Posts Tagged: LED

Tod den Insektenkillern

2014

 

Als ich die Nachricht über die LED-Lampen in Hannover schrieb, fiel mir ein, wie sich die LED auf nachtaktive Insekten auswirken würden. 

Beim Studium der Veröffentlichungen fiel mir der Kinnladen runter, weil meine Lieblingslampe, Halogenmetalldampflampe, wohl der Insektenkiller #1 ist. Ich liebte die, weil ich meine Dissertation über Sportstätten geschrieben hatte, die man am besten mit solchen Lampen beleuchtet. Sie hat eine sehr gute Farbwiedergabe. Attraktiv! Leider auch für die Insekten.

Wie sieht es für die LED aus. Hier sind mehrere Artikel/Studien von einer unverdächtigen Stelle (NABU) zusammengestellt: 
INSEKTENVERTRÄGLICHKEIT UND NATURSCHUTZ

Wie so eine Studie aussieht, hat Prof. Eisenbeis in 24 Folien zusammengestellt (ganz unten auf der Seite abrufbar. Hier leider aus Copyrightgründen nicht möglich): Hier sein Fazit:

  • Die getesteten LED's erwiesen sich am Fleher Deich als insektenfreundlich – sie müssen jedoch hinsichtlich möglicher anderer Nebenwirkungen auf Natur und Mensch weiter sorgfältig beobachtet werden
  • Die Halogenmetalldampflampen verdienen das Prädikat 'Insektenkiller' wie die Quecksilberdampflampen
Mein AMpelmann

Wunderlampen - Lampen, über die man sich wundert?

2014

 

"Mit einem Budget von 200.000 Euro soll die Verwaltung beginnen und Schritt für Schritt sämtliche Lampen auswechseln. Hannover soll nicht mehr in das diffuse, gelbliche Licht der Natriumdampflampen getaucht sein, sondern mit den hellweißen, scheinwerferartigen LED-Lampen ausgeleuchtet werden." schreibt die Hannoversche Allgemeine von heute.

Was danach kommt ist aber noch interessanter: "Effizient, aber teuer in der Anschaffung: 350 Euro kostet eine LED-Lampe ohne Mast. Die Variante, die auch Hauptverkehrsstraßen ausleuchten kann, schlägt sogar mit fast 1000 Euro zu Buche." Effizient, aber teuer? Was heißt denn effizient? Nach meinem Wissen ist effizient, wenn etwas für die Erfüllung einer Aufgabe von mir wenig Aufwand erfordert. Das sind meine 1.000 € pro Laterne. Ist das effizient?

Man stelle sich vor - die Hersteller stellen sich das sowieso schon lange vor - alle Straßen von Deutschland würden mit effizienten LED ausgestattet. Das macht 9.000.000 x 1.000 = 9.000.000.000 €

Schäuble muss seine schwarze Null leider doch verschieben. 

Samsung kann nicht LED

2014

 

Wie groß ist ein Riese? Eigentlich egal, wenn er nicht David gegenüber steht. In der Industrie sieht es allerdings anders aus. Ein Riese ist einer, der alles kann. Und alles in großen Stückzahlen. So einer ist Samsung: Einer der größten Firmengruppen der Welt, von Schiffbau bis Smart Phone, immer vorne dran, wenn nicht Erster. Bei LED bestimmt nicht ein kleines Licht (hier Achtung: Link möglichst schnell benutzen. Grund steht unten zu lesen)

Heute wurde bekannt, SAMSUNG gibt LED als Lichtquelle auf. Quelle: ARD Teteletext

Es grüßt Sie herzlich unser Wappenvogel. 

Gullydeckel mit LED - Kunst oder ?

2014

 

Hammer der Woche

Wallenhorst - eine deutsche Gemeinde, die sich einen Namen macht. Mit fünf Gullydeckeln, die nachts einen Kreisverkehr verkehrssicher machen sollen. 

Nicht, dass man 10.000 € buchstäblich versenkt hat. Man hat unfreiwillig auch die Satire mit schönen Stoff gefüttert. Die heute show muss sich nicht mehr beim Bundestag anstellen, damit Dr. Lammert, Präsident des hohen Hauses, sie wieder einlässt. Spiegel Online berichtet: "Der Fall sei ein "heißer Kandidat" für das Schwarzbuch 2015, sagte Gerhard Lippert vom Bund der Steuerzahler Niedersachsen und Bremen: "Das ist aus unserer Sicht eine Steuergeldverschwendung."

Mit der Haltbarkeit der LEDs ist wohl auch nicht weit her. An dem einen Deckel waren 3 der 16 Lampen (oder Leuchten?) kaputt. Wie schnell doch 50.000 Stunden vergehen können. Bislang bestand mein Wissen über lebensdauerverkürzende Aspekte aus Wärmestau im Retrofitbereich, so etwa, wenn man eine bestehende Leuchte nimmt, ein LED-Modul ungeschickt darin platziert und keine 50.000 Stunden wartet, bis die LED sich in die ewigen Jagdgründe begeben. 

