Sichtverbindung: Bedeutung, Faktoren, Qualität und was wir sonst kennen

03.02.2026

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Licht ist die Medizin,
die man nicht schlucken muss.
Anonymus

Vielen Menschen ist das Thema kaum bekannt, aber sehr wohl die Bedeutung: Die Sichtverbindung nach außen bestimmt die Architektur der Arbeitsstätten und auch der Wohnungen. Für die Arbeitsstätten regelt die Arbeitsstättenverordnung seit 1975 den Bau derart, dass jeder Arbeitsraum eine Sichtverbindung nach außen haben muss – mit wenigen Ausnahmen. Für die Wohnräume übernehmen die Landesbauordnungen diese Aufgabe.

Dass diese Frage eine lebenswichtige Bedeutung spielt, auch wenn die Gesetze eingehalten sind, habe ich durch einen Prozess in Stuttgart gegen einen Architekten gelernt, bei dem ich Gutachter war. Dieser hatte den Auftrag, ein modernes Bürogebäude zu erstellen. Als der Rohbau fertig war, hatte der Auftraggeber örtliche Makler beauftragen wollen, die Vermietung vorzubereiten. Diese haben aber ihm gesagt, der Versuch mache keinen Sinn, dieses Gebäude werde keine Mieter finden.
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Wie das? Der Architekt hatte die Räume teilweise mit einer Brüstungshöhe von 110 cm bauen wollen. Diese war nach seiner Meinung aus Sicherheitsgründen erforderlich und würde von der Landesbauordnung gefordert werden. Ich versuchte zunächst ähnliche Fälle zu finden. Siehe da, Architekten wurden meist verklagt, wenn sie zu niedrige Brüstungen vorgesehen hatten, aber nie wegen zu hoher. Es ging aber nie um die Brüstung selbst, die auch die Höhe Null haben konnte, sondern um die fehlende Umwehrung. Den Menschen ist nach einem ungehinderten Ausblick aus dem Arbeitsraum. Der Architekt musste für mehrere Millionen umbauen.

Eine ähnliche Erfahrung machte der Wirtschaftsminister Wolfgang Clement, der 2004 die Sichtverbindung aus der Arbeitsstättenverordnung strich. Alle möglichen Kräfte, angefangen von den staatlichen Gewerbeaufsichten, beklagten sich so lange, bis die Sichtverbindung 2016 wieder in der Arbeitsstättenverordnung war.

Gestern fand ich die Dokumentation eines Symposiums zu dem Thema aus den USA. Es fand 2023 statt und ist umfangreich dokumentiert. Den Inhalt habe ich teilweise wiedergegeben und mit Hilfe von Vorschriften und Erfahrungen aus unserem Land kommentiert. Es geht um die Qualität des Ausblicks. Siehe da, die Frage  der Qualität der Fenster hatte selbst den General der kommunistischen Weltrevolution, Friedrich Engels, beschäftigt.

Sichtverbindung: Bedeutung, Faktoren, Qualität und was wir sonst kennen

Licht für New Work

29.01.2026

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Nicht ist mächtiger als eine Idee.
deren Zeit gekommen ist.
Victor Hugo

New Work ist die Bezeichnung für einen alten Traum des österreichischen Sozialphilosophen und Anthropologen Frithjof Bergmann (1930–2021), geträumt in Ann Arbor, USA. Bergmann entwickelte das Konzept bereits Ende der 1970er und Anfang der 1980er Jahre.

In diesem Beitrag kommentiere ich die Konsequenzen für die Beleuchtung von Büros aus der Sicht einer kommenden internationalen Norm, deren Ziel Activity Based Working ist. Diese gilt als die beste Reflexion der Idee von New Work. Statt einen Büroraum für Heerscharen von Menschen mit gleichartigen Tätigkeiten zu gestalten, richtet man zonenweise unterschiedliche Bereiche ein, in denen sich Akustik, Klima, Licht nach der jeweiligen Tätigkeit richten.

