10.06.2012
Gerade hatte ich gelesen, dass Einstein doch recht hatte. Es kamen mir aber Zweifel, als ich vor seinem Haus in Caputh stand. Er kann nicht recht gehabt haben. Recht behalten hat er mit seiner Behauptung, nichts auf der Welt, i wo, im Universum, könne schneller sein als Licht. Die Leute in CERN - das sind die, deren Versuchsanlage LHC so mächtig ist, dass Wissenschaftler glaubten, sie sei die Weltmaschine und könnte auch deren Ende, der Welt meine ich, einläuten -, hatten letztes Jahr behauptet, Teilchen entdeckt zu haben, die schneller flögen als Licht es erlaubt. Sie haben vorgestern den Schwanz eingezogen. Die Weltmaschine hatte wohl einige Justierprobleme. Oder, die Gelehrten suchten nach der dunklen Materie, die sich halt den intergalaktischen Gesetzen entzieht. Ehrlich!
Vor zwei Jahren hatte es noch geheißen, wegen CERN drohe der Weltuntergang. Das dort erzeugte Schwarze Loch könnte das Universum verschlingen. Welt Online hat dann die Gemüter beruhigt: „Wegen CERN-Start droht nur Mini-Weltuntergang“, hieß es am 30. März 2010. Und der Chef von CERN hat ausgesagt, es könnten nur sehr kleine schwarze Löcher entstehen. Da war ich beruhigt und hörte auf, meine Konten zu plündern. Dann kam aber doch der Weltuntergang, für die aus CERN. Sie mussten bestätigen, dass Neutrinos doch nicht schneller sind als Licht.
Ich will eine - zugegebenermaßen eigenwillige - Erklärung abgeben. Die in CERN hätten doch recht, wenn man Licht nicht im Universum misst, sondern bei Albert vor der Haustüre. Diese Laterne steht exakt vor seinem Grundstück an der Gartentür. Der Dreck darin und darauf setzt die Lichtgeschwindigkeit, wenn nicht bereits auf Null - erheblich herab. Wenn die CERNäsen ihre Neurionos hier gemessen haben, könnten sie recht haben. Denn Dreck und tote Fliegen sind der Lichtgeschwindigkeit ihr Tod.
Spaß beiseite, wie sieht es mit der Praktikabilität einer der Säulen der Beleuchtungstechnik aus, mit dem Wartungsfaktor? Wenn die Einsteinsche Laterne der Realität entspricht, ist es mit dem Realitätssinn in der Lichttechnik nicht weit her. Was ist aber mit dem Realitätssinn der Lichtkunden? Sind die so dumm, dass ihnen nicht auffällt, dass sie ihr Geld in den Schornstein jagen, wenn sie ihre Lampen nicht putzen? Ganz oben ist ein wenige Wochen altes Bild aus dem Münchner Flughafen. Zeigt, wie Energiesparlampen Energie sparen - nämlich überhaupt nicht. Eine ist tot, und spart 100% Energie, die andere krepelt vor sich rum, und vergeudet 90% Energie, die dritte macht ihrem Namen alle Ehre, und leuchtet um die Wette mit der Sonne. Die Lampe rechts ist zwar nicht tot, die Fliegen darunter, die das Licht filtern, sind es aber. Luxus morbidus - wie es die Lateiner zu sagen pflegten, als sie noch nicht gut Latein konnten.
Da wird manch einer argumentieren, noch weniger Licht käme durch die toten Fliegen durch, wenn da eine Glühlampe wäre. Stimmt aber nicht. Erstens fliegen Fliegen weniger gerne zu Glühlampen als zu diesen. Zweitens passt die Lichtfarbe besser zu den toten Fliegen. Was die Insekten von Leuchtstofflampen halten, sieht man unten. Sie lieben sie.
Was der allgemeine Dreck von der Lichttechnik hält, ist besser bekannt als meine Bilder: Sehr, sehr viel. Deswegen war er begeistert, als Klimaleuchten erfunden wurden, durch die man verunreinigte Büroluft an Lampen und Optiken vorbeisaugt. Da findet jedes Partikelchen Schmutz ein warmes Plätzchen. Unsere Idee, Leuchten wartungsfreundlich zu bauen, hat indes bislang nur ein Hersteller umgesetzt. Hätte ich eine böse Zunge, würde ich behaupten, die Hersteller wollten ihre Rendite sichern. Denn ein schlechter Wartungsfaktor = mehr Umsatz mit Leuchten. Wer wird aber schon so böse denken?

29.05.2012
Im März 2012 wollte ich unbedingt einen Beitrag schreiben, den ich aber leider vergessen habe. Heute wurde ich daran erinnert. Die Sache liest sich wie eine Wunderheilung. Ein Wunder ist es schon, aber ein reales. Mit Licht gegen den Schmerz, heißt die Devise.