Nicht nur bei der Lebensdauer hat man sich getäuscht, sondern auch in der "Leuchtkraft", denn die Gullydeckel mit LED sollten Lichtsäulen in den Himmel schicken, die die Autofahrer weiträumig leiten. Sie sind leider kümmerlich ausgefallen. Na, ja. Man muss rechnen können. Was einem das Marketing vorrechnet, ist das Blaue vom Himmel. Vorbild war eine Installation in Bad Rothenfelde. Die allerdings hätte man sich näher ansehen müssen. Dort ist die Installation Teil eines Kunstprojekts "Lichtsicht-Biennale"(hier oder dort). Ein Gradierter wirkt als überdimensionale Projektionsfläche, Teil einer 11.000 qm Bildfläche. Was sind dagegen 5 Gullydeckel? 

Mir ist nicht klar, wo der Künstler die Idee mit dem Gullydeckel hatte. Vielleicht diente dieses Kunstobjekt als Vorbild?

LED - Das Lügenlicht

2014

 

Brandheiß

Vor geraumer Zeit hat Wout van Bommel* in seinem Vortrag „Lighting tomorrow: What’s hot and what’s not hot“ gesagt: LED ist Lügenlicht, glauben Sie keiner Angabe von Zahlen. Das war 2009. Prof. Wout van Bommel war u.a. Leiter von Philips' International Lighting Design and Application Centre (LiDAC) und hatte bestimmt kein Interesse daran, die Technologie anzuschwärzen. Was hat er aber bloß sagen wollen?

Dies erleben Praktiker, Lieferanten, Planer wie Kunden täglich, leider nicht auf eine allzu angenehme Weise. Z.B. als Folge einer eigentlich sehr netten Eigenschaft der LED: Das abgestrahlte Licht enthält wenig Wärme. Sie geht nach hinten weg und stört den Beobachter nicht. Diese Eigenschaft musste man früher den Projektionslampen auf eine teuere Art beibringen, damit sie nicht die Dias ins Jenseits beförderten (Kaltlichtspiegel). Bei der LED ist die gute Eigenschaft sozusagen eingebaut. Baut man sie z.B. in einen Aufzug, in dem das Licht dauernd brennen muss, bleibt es darin angenehm kühl. Und selbst wenn man vom Strahl erfasst wird, ist es noch erträglich. Leider nicht so, wenn man LED nachträglich in Downlights einbaut. Nicht nur, weil der Elektriker durch den eventuell erforderlichen Umbau zum neuen Hersteller wird und für das "Produkt" haftet. Die LED bedankt sich für die Unannehmlichkeiten (Wärmestau) mit schnellem Ableben. Ob da Brandgefahr besteht, darüber streiten sich die Auguren. 

Was fehlt eigentlich der LED? Das kann man in einem sehr kurzen Satz sagen: Standards! Wer sich nur als Kunde mit Licht beschäftigt, nimmt die Standards allenfalls am Rande wahr, viele überhaupt nicht mehr. So z.B. stammen die physikalischen Größen, mit denen wir hantieren, aus einer Norm, die bestimmt älter ist als die meisten noch lebenden Menschen. Es gibt noch andere Normen aus der ersteh Hälfte des letzten Jahrhunderts, die heute noch bestimmen, wie Leuchten aussehen oder benannt werden. Zur Messung von Eigenschaften von Lampen, Leuchten und sonstigen Produkten gibt es viele weitere Normen. Doch nicht nur Normen allein, sondern die Beziehungen zwischen dem Hersteller, dem Großhandel, dem Elektriker u.ä. bestimmen mit, wie wir mit Lichtprodukten umgehen. Man kann das Ganze Kultur oder Technologie nennen. 

Das Ganze ist vielen "Kreativen" lästig, im Alltag aber unerlässlich. In Bezug auf die Leuchtstofflampe hat es sich über fast 8 Jahrzehnte entwickelt. Nun muss man das Ganze für LED wiederholen. Leider klappt es nicht so gut, weil LED kein übliches Leuchtmittel ist. Das Lügenlicht ist also kein lügendes Licht, sondern ein Licht, für dessen Verwendung uns "die Worte" fehlen, sprich Standards. An sich nichts Ungewöhnliches, wenn man an Computer denkt. Diese waren noch vor 20 Jahren für die meisten Menschen ein Buch mit sieben Siegeln, heute spielen Kleinkinder damit, allerdings virtuos und nicht als Kinderkram.

Jammern hilft da nicht. Man muss durch!