Kurz gesagt: In einem klassischen Büro geht es meist nur darum, den Raum hell genug zu bekommen (die typischen 500 Lux). Bei New Work ändern sich aber die Tätigkeiten – wir arbeiten nicht mehr acht Stunden starr am selben Platz. Es wird kollaboriert, entspannt, konzentriert, fokussiert und agil präsentiert.

Zur Illustration habe ich KI gefragt, mir eine konventionelle Beleuchtung für eine Modernisierung eines Büros zu zeichnen.  Das Ergebnis steht hier.

Danach sollte die KI zeichnen, wie sich ein New Worker sein Büro vorstellt. Und dies hat KI produziert.

In der Realität werden sich die modernen Büros irgendwo zwischen diesen beiden Enden finden. Mehr zu lesen.

Licht für New Work

 

Woran HCL auch zerschellte

26.01.2026

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Licht ist die Medizin,
die man nicht schlucken muss.
Anonymus

Vorgestern erläuterte ich die wichtigsten Gründe, die die Industrie zwangen, HCL leise zu begraben. Das waren insbesondere Gründe, die man in der Praxis erlebt hatte. Aber es gab ein größeres Hindernis gegen eine erfolgreiche Einführung der circadianen Beleuchtung nach den Vorstellungen der Industrie. Das war die Haltung der deutschen Arbeitgeber. In deren Auftrag habe ich u.a. den ersten Entwurf von ISO/TR 21783 Light and lighting — Integrative lighting — Non-visual effects:2018 geprüft. Mit diesem Entwurf sollten die grundsätzlichen Vorteile einer "integrativen" Beleuchtung alias HCL festgeklopft werden. 

In diesem Beitrag kommentiere ich den Abschnitt 4.2 "Avoidance of risks", der mit einer solchen Beleuchtung verbundene Probleme und Risiken beschreibt und was man dagegen vornehmen muss. In der endgültigen Fassung des Standards ist von Risiken keine Rede mehr. Dazu aber später. 

Der Abschnitt beginnt mit:
"Wie bereits erwähnt, ist die Abwägung von Chancen und Risiken eine wichtige Aufgabe bei der Planung und Inbetriebnahme einer Beleuchtungsanlage. Insbesondere für bestimmte Anwendungen und Beleuchtungssituationen können Risikopräventionsmaßnahmen empfohlen werden."

Lichteinwirkung während rotierender Nachtschichten kann die Melatoninausschüttung verringern und den Schlafrhythmus beeinträchtigen.
Dies führt zu gesundheitsschädlichen Auswirkungen und muss vermieden werden.

Wenn jemand eine neue Technologie einführen will, ist dieser Aspekt bereits tödlich. Niemand zweifelt daran, dass Nacharbeit gesundheitsschädlich ist. Und niemand hat bislang eine Medizin dagegen gefunden.

Die Exposition gegenüber hellem Licht oder hohen Farbtemperaturen während (wechselnder) Nachtschichten kann schwerwiegende gesundheitsschädliche Auswirkungen haben.
Dies muss vermieden werden.

Eine solche Feststellung ist zwar ehrlich, aber würde jeden Betrieb davon abhalten, HCL einzuführen. Lichtplaner sind ihrem Auftraggeber verpflichtet, solche Risiken zu benennen. Wenn sie ihrer Verpflichtung nachkommen, werden sie kaum einen Auftrag bekommen.

Wenn Nachtarbeit unvermeidbar ist, sollten warme Farbtemperaturen und eine möglichst geringe Beleuchtungsstärke im Rahmen der normativen Vorgaben zur Unterstützung der Sehaufgaben verwendet werden.
zusätzliche Informationen, Einschränkungen usw., falls erforderlich

Jeder Betrieb muss die Normen für die Beleuchtung einhalten. Und diese besagen auch im Jahr 2026, dass nachts dieselbe Beleuchtungsstärke vorgegeben ist wie am Tage. Warme Farbtemperaturen können z.B. bei Monitoren nicht eingehalten werden. Bei der Beleuchtung hat man bis heute kaum Fortschritte erzielen können.

Die Verwendung von künstlicher Beleuchtung sollte die Wirkung des Tageslichts unterstützen. Sie darf nicht als gleichwertiger Ersatz für Tageslicht verstanden werden.
zusätzliche Informationen, Einschränkungen usw.

