Gutes Timing … ist wichtig, sagt die Chronobiologie und meint den Zeitpunkt der Lichtexposition. Warum ich gerade heute daran denke, muss man nicht mühsam erraten. Heute ist der Tag, an dem die Chronobiologen verzweifeln, weil die Politik die Uhren vordreht. Im Herbst schreiben sie noch einmal, dass sie die Sommerzeit unsinnig finden.
Ich liebe die Sommerzeit, weil die Tage viel länger sind, vor allem die Abende. Während sich die Chronobiologen an den wechselnden Zeiteinstellungen abarbeiten, redet kaum jemand über die noch tiefer gehende Festlegung der Zeiten in Europa. Ich denke, die Sache thematisiert nur ein Chronobiologe. Es geht um die MEZ, mitteleuropäische Zeit. Sie ist ein Geschenk der Eisenbahn. Vor ihrer Erfindung durfte jeder Ort seine Zeit haben. Wenn die Sonne ihren Scheitel am Himmel erreicht, ist Mittag, vielmehr war Mittag. Erst hat man das GMT erfunden, Greenwich Mean Time, danach fügte sich fast ganz Europa in die gleiche Zeitleiste, eben MEZ.
Was soll da falsch sein? Die Sonnenzeit! Sie bestimmt, wann Kühe Milch geben, sich Gräser aufrichten, Hähne krähen … Geht das den Stadtmenschen etwas an? Die Chronobiologie sagt ja. Stadtmenschen sind wie Bauern eben Menschen, sie leben aber gegen den Rhythmus ihres Körpers, den eigentlich die Sonne vorgeben darf. Wenn aber in einem geografischen Raum, in der sich die "echte" Zeit, die Sonnenzeit um drei Stunden unterscheiden kann (vom östlichsten Punkt mit MEZ zum westlichsten), lebt ein Teil von ihnen garantiert mit einer erheblichen Zeitverschiebung. Nennt sich "soziales Jetlag".
Heute fand ich einen schönen Artikel von Elmar Peschke, der sich nicht wie die meisten auf Melatonin stürzt, sondern sich mit der Insulinausschüttung auseinandersetzt. Diese erfolgt antagonistisch zu Melatonin, will heißen, je mehr Melatonin desto weniger Insulin u.u. Wer also versucht, in den Tagesverlauf der Melatoninausschüttung einzugreifen, greift automatisch auch in den Insulinhaushalt. (s. Elmar Pesche Ein jegliches hat seine Zeit.)
Es werde Licht - sagt normalerweise Gott, jedenfalls für Gläubige, die das Testament lesen. (Ich will nicht behaupten, ob es im AT oder NT so heißt). Heute hieß es im Berliner Tagesspiegel so: "In der Stadt gibt es von allem zu viel. Lärm, Schmutz, Bewegung. Auch öffentliche Beleuchtung ist dabei ein Ärgernis. Plätze und Straßen gehen in einer „Soße“ unter, und Energie wird an den Himmel verschwendet. Ein Spaziergang durch einen Berliner Notstand …"
Zum Abkürzen ist der schöne Beitrag zu schade. Deswegen möge jeder selber lesen, was die beiden Autoren, Dagmar Dehmer und Stefan Jacobs uns sagen wollen (hier). (Politically correct wäre "die Autorin Dagmar Dehmer und der Autor Stefan Jacobs" zu schreiben. Der Artikel stammt aber nicht aus der TAZ.). Ich will nur einige Highlights (keine missglückte Anspielung) zitieren, die ich lustig finde:
„das Licht fällt auch auf vieles, was gar nicht
beleuchtet werden müsste“. Etwa den Himmel."
Bis dato dachte ich, der Himmel schwebe über Erden, und den würde der Herr selbst beleuchten. Und fallen tun Dinge bestenfalls vom Himmel, aber nicht darauf.
