Im Anfang waren Götter und Titanen
12.05.2026
Geraubtes Licht
brennt am längsten.
Ausgehend von der Figur des Prometheus erzählt dieses Buch die Geschichte eines Menschheitstraums, der zum Epochenprojekt geworden ist: die Vertreibung der Nacht.
Was als mythischer Feuerraub beginnt, setzt sich in den technischen Verheißungen der Moderne fort – vom Schein der Flamme bis zum kalten Glanz elektrischer Dauerbeleuchtung. Licht erscheint dabei nicht nur als Triumph der Erkenntnis, sondern auch als Geste der Selbstermächtigung: Der Mensch löst sich aus kosmischen Ordnungen, überbietet alte Götterbilder und rückt der Sonne selbst auf den Leib.
Doch je heller die Welt wird, desto deutlicher treten die Verluste hervor. Mit der Finsternis verschwindet nicht bloß ein Naturzustand, sondern ein Erfahrungsraum, in dem Maß, Rhythmus, Verletzlichkeit und Staunen aufgehoben waren. So liest dieses Buch die Geschichte der künstlichen Helligkeit zugleich als Kulturgeschichte der Entzauberung – und als späte, überraschende Wiederentdeckung des Werts der Dunkelheit.
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