Das ist in Deutschland Vorschrift. Ausnahmen darf der Staat festlegen und nicht ein Betrieb oder gar ein Lichtplaner. Die Ausnahmen sind in der ArbStättV und in ASR A3.4 beschrieben und begründet. 

Eine hochintensive, blau angereicherte Beleuchtung am Nachmittag und in den frühen Abendstunden kann zu geringfügigen Störungen des circadianen Systems führen.
zusätzliche Informationen, Einschränkungen usw., falls erforderlich

Wer soll denn solche Informationen geben und deren Beachtung überwachen? 

Eine Aktivierung, die über das derzeit optimale Anregungsniveau hinausgeht, kann Stress verursachen und sich negativ auf die psychische Gesundheit auswirken.
Dies muss vermieden werden.

Wer vermeidet das? Der Betriebsarzt oder der Elektriker? Das Argument kann als Totschlagsargument gegen jede Planung angeführt werden. 

Sehr intensives, blau angereichertes Licht kann als Zeitgeber mit natürlichem Licht konkurrieren. Dies kann der saisonalen Anpassung der biologischen Uhr entgegenwirken. Daher sollte die Dynamik der Beleuchtung, die auf biologische Effekte abzielt, saisonale Veränderungen der natürlichen Lichteinstrahlung berücksichtigen.

Saisonale Veränderungen der natürlichen Lichteinstrahlung berücksichtigen? Bislang steht die Dynamik der Beleuchtung eher in solchen Papieren denn im betrieblichen Alltag. Wer übernimmt diese Aufgabe? Und warum? Die Chronobiologen haben ein Lichtregime für den Tag empfohlen, das keine jahreszeitlichen Schwankungen vorsieht. 

Bei der Aktivierung durch Licht am Morgen müssen der tatsächliche und der saisonale Tageslichtverlauf berücksichtigt werden, um einen höheren Synchronisationsaufwand für das circadiane System zu vermeiden.
zusätzliche Informationen, Einschränkungen usw., falls erforderlich

Wer kennt den tatsächlichen und saisonalen Verlauf des Tageslichts? Wie baut man ein solches Wissen in die Beleuchtungsplanung ein? Beleuchtung als jahreszeitlicher Follower der Sonne? Warum nicht alle morgens eine Viertelstunde vor die Tür schicken?

Unter besonderen Umständen kann Licht als Dopingmittel wirken (z. B. im Profisport), indem es die Leistungsfähigkeit über die gesunden physiologischen Fähigkeiten hinaus steigert.
Dies muss vermieden werden.

Welcher Arbeitgeber möchte eine Beleuchtung in Auftrag geben, die u.U. als Doping verstanden werden kann?

Mitarbeiter, die die Beleuchtung steuern können und nicht ordnungsgemäß über die Auswirkungen des eingesetzten Beleuchtungssystems informiert wurden, können dieses möglicherweise nicht sinnvoll nutzen.
Daher sollten Maßnahmen zur ordnungsgemäßen Einweisung und Warnmechanismen in die Konstruktion integriert werden, wenn eine individuelle Steuerung möglich ist.

Muss ein Betrieb Lichtbeauftragte ausbilden, die das Licht für die Kollegen steuern, die so aktiviert werden? Wer bildet die aus?

Die Befugnis der Arbeitgeber, über den Zeitpunkt und die Dauer der Aktivierung zu entscheiden, kann zu Problemen bei der Akzeptanz der Beleuchtung führen.
Dies sollte bei der Einführung eines Beleuchtungssystems angemessen berücksichtigt werden; siehe den letzten Punkt oben.

Da es offensichtlich um die Gesundheit der Beschäftigten geht, muss der Arbeitgeber gemäß BetrVG eine Mitbestimmung einleiten. Man stelle sich vor, die Mitarbeitenden wollen warmes Licht und der Betrieb setzt kaltes Licht ein, weil es "gesund" sei. Alternativ muss der Betrieb bei warmem Licht die Beleuchtungsstärke verdoppeln. 

