Licht und Historie

07.10.2012

ES IST ERREICHT!

Nein - es geht nicht um des Kaisers Bart*. Es geht darum, was die jüngst gefeierten 100 Jahre Lichttechnik a la LiTG den Menschen gebracht haben (siehe hier). Das Ergebnis liest sich im Tagesspiegel von heute so an:

„In einer Studie des Businessnetzwerks LinkedIn bestimmen Fach- und Führungskräfte ihren Arbeitsplatz der Zukunft. In der Umfrage hat LinkedIn weltweit über 7000 Arbeitnehmer – 420 davon in Deutschland – nach ihrem „Traumarbeitsplatz“ befragt: Welche Technologien und Rahmenbedingungen wünschen Sie sich für die Zukunft? Die Studie zeigt: 37 Prozent der deutschen Fach- und Führungskräfte bevorzugen einen Arbeitsplatz, der frei ist von künstlichen Lichtquellen.

Der sehnlichste Wunsch deutscher Führungskräfte besteht darin, dass sie von unseren Produkten unbehelligt bleiben möchten. Und der zweitsehnlichste Wunsch? „Auf Platz zwei folgt der Traum von einer imaginären „Stummtaste“, die alle Gespräche der Arbeitskollegen auf lautlos stellt (21 Prozent).

Das dumme Geschwätz derer, die man im Augenblick nicht hören möchte, weil man sich konzentrieren muss, um Längen zu toppen! Ist doch klasse – die 100 Jahre haben sich gelohnt. Wer sich 100 Jahre auf Technik nach eigener Vorstellung konzentriert und alle anderen, die etwas beitragen könnten, vergrault, so z.B. Architekten oder Designer, erntet bestenfalls, was er gesät hat. Andere machen es besser. So hat Norwegen eine Gesellschaft, die sich um die Beleuchtung kümmert. Sie nennt sich Lyskultur wie Lichtkultur. In Schweden liest sich nur der Name der zuständigen Gesellschaft etwas anders: Ljuskultur. Die AIDI, das direkte italienische Pendant zur LiTG, versteht sich als wissenschaftlich-technische und kulturelle Vereinigung. Sie konzentriert sich stark auf Lichtkultur, visuelle Ergonomie, Kunst- und Museumsbeleuchtung sowie urbane Identität. Zudem gibt es noch die APIL (Associazione Professionisten dell'Illuminazione): Ein eigenständiger italienischer Verband speziell für unabhängige Lichtdesigner. Der Fokus liegt rein auf dem kreativen, architektonischen Entwurfsprozess, frei von Herstellerinteressen. In Japan verknüpft die Lichtgesellschaft IEIJ technische Forschung extrem stark mit ästhetischen Prinzipien der japanischen Raumwahrnehmung (Schattenwirkung, Materialtextur, Verschmelzung von Innen- und Außenraum).

* „Es ist erreicht“ ist das berühmteste Produkt von Haby, Bartwichse samt Bartbinde für den Kaiser. „Donnerwetter - tadellos“ war eine Bartpomade, „Wach auf“ eine Rasierseife, und „Ich kann so nett sein“ ein Damenshampoo. Man sieht, dass Haby nicht nur dem Kaiser um seinen Bart ging.

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