieren. Das Bild da oben zeigt eine Stadt, in der man um Mitternacht hat Dinge mit bewegtem Meerwasser beleuchten können (Meeresleuchten reichte zum schematischen Sehen aus). Interessant sind die Lichter links unten im Schwarzen (Meer). Das sind Schiffe, die vor Anker liegen. Und die brauchen eigentlich nur ein kleines Licht oder zwei, je nach Größe. Jetzt kann man sie auf Satellitenbildern gegenüber einer Großstadt noch erkennen.

Wie wäre es damit, den Himmel zu putzen? Licht nur dahin, wo man etwas sehen will? Wie und was man machen kann, kann man z.B. beim Sternenpark in der Schwäbischen Alb lesen. Z.B. Städte ohne Lichtverschmutzung. Zur Schwäbischen Alb einfach hier klicken

Eine recht alte Abhandlung des Themas gibt es hier: Lichtverschmutzung – Die Dunkle Seite des Lichts
Wer sich nicht bis zur Schwäbischen Alb bewegen will, kann auch über Frankfurt und Lichtverschmutzung hier lesen.
Hier ist eine ganze Website dem Thema gewidmet.
Und hier gibt es Infos in Deutsch, Englisch und Niederländisch zu den Einflüssen auf das Leben.

Wer das alles für überflüssig hält, sollte sich überlegen, wann er das letzte Mal eine dunkle Nacht gesehen hat. Und mehr als paar Sterne. 

Licht und Grauen

09.12.2012

DAS BUNTE ENDE KOMMT NOCH!

LEDs erobern die Welt. Aber anders als die Blue Meanies, die in dem Beatles Film Blue Submarine alles grau schießen. Sie wollen den Menschen die Lust am Leben nehmen. Daher grau statt bunt. Die moderne Technik hilft allen Beatles zu spielen. Man kann alles mit LED bunt machen, auch was sich grau gehört.

Die Bilder frisch von der Themse zeigen, was man alles mit LED anstellen kann: HMS Belfast, ein Veteran, der nicht nur in der Operation Warlord (Landung in der Normandie) eingesetzt wurde, sondern auch die Scharnhorst mit versenkte, verleiht man ein Aussehen wie die Niagara Fälle am Abend. Bonbonfarben zum Anbeißen. Geschütztürme in sanftem Rosa, Flak in Orange - und andersrum, dynamisch!


Das Ende des Grauens ist nicht abzusehen. Aber, dass es bunter wird. Das ist nur der Anfang des bunten Grauens.