Auf der Tagung „Licht und Gesundheit“ der TU Berlin wurde der Arnold Rikli-Preis für photobiologische Forschung an einen Medizinprofessor verliehen, Prof. Suschek, der dazu einen sehr netten Vortrag gehalten hat. Was er vorgetragen hat, hört sich wirklich wie eine Wunderheilung an. Sie erfolgt über die Haut und mit Hilfe von blauen LEDs. Und dient der Behandlung der Schwachstelle des menschlichen Körpers - nein, nicht seines Denkvermögens, sondern des Rückens. Der Preis für den aufrechten Gang, den wir entrichten müssen, fällt in diesem Fall sehr hoch aus. Rückenschmerzen sind der Fluch der aufrechten Haltung.
Die Wirkung erfolgt über die Anregung von körpereigenen Prozessen und völlig ohne fremde Substanzen. Für mich ist es das zweite Wunder nach der Therapie mit roten LEDs, das mir bekannt wurde. Die setzt man von der Knochenheilung bis zur Krebstherapie zu vielen Behandlungen ein.
Am besten liest man über das Wundermittel die Originalquellen. Die sind zwar mit dem Namen einer Firma versehen, womit ich hier Werbung für sie mache. Diese wird aber nicht bezahlt. Warum soll man nicht für eine Idee Werbung machen, auch wenn andere damit Geld verdienen? Die Ehre, aus einer Anzeigelampe ein Heilmittel gemacht zu haben, muss doch gepriesen werden.
Hier ist die Forschungshistorie, die mehr als nur Rückenschmerzen anführt
http://www.led-schmerztherapie.de/forschungshistorie-blaues-led-licht/
Hier findet man Presseinformationen
http://www.led-schmerztherapie.de/publikumspresse/
Hier können sich Ärzte einloggen
http://www.led-schmerztherapie.de/aerzte-fachpresse/
Hier erklärt Prof. Suscheck sein Rezept
https://www.zukunftstechnologien.info/life-sciences/mit-licht-gegen-den-schmerz/
25.03.2012
In der Urzeit waren menschliche Behausungen ohne Fenster. Nur ein Eingang bildete die Verbindung zwischen Höhle und Außenwelt. Später als die Höhlen von Menschenhand gestaltet wurden, ließ man gerade so viel offen, wie der Auszug des Rauchs sowie der Ein- und Auszug der Menschen es erforderte. Die Anasazi in Arizona haben sich in die Höhlen eingemauert. Ihre Nachfolger, die Navajos, bauen Hogans, die auch ziemlich „zu“ sind. Kein Wunder, Energie war knapp, und in 2000 m Höhe gibt es bitterkalte Winter. Nicht so die Flachlandtiroler.
Nachdem das Glas erfunden wurde und für die Spiegel und Fenster schön geplättet, bauten sie ihre Wohn- und Arbeitsstätten luftig offen. So wollte z.B. Mies van der Rohe 1922 dieses Glashaus in Berlin bauen. Ein Glück, dass er es niemals bauen durfte. Denn das Konzept funktioniert von der Energieseite her etwa wie die Zylinder eines luftgekühlten Motors. Da das Gebäude offenbar keine Speichermassen besitzen sollte, Leichtbauweise, könnte es nur mit Hilfe von aktiver Klimatisierung funktionieren. Und was das bedeutet, sieht man an den Gebäuden der 1970er Jahre. Das Gewerk „Heizung Klima“ war der große Gewinner des Tages. Ca. 30% beim Ausbau, und nicht weniger als 25 % beim Betrieb des Gebäudes, damit war man dabei. Zwei solche Häuser stehen in Bonn. In denen waren einst die Ministerien BMFT und BMJ untergebracht. Als der Chef des zweiten Ministeriums, H.J. Vogel, besser bekannt als der OB von München während des Aufbaus der Olympiasportstätten, die Energierechnung seines Hauses sah, soll ihm die Hutschnur geplatzt sein. Dabei kannte er von den Olympiabauern bereits, wie man mit Energie aasen konnte. Wir hatten zu der Zeit den Auftrag, das Befinden der Menschen in diesen Bauten zu erforschen. Was das Ergebnis erbracht haben kann, kann man an einem anderen Ereignis sehen: Als den Ministerien der Raum knapp wurde, baute man barackenartige Pavillions, in die man einen Teil der Mitarbeiter überreden wollte, umzuziehen. Nicht nötig. Alle wollten dorthin ziehen. Glashäuser nicht nur teuer, sondern auch nicht akzeptabel …
Was lernte man daraus? Erst einmal nichts. Man baute sie, die Glashäuser weiter, als hätte die Energiekrise von 1973 auf einem anderen Planeten stattgefunden. Und das Glashaus von Mies stand beim Wiederaufbau des Stadtkerns von Berlin wieder zur Debatte.
