Human Lights für alle Arbeitenden
14.02.2026
Ich bin ein Teil von jener Kraft,die
stets das Helle will und stets das Dunkle schafft.
d. Blogger, frei nach Mephisto
Letzte Woche präsentierten ein Büroplaner und ein Psychologe in deiner Veranstaltung der Zeitschrift md-mag eine Bürostudie. Als sie ein Foto von dem Untersuchungsobjekt zeigten, dachte ich, ich müsste dort arbeiten. Das Bild darf man leider nicht benutzen. Aber ein Büro, das ich mal fotografiert habe, ist das exakte Gegenteil. Dabei zeigt dieses Bild nicht etwa einen Raum, den man lieblos und billig eingerichtet hat. Er war sogar mit viel Bedacht geplant worden. Und viele Büroräume, die ich untersucht habe, sahen schlimmer aus. Ihr Zustand erinnert mich an die Bilderserie NEGATIVESPACES, die ich als dystopisch empfinde. Grau, wo man auch hinsieht.
Das Gegenstück dazu wollen die Leute von Lightvision Berlin auf der Messe Light + Building auf der Sonderschau "The Living Light – where Design and Technology Shape the Future" demonstrieren. Die Kuratorin der Show erklärt das Ziel der Veranstaltung so: "Mit The Living Light möchten wir zeigen, dass Licht weit mehr ist als Beleuchtung. Licht ist ein lebendiger Gestaltungsfaktor, der unsere Emotionen anspricht, uns motiviert und uns miteinander verbindet. Wenn wir Technologie richtig einsetzen und in ein holistisches Gesamtkonzept einbetten, kann Licht jeden Moment unseres Alltags verbessern."
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Warum braucht es eine Show, um zu demonstrieren, wie man mit Licht lebenswerten Raum schafft? Geht es nicht auch ohne Kuratorin? Ich denke, ja. Allerdings muss man einen Sinn dafür entwickeln. Wie das gehen könnte, hat die Kuratorin sehr einprägsam erklärt: …Licht ... ein lebendiger Gestaltungsfaktor, der unsere Emotionen anspricht … und … in ein holistisches Gesamtkonzept einbetten. Die beiden Bilder rechts oben zeigen, wie man es nicht macht. In beiden Fällen hat der Architekt einen Raum geschaffen, der an sich annehmbar gewesen war, bis die Beleuchtung installiert wurde. Und dessen Planung haben die Akustikpaneele zunichte gemacht (oben). Das untere Bild zeigt einen Tageslichtraum während des Tages. Man erfährt es aber erst, wenn man sich näher damit beschäftigt. Die Einbauten haben jegliche Tageslichtplanung und Kunstlichtplanung zunichte gemacht.
Wer weiß denn, wie man es richtig macht? Dazu fällt mir ein Aphorismus von Einstein ein: "Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind." Räume und Licht, die nicht unseren Emotionen entsprechen, sind nicht vom Himmel gefallen. Sie sind Folge unserer Lichtplanungspraxis. Oder soll man lieber sagen: Folge eines lieblosen Umgangs mit dem wichtigsten Umweltfaktor.
Das Ende dieses Umgangs haben nicht etwa die Menschen eingeläutet, die still unter der Missgestaltung ihrer Arbeitsumwelt leiden. Es war ein Virus namens Corona, das ihnen und ihren Unternehmen gezeigt hat, dass es eine Arbeitswelt jenseits der Bürogebäude gibt. Home office … Bürogebäude, die eher abstoßend auf die Menschen wirken, stehen bei den Arbeitgebern nicht mehr hoch im Kurs. Was Zukunft hat, zeigt der Beitrag Licht für New Work . Darin geht es um Raumdesignkonzepte und um Licht im Sinne ihrer Architektur. Wir müssen irgendwann endlich schaffen, dass Licht von Lichtplanern oder Innenarchitekten geplant wird .
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