Viel viel lustiger finde ich die Bemerkung über die Speer-Leuchten, so genannt nach dem Rüstungsminister Hitlers, der ein großer Fan von Licht war:
"Zwar erfüllen die Speer-Leuchten ihren Job, sie
machen hell – den neunspurigen Boulevard mit
Mittelinsel, und die Fußgänger darauf, die
schon von Weitem Gesichter derjenigen erkennen
können, die ihnen entgegenkommen. Sogar
Farben unterscheiden sich voneinander. Doch
Völker bemängelt, dass diese Leuchten die
Straße „mit einer einzigen Lichtsoße übergießen“.
Eine einzige Erleuchtung für mich. Ich wohne seit einigen Jahrzehnten dort, finde die Leuchten toll. Mir ist aber äußerst selten auf dem Kaiserdamm einer entgegen gekommen. Die Lichtsoße ist mir hingegen gut bekannt. Die habe ich mit meinem Professor an der Uni, Vor- Vorgänger von Völker, messen müssen, wenn etwa ein Autofahrer einen Fußgänger angefahren hatte. Auf richterlichen Beschluss wurde gutachterlich festgestellt, ob der Missetäter, Pardon Autofahrer, den Angefahrenen etwa hätte erkennen können. Wenn man anstelle der Lichtsoße womöglich kuschelige Lichtinseln geschaffen hätte, damit sich z.B. Liebespärchen wohlfühlen und einen wichtigen Akt der Erhaltung des Biodeutschen begehen, kämen womöglich motorisierte Totschläger ohne Strafe davon. So müssen die Liebespärchen in den angrenzenden Park am Lietzensee, der ohne Soße kuschelig-heimelig beleuchtet ist.
Für das Kuschelig-Heimelige ist Sabine Röck zuständig, deren Vorstellungen von Vorgestern ist, so jedenfalls nach Meinung von Effizienzexperten:
"Trotzdem schwärmt Sabine Röck für das „zauberhafte
Licht, das funkelt“, wie sie sagt. Röck
hat die Firmenchronik für den Lampenhersteller
Selux geschrieben und 2002 über die öffentliche
Beleuchtung in Berlin promoviert. Sie, die auch
das Gaslaternenmuseum im Berliner Tiergarten
wissenschaftlich betreut, setzt sich seit Jahren
dafür ein, die Gaslaternen zu erhalten. Das Effizienzargument
sei bloß vorgeschoben. Röck sieht „die E-Lobby“ am Werk.
„Das Brandenburger Tor wird ja auch nicht abgerissen, weil es
nicht praktisch ist“, sagt sie.“.
Das Effizienzargument ist leider nicht vorgeschoben, sondern einfach falsch. Denn Effizienz ist, wenn man dasselbe Ergebnis mit geringerem Einsatz von Ressourcen erreicht. Im Falle von Licht wäre das Ergebnis die Lichtqualität. Wer die zauberhaften Abende in Berliner Kiezen kennt, die mit Gaslaternen geschmückt sind, wird sich mit Händen und Füßen dagegen wehren, LED Funzeln dorthin zu pflanzen. Vor dem Brandenburger Tor stehen hinreichend viele, die einem einen Abriss schmackhaft machen wollen. Oder ist die lila Beleuchtung etwa eine neue Qualität, die mir verborgen geblieben wäre?
Niemand in der Lichttechnik weiß, was Lichtqualität ist. Solche die es versucht haben, Lichtqualität zu Papier zu bringen, haben sich daran die Zähne ausgebissen. Solange die Effizienz der Beleuchtung in Lux gemessen wird, und sie wird heute so gemessen, werden Techniker wie ökonomisch Denkende nie verstehen, warum angeblich ineffiziente Beleuchtung die Herzen der Menschen mit Freude erfüllt. Gaslaternen sind keine Beleuchtung, sondern Stadtgestaltung. Na, ja, beleuchten tun sie auch - etwas …
Am Ende des schönen Beitrags kommt der Effizienzexperte zu Wort, in der Person von Sven Lemiss, Geschäftsführer von BIM, das ist der Verwalter der Immobilien des Landes Berlin. Der sagt:
"Etwa sechs Prozent des gesamten
Energiebedarfs in Deutschland gehen auf die
Straßenbeleuchtung zurück.“. Ergo?