Interindividuelle Unterschiede (z. B. Chronotypen) können nicht vollständig berücksichtigt werden, da eine räumliche Trennung am Arbeitsplatz in der Regel nicht möglich ist.
Dies muss bei der Lichtplanung und den Steuerungssystemen berücksichtigt werden.

Diese Feststellung ist zwar nicht falsch. Dummerweise darf der Arbeitgeber nicht einmal fragen, welcher Chronotyp ein Mitarbeitender ist. Es ist bis dato nicht gelungen, Altersunterschiede in der Lichtplanung angemessen zu berücksichtigen, obwohl deren Wirkung bekannt gewesen ist, bevor es die Lichttechnik gab.

Es kann zu Zielkonflikten zwischen biologischer Wirksamkeit und visueller und ästhetischer Lichtgestaltung kommen.
Diese müssen vom Planer so gelöst werden, dass keine der beiden Eigenschaften des Beleuchtungssystems beeinträchtigt wird.

Das ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Das Problem kann kein Planer lösen, u.a. weil die biologische Wirksamkeit nach den Beleuchtungsnormen erst nachrangig berücksichtigt werden darf. 

Wechselwirkungen zwischen dem circadianen System und der Sicherheit am Arbeitsplatz sollten berücksichtigt werden.

Erstens müsste es heißen, diese Wechselwirkungen müssen berücksichtigt werden. Und zweitens beschäftigt sich ein erheblicher Teil der Arbeitsmedizin just mit dieser Aufgabe. Dazu gibt es sogar eine Leitlinie "Gesundheitliche Aspekte und Gestaltung von Nacht- und Schichtarbeit". Dummerweise steht auch darin keine Lösung. 

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Die kommentierten Risiken sind alle richtig dargestellt worden. Sie waren in diversen Sitzungen mit Experten vorgebracht worden bzw. in der Literatur geäußert worden. Meine Kommentare sollten dazu dienen, die Chancen zu beleuchten, die solche Konzepte in der Praxis haben. 

Das zitierte Papier wurde in mehrjährigen Verhandlungen entschärft. In der endgültigen Fassung ist keine Rede mehr von Risiken und von Risikovermeidung. Damit werden die Probleme nicht weniger, sondern halb unter den Teppich gekehrt. Die Risikofaktoren heißen jetzt "Implementation considerations" wie "Überlegungen zur Umsetzung". Trotz mehrfacher Warnungen meinerseits blieben Empfehlungen wie aus dem Wolkenkuckucksheim. So z.B. 

"Es kann zu Konflikten zwischen unterschiedlichen Anforderungen (derselben oder verschiedener Nutzer in einem Raum) kommen. Diese müssen vom Planer so gelöst werden, dass die Lichtqualität nicht beeinträchtigt wird."

Wie soll ein Lichtplaner die Bedürfnisse von Menschen mit unterschiedlichen Chronotypen berücksichtigen, wenn er nicht wissen darf, wen er vor sich hat? Und was ist Lichtqualität und wann wird sie beeinträchtigt? 

Warum die Industrie HCL wieder vergessen will

 

23.01.2026

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Licht ist die Medizin,
die man nicht schlucken muss.
Anonymus

Im Jahr 2013 erschien ein neuer Star am Beleuchtungshimmel: HCL. Das ist nicht die chemische Formel für die Salzsäure, sondern Human Centric Lighting. Man wollte damit die sperrige Bezeichnung „biologisch wirksame Beleuchtung“ loswerden. Die war leider zweideutig: Biologisch wirksam ist die Beleuchtung mit UVC-Leuchten. Meist tödlich obendrein. Da kann man verstehen, warum das Marketing auf die Idee kam. Denn ein Konzept, das auf den Namen Human Centric hört, ist z.B. bei der Autoindustrie sehr erfolgreich.

Der Auftragnehmer, die Beratungsfirma  A.T. Kearney, seit 2020 nur noch Kearney, erfand eine Marketingstrategie für diesbezügliche Produkte. Diese wurde HCL getauft, denn als biologisch wirksam ist Licht seit über einem Jahrhundert bekannt. Kearney ist vermutlich nicht aufgefallen, dass ihre Argumente verdammt prima zu einem der größten Desaster der Wissenschaftsgeschichte passten, den Hawthorne-Experimenten der 1920er Jahre. Diese waren zu guter Letzt auch noch von der lichttechnischen Industrie in Auftrag gegeben worden. So hatte die Katastrophe die Lichttechnik besonders hart getroffen. Bis heute … 

Wegen der besonderen Bedeutung habe ich das Thema in einem Kapitel in Genesis 2.0 – Die Schöpfung der elektrischen Sonne behandelt (hier). In einem Beitrag in licht-fomt-leben.de werden die Gründe des Scheiterns erklärt. Ein wichtiger Grund wird allerdings wegen seiner besonderen Bedeutung in einem getrennten Beitrag erklärt: der Widerstand der Arbeitgeber. 

Aus der Traum, Leuchtmittel in Heilmittel umzudeuten

 

Wunden, die Licht heilt

 

21.01.2026

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Licht ist die Medizin,
die man nicht schlucken muss.
Anonymus

Nachdem ich gestern den Beitrag zu Melatonin und seinen Wirkungen geschrieben hatte, wollte ich mich noch daran erinnern, womit Licht noch in unser Leben greift. Bei Licht haben wir gelernt, immer an Beleuchtung zu denken, was wir den selbstlosen Bemühungen der Industrie verdanken. Aber es muss nicht immer Beleuchtung sein. 

Licht wirkt in so viele Lebensvorgänge hinein, dass manches sprichwörtlich geworden ist, so auch die Heilwirkungen. „Dove non va il sole, va il medico“ (Wo die Sonne nicht hingeht, geht der Arzt hin) hieß alten schon im Antiken Rom. Auch das große Epochenwerk des deutschen Naturalismus, „Vor Sonnenaufgang“ von Gerhart Hauptmann (1889), thematisiert den starken Einfluss des Lichts auf den Menschen.

Besonders raffiniert ist die Methode, die Dienste eines Leuchtmittels für die Krebsbekämpfung in Anspruch zu nehmen. Die Methode nennt sich PDT (Photodynamic Therapy). Ihre Wurzeln gehen zurück auf den Anfang des 20. Jahrhunderts.

Mit Licht lassen sich auch Wunden schneller und erfolgreicher heilen. Die Methode hört auf den Namen Photobiomodulation. Eine raffinierte Methode der Durchblutungsförderung , die eben zu einer schnelleren Wundheilung führt.

Erst richtig wunderhaft sind die nicht-physikalischen Wirkungen. Diese Heilung geht über die Nachricht, die das Licht des Tages in die Krankenzimmer führt. Die wichtigste und bahnbrechende Studie dazu stammt von dem schwedischen Architekturprofessor Roger Ulrich aus dem Jahr 1984. Sie ist bis heute in 10140 wissenschaftlichen Artikeln zitiert worden. Die Studie von Ulrich und weitere Studien führten zu der Entwicklung von "Heilende Architektur". Bei genauem Hinsehen fiel mir ein, dass wir in Berlin mindestens zwei Krankenhäuser haben, die man zur "Heilenden Architektur" zählen darf. Beide wurden in den 1890er Jahren gebaut. Nett, dass die Wissenschaft uns zeigt, dass unsere Urgroßväter richtig bauen konnten. Was wir von unseren Vätern nicht sagen können. Zu deren Zeiten sprach die Wissenschaft von unterirdischen Bauten, die massiv an Energie und Lärm sparen würden. Zum Glück haben nicht viele auf die Wissenschaft gehört.

Insgesamt zeichnet sich die Heilende Architektur durch folgende Merkmale aus:

Licht                     Synchronisation der inneren Uhr durch Tageslicht.
Luft                       Natürliche Belüftung und gute Raumluftqualität.
Farbe                    Warme, erdige Töne statt klinischem Weiß/Blau.
Soziales               Räume, die Begegnung mit der Familie fördern (Social Support).

Wunden, die Licht heilt