Blendung – Was ich schon immer wusste und nie nachfragen wollte

10.05.2026

Kontinuität in der Forschung
ist oft nur ein höfliches Wort
für intellektuellen Stillstand.
der Blogger

Dieses Kapitel untersucht den Begriff der Blendung in seinen unterschiedlichen Bedeutungen und konzentriert sich dabei auf jene Erscheinungsformen, die das Sehen durch Licht beeinträchtigen.

Es zeigt, dass Blendung nicht nur als klar messbare physiologische Minderung der Sehleistung verstanden werden kann, sondern auch als psychologisch wahrgenommene Störung, deren Bewertung in Forschung und Normung vielfach auf unsicheren oder veralteten Grundlagen beruht.

Der Text kritisiert insbesondere etablierte Verfahren wie UGR und verwandte Blendungsmodelle, da sie komplexe reale Sehbedingungen, moderne Lichtquellen, Arbeitsaufgaben, Farbwirkungen und dynamische Wahrnehmungsprozesse nur unzureichend erfassen. Darüber hinaus wird argumentiert, dass zahlreiche belastende Lichteffekte – etwa Reflexionen auf Bildschirmen, Kontrastverluste auf Sehobjekten, Umfeldblendung oder sogenannter Lichtdruck – fachlich zwar bekannt, aber normativ kaum angemessen berücksichtigt sind.

Trotz intensiver Forschung sind die Blendungsbewertungsverfahren nie validiert worden. Zwar wird zu einer Leuchte ein UGR-Wert dreistellig angegeben. Mit irgendeiner bestimmten Wirkung hat die Zahl aber nichts gemein. 

Insgesamt plädiert das Kapitel für ein erweitertes Verständnis von Blendung, das nicht nur das Vermeiden negativer Effekte, sondern die tatsächliche Qualität des Sehens, die Arbeitssituation und die Wahrnehmung des Menschen in realen Umgebungen in den Mittelpunkt stellt.

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