"Bei LEDs sprechen wir von einer Lebensdauer von etwa
50000 Betriebsstunden. ... Zum Vergleich:
Herkömmliche Glühlampen haben etwa 1000 Betriebsstunden,
Energiesparlampen etwa 10000 Betriebsstunden."
Der Herr über die öffentliche Beleuchtung (man siehe sich die vom Brandenburger Tor zum Anlass des Terroranschlags von Paris (hier), und vom Olympiastadion, Anlass s. hier) noch einmal an.) weiß über die Lebensdauer von Leuchtmitteln so weit Bescheid, soweit ihm das Marketing von Lichtfirmen das vorgaukeln. Wie mehrfach in diesem Blog dargestellt, gibt es auch LEDs, die ihren Dienst nach 500 Stunden einstellen, weil ihnen die Umgebung nicht behagt. Und die 10.000 h von Energiesparlampen gehören zu den modernen Märchen, denen sogar Politiker des Kalibers Trittin oder Gabriel geglaubt haben (wollen?).
Es kommt aber noch schöner. Wie begründet man seine Vorliebe für LED? Z.B. durch Sachargumente: Während die altmodischen Gaslaternen von Berlin, die einst vom Laternenanzünder angezündet werden mussten, auch in heutiger Fassung leider nur ein- und ausschaltbar sind, kann man die LED steuern, und das millionenfach in der Sekunde, wenn man weiß warum. Sven Lemiss weiß, warum:
"Die LEDs bringen eben nicht nur eine
effiziente und gesetzeskonforme Beleuchtung
auf die Straße, sondern machen auch eine ganz
andere Aufenthaltsqualität möglich. So lässt
sich beispielsweise das Licht so steuern, dass
es heller ist, wenn mehr Licht gebraucht wird,
und es gedimmt wird, wenn kaum noch jemand
unterwegs ist."
Da komme ich zurück auf unser Liebespärchen. Wenn es dem nach Kuscheln ist, dimmt sich die Straßenbeleuchtung? Natürlich nicht, erst wenn kaum noch jemand unterwegs ist …! Mir wird es richtig warm ums Herz. Die Straße wird hell wie der Rummelplatz, wenn sie voller Leute ist. Wenn alle weg sind, wird gedimmt. Tolle Vorstellung z.B. für Frauen, die nachts aus der Bahn steigen und die ansonsten sehr helle Straße zappenduster vorfinden:
Denn die einen sind im Dunkeln
Und die andern sind im Licht.
Und man siehet die im Lichte
Die im Dunkeln sieht man nicht.
Wer sich ein Bild von den tollen Vorstellungen der "Effizienzexperten" und Gleichgesinnten machen will, bekommt hier einige Anregungen. Was von den Vorstellungen über die moderne Straßenbeleuchtung zu halten ist, kann man hier lesen. Sie handelt vom modernen Nachfolger des römischen Laternarius. Und er sieht so urgemütlich aus wie das Exemplar rechts (so hat es sein Hersteller auf der Light & Building 2014 präsentiert). Es ist garantiert, Pardon, zertifiziert gesetzeskonform. Kann mir einer erklären, welche Aufenhaltsqualität mich erwartet, wenn ich an einem Sommerabend am Marheinekeplatz ein Bierchen trinke, nachdem diese Laternen die Gasleuchten ersetzt haben?
Die Diskussionen der letzten Tage, wonach der Arbeitgeberpräsident Deutschland als Absurdistan bezeichnet hat, erinnerten mich an ein Gutachten, an dem ich mich "nur" als Student beteiligt hatte. Zunächst zum Vorwurf des BDA-Präsidenten: Eine Zeitung, die bestimmt nicht arbeitgeberfeindlich ist, die FAZ, findet den Tumult um die Arbeitsstättenverordnung scheinheilig (zu lesen hier). Nicht so scheinheilig handelten die, die unser Gutachten wohl so schlimm fanden, dass sie nicht einmal schrieben, was sie dachten. Es geht um die Lieblingsgröße der Lichttechnik, die Beleuchtungsstärke, und warum sie direktwegs ins Absurdistan führt.
In dem besagten Gutachten sollte eine neue tolle Idee umgesetzt werden, die ein Professor für Lichttechnik empirisch ermittelt hatte. Er wollte die Beleuchtung von Arbeitsstätten angenehmer machen, indem er ein wichtiges Problem beseitigen wollte: den Silhouetteneffekt. Dieser besteht darin, dass das Gesicht eines Menschen, der zwischen mir und einem Fenster vorbei geht, nicht gut erkennbar ist. So etwas nennt der Photograph Gegenlichtaufnahme und hellt das Gesicht vor dem Fenster auf, indem er mehr Licht darauf gibt. Genau das wollte unser Professor erreichen. Sein Experiment hatte gezeigt, dass man dazu so um 2.000 lx auf das Gesicht geben müsste. Ich denke, dass ein Fotograf auf eine ähnliche Größenordnung käme. Bei der Beleuchtung müsste man die 2.000 lx naturgemäß erhöhen, je näher man am Fenster ist. Macht der Fotograf auch.
Eine Behörde, die ihr neues Gebäude beleuchten wollte, hatte meinem Chef den Auftrag gegeben, eine Beleuchtung mit dieser Vorgabe zu planen. Ich strich alle Räume an, die 2.000 lx in Richtung Fenster bräuchten. Bei den Fluren müsste es natürlich mehr sein. Die Beamten der Behörde müssen sich echt in Absurdistan gefühlt haben, als einer ihnen erklärt hat, wie man vom Rauminnern 2.000 lx und mehr Richtung Fenster erzeugt. Heute würde man sagen, jede Menge Hardware. D.h., jede Menge Leuchten an die Wand gegenüber dem Fenster, damit man die Gesichter der Kollegen klar erkennen kann. Bis zum letzten Pickel.
Hätte ich damals an die Hardware gedacht, hätte ich den Griffel gleich fallen lassen. Doch unser Professor muss genau an die gedacht haben, denn er war Führungskraft bei einem Leuchtenhersteller. Die Konzentration auf die Beleuchtungsstärke hat mich vom Absurdistan abgelenkt. Das war 1972.
Da unsere Lehre nie veröffentlicht wurde, weil die Beamten der besagten Behörde feine Leute waren, mussten andere ihre Erfahrungen, so nennt man die Summe der Dummheiten, die man überlebt hat, selbst produzieren. So hat z.B. ein schwedischer Ergonome einem norwegischen Unternehmen empfohlen, die Mitarbeiter mit 4.000 lx auf dem Auge zu versorgen, damit sie sich gesund und wohl fühlen. Gesagt getan! An einigen Arbeitsplätzen wurden die 4.000 lx durch Stehleuchten erzeugt. Die mussten ca. 8.000 lx horizontal erzeugen, wie man leicht aus ihrer Position errechnen kann. Jede Menge Hardware, jede Menge Wärme. Arbeiten konnte man allerdings kaum noch. Das war 1995.
In Deutschland wollte ein Ausschuss gesundes Licht für alle Arbeitsplätze beschließen. Der Vorsitzende hatte vor, einen Zuschlag für Gesundheit auf die Beleuchtungsstärke am Arbeitsplatz als Kompensation für die Isolierung vom Tageslicht beschließen lassen. Ihm schwebten so 8.000 lx bis 10.000 lx vor, wie man im Jahre 1972 tatsächlich diskutiert hatte. Man wollte den lichten Tag nachahmen. Als ich dem hochverehrten Vorsitzenden vorrechnete, dass seine Werte im Winter in Hamburg nicht einmal auf der Alster erreicht würden, sagte er, darüber solle ich mir keinen Kopf machen. Das war im Jahr 2000.
