Dreieinigkeit - LLL der Ergonomie

2015

 

Was hat Licht mit Luft und Lärm zu tun? Eigentlich nicht viel … Oder doch? Wo es keine Luft gibt, fliegt das Licht schneller um das Universum als in luftigen Gegenden. Das könnte uns noch egal sein. Denn Menschen leben nicht da, wo keine Luft ist. Sagt man. Man versucht aber herauszufinden, wie wenig Luft ein Mensch zum Leben benötigt. Nicht wie bei Houdini im Aquarium oder im Sarg, sondern im Büro. Die Rede ist von Flächenwirtschaftlichkeit. Bekanntlich nehmen die Büromieten an den Kosten eines Büroarbeitsplatzes den zweiten Rang nach Personalkosten ein. Was liegt da näher als sparen zu wollen? Stimmt! So hat ein großer Konzern z.B. von einem "Ergonomen" ein Konzept machen lassen, das den Platzbedarf eines Mitarbeiters im Durchschnitt auf 7 m2 reduziert. Eigentlich kein Problem, ich hatte beim Militär im Schlafsaal ca. 2 m2. Wir schliefen in Etagenbetten.

Womit wir beim Schlaf wären. Bekanntlich schlafen die Büromenschen gewöhnlich bei der Arbeit. Manche erklären das damit, dass das Licht schlecht sei. (Was übrigens stimmt, wie Chronobiologen nachgewiesen haben.). Auf die schlechte Luft kommen sie nicht. Wie denn auch? Licht messen mit einem Luxmeter ist unendlich leichter als Luftqualität zu bestimmen. Man weiß nur, dass die mit zunehmender Verdichtung von Menschen abnimmt. Allerdings weiß keiner, dass auch die "Lichtqualität" genauso abnimmt, weil der Luxmeter nur zeigt, dass Licht am Arbeitsplatz ist. Welche Beschaffenheit es hat, zeigt das dumme Gerät nicht.

Nicht alles nimmt mit der Verdichtung von Menschen ab, es gibt auch Dinge, die zunehmen. Allerdings wäre es übertrieben, diese erfreulich zu nennen. Drei menschliche Wesen, die man, bei gehörigem Abstand von mir und voneinander, wohlriechend nennen würde, füllen bei 7 m2 pro Kopf einen Büroraum derart mit ihrem Duftwasser und sonstigen Odors, dass es keine Klimaanlage schafft, klare Luft herzustellen. Während die olfaktorische Seite sich mit kräftigem Durchlüften mildern lässt, erfreut sich ein weiterer Faktor trotz gewaltiger Attentate gegen seine Existenz eines langen Lebens: Das ist der Lärm. Hatte vor 50 Jahren jeder Fünfte im Büro ein Telefon, bedient heute Jeder eine kleine Telefonanlage, von Handys ganz zu schweigen. Davon nennt jeder eines sein eigen, könnte aber noch ein Diensthandy bei sich führen. Demnächst steht so etwas wie skypen für Jedermann an.

Bei 40 m2 pro Kopf, die nach meiner Meinung ideal wären, aber keineswegs zu viel, hätte man den nächsten Störenfried in etwa 12 m von sich entfernt. Besser noch, man könnte sich sogar mit Mauern abschirmen. Da solche Arbeitsplätze für Erika Mustermann im Büro genauso üblich sind wie Wohnsuiten für den Gefreiten Dