Prüfbare Lichtqualität

16.04.2026

Halbe Sachen sind
ganze Verschwendung
orientalisches Sprichwort

Dieser Beitrag erzählt vom paradoxen Schicksal der „elektrischen Sonne“: Während die Erde insgesamt heller wird, verliert künstliches Licht zugleich kulturellen Glanz. Aus der einst bestaunten Lunapark-Beleuchtung ist vielerorts Lichtmüll geworden – ein Bewusstseinswandel, befeuert durch Debatten um Lichtverschmutzung und Energiesparen. Doch der Niedergang verläuft nicht überall gleich. Im Privaten, lange von der Lichttechnik gering geschätzt, eröffnet die LED ein neues Spiel aus Atmosphäre, Akzenten und Ritualen (man denke an Weihnachtslichter). Dagegen wirkt professionelle Beleuchtung, besonders im Büro, wie eine Normmaschine: 500 Lux, Gleichmäßigkeit, steriler „Zahnarztpraxis-Effekt“.

Sichtbar wird das beim Trend, Bürohäuser in Wohnungen umzuwidmen: Fast nichts an der alten Beleuchtung passt zur neuen Logik des Wohnens und Arbeitens. Spätestens mit Homeoffice und New Work bröckelt die alte Gewissheit, dass Normlicht gute Beleuchtung und gute Beleuchtung bessere Arbeit bedeutet. Zwischen Wohlbefinden und Sehleistung rückt die Frage nach prüfbarer, brauchbarer Lichtqualität erneut ins Zentrum. 

Bei dem Bestreben, die Menschen zurück ins Büro zu locken, wird Licht eine große Rolle spielen. Es wird aber nicht von Leuchten kommen, die man in langen Reihen an die Decke pflastert.

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