Die heißgeliebte EU hat mit ihrer Energiepolitik, hier Energieeffizienz für Gebäude, die Wende eingeläutet. Mit der gleichen Vehemenz, mit der man in das Glashausbau eingestiegen war, steigt man wieder aus. Pardon, eigentlich um. Jetzt werden sogar Mauern mit Glas gegen Wärmeverlust isoliert. Die Gebäude bekommen eine „Klimahülle“ - aus Glas naturgemäß. Und was verspricht man sich davon? Viel! Sehen wir uns die Beleuchtung an: „Hochwertige Tagesbelichtung am Arbeitsplatz mit witterungsunabhängiger, individueller Regelbarkeit von Außenbezug, Sonnen- bzw. Blendschutz.“ (Auszug aus einem Konzept der Architekten Lichtblau und Sick zur Sanierung eines Gebäudes aus 1972). Warum die Sanierung erfolgen muss, wird so erklärt: „ Die Fakten 25 Jahre später:
- Der Heizenergiebedarf liegt mit ca. 220 kWh/m²a etwa dreimal so hoch wie die zulässigen Werte nach WSVO 1995.
- Wasserdurchlässige und zugige Rahmensysteme führen zu gesundheitsschädlichem Raumklima und energietreibender Überhöhung der Raumlufttemperatur.“
Also raus aus den Kartoffeln, sanieren und dazu eine „hochwertige Tagesbelichtung“ erzielen. Ganz im Trend der Zeit. Ich hatte mich auch gefreut, als man in Deutschland endlich das Tageslicht als Beleuchtung anerkannt hatte. So nach 8.000 Jahren Bauwesen hatte man in Deutschland, Bundesrepublik D., das Tageslicht in seine Schranken gewiesen und die künstliche Beleuchtung als alleinige gesetzlich anerkannt. Das war - nicht zufällig - 1975! Seit 2004 - raus aus den Kartoffeln - ist das anders. Die Architektur ist also ganz im Trend.
Wer beurteilen möchte, warum die Architekten die Verglasung nun hochwertig nennen, tut gut daran, die Dicke des vorgehängten Glases zu messen und sich anzuschauen, was das Glas aus dem Tageslicht macht.

Während ein einlagiges dünnes Glas wirklich nur den Wind abgehalten hat, beim Licht aber nur etwas dämpfend gewirkt hat, werden heute Fassaden mit Glaspanzern formidabler Dicke versehen. Beim oben abgebildeten Fall sind es zwei Scheiben mit etwa 30 mm Gesamtdicke und 4 Grenzschichten, von denen jede mindestens 4 % Licht schluckt. Beim Glas selbst kommt es auch noch auf die Färbung an.
Beim sanierten Gebäude kommen also höchstens 40% des Lichts an den Fenstern an, die jetzt nur noch doppelscheibig ausgeführt werden, und noch einmal etwa 30 % von dem Rest schlucken. Und das nicht gleichmäßig. Grün kommt bevorzugt durch, während Rot und Blau noch einmal halbiert werden. Wer so viel Grünstich hochwertig nennt, hat wohl denselben ohne Grün.
Das zum Thema hochwertige Tagesbelichtung! Ich weiß nicht, wie das von Lichtblau und Sick sanierte Gebäude aussieht. Hingegen weiß ich von anderen Gebäuden, dass in ihnen eine grünstichige Aquariumatmosphäre herrscht, während das Grün der Büropflanzen wegen des Infrarotmangels angeleuchtet werden muss, damit es überlebt. Ein Glück für die Bürobotanik. Für die gibt es nämlich eine VDI-Richtlinie. Für Menschen etwa nicht? Ganz bestimmt nicht.
Warum nicht gleich dicke Mauern bauen und Gucklöcher hier und da bohren? Da kommt wenigstens ungefiltertes Licht durch.
Wie sähen wohl unsere Fakten in 2037, also 25 Jahre von heute, aus? Verrottete Fassaden voll Wasser in deren Wärmeisolierung sich die Vögel mit Nestern breit gemacht haben? Auch wenn dies sehr umweltfreundlich ausfällt und auch exotischen Vögeln eine Chance lässt - Sittiche und Aras als Asylanten in Nordeuropa? -, in der Haut der Vögel, die nicht rechnen können, möchte ich nicht stecken, wenn die alten Herrschaften mit ihren Krücken auf die einschlagen, denen sie ihre Glasknochen zu verdanken haben. Hinter deren Glasfassaden gibt es keine Strahlung, die beim Aufbau von Vitamin D hilft. Wer sich dahinter warm und gemütlich verborgen fühlt, darf sich die Krücken jetzt schon bestellen. Ihm ist ein Oberschenkelhalsbruch im hohen Alter so gut wie sicher. Es sei denn, er/sie fährt im Winter nach Malle oder so - und sitzt dort nicht auch hinter Glas. Schuld sind nämlich nicht immer die anderen.