Habe ich auch nicht. Die Hardware, mit der man 8.000 oder 10.000 lx fast blendfrei realisieren kann, und auch ohne große Wärmebelästigung, ist das Himmelsgewölbe, das viele Dutzend Kilometer hoch reicht und von einem Horizont zum anderen, ringsherum. Wenn ein Mensch in einer Bude mit einer Deckenhöhe von 2.30 m (in Bayern darf das eine Arbeitsstätte) oder 2.50 m sitzt, ist unschwer auszumalen, wie die Hardware für die 8.000 lx um ihn herum aussehen muss. Da wir neuerdings für gesundes Arbeiten auch Steh-/Sitztische einführen, sind ganze 65 cm zwischen seinem Schädel und der Decke als Platz für die Hardware vorhanden. Mal sehen, wer die installiert.
Alle, deren Ideen und Vorschläge, Taten ich angeführt habe, waren/sind im Vollbesitz ihrer geistigen Kräfte und in einer wohldotierten Position. Wie viele davon hätten ihre eigenen Vorstellungen ernst genommen, wenn sie anstelle von Beleuchtungsstärken die Anzahl der Leuchten im Sinn gehabt hätten? Absurdistan wurde nicht von einem Ministerium von oben herab verordnet. Es existiert schon sehr sehr lange. Und die Protagonisten sind keine Bürokraten oder Komiker. Auch wenn man zuweilen das Letztere anzunehmen geneigt wäre.
Lichtverschmutzung stellt ein altes Problem dar, für das es neue Regeln gibt. Während man sich in der Vergangenheit mit diversen Lichtquellen beschäftigen musste, deren Eigenschaften durch den Prozess der Lichterzeugung mehr oder weniger fest vorgegeben waren, so konnte z.B. HQI nie ganz rotes Licht erzeugen können oder wollen, während die Natriumdampflampen eher gelb denn blau strahlten, kann man mit den LED von Infrarot bis UV viele Strahlungsbereiche wählen. Leider ist sehr häufig Blau dabei, auch wenn es nicht sein muss.
Was nach Meinung der Industrie Kleinkinder schlau, und Pflegeheiminsassen agil machen soll, alarmiert die Schützer der Nacht, so auch IDA International Dark-Sky Association. Ende Dezember 2014 hat IDA neue "Standards" herausgegeben, die vor den Gefahren für die Natur und den Menschen warnen. Eine Auseinandersetzung mit dem Thema lohnt sich, weil es sich bei LED um eine Zukunftstechnologie handelt.
Mehr Info unter DarkSky International launches new lighting policy templates for municipalities and territories hier

Wer sieht unter welchen Umständen so aus? Es dürfte extrem schwer fallen, dies zu erahnen. Will jemand freiwillig so aussehen? Des Rätsels Lösung: Bei der Renovierung eines Kreuzfahrtschiffs hat der Planer/Designer moderne LEDs eingeführt. Die Bar ändert ihr Aussehen im Minutentakt. Daneben kann man die dynamisch wandelnde Glatzenfarbe bewundern. Warum diese Bar kaum frequentiert wurde? Ich besuche keine Schiffbars, um dort Chamäleon zu spielen.
Dieses Wunderwerk fährt über Seegebiete praktisch ohne größeres Land in Sicht. Die wenigen Palmenstrände taucht die Bar in ihr dynamisches Licht bis in die Morgenstunden. Von der Crew scheint niemand den Ausschalter zu kennen. Als ich eine Nacht an Bord schlief, war die Bar morgens noch so modern beleuchtet. Vermutlich sichtbar von der ISS, die majestätisch ihre Bahn über uns zog.
Wer dies noch ertragen kann, konnte sich in dem Salon des Schiffs noch größerer Scheußlichkeiten erfreuen. Der grüne Streifen an der Theke wiederholt sich an der Decke des Salons und taucht jede Suppe in edelste Frühlingsfarben. Was bei der Suppe noch erträglich scheint, lässt bei Fisch und Fleisch den verdacht auf Schimmel aufkommen. Eigentlich müsste man den Designer mit seinem Auftraggeber zusammen hier einsperren, bis es ihnen nach einer nüchternen Funzel a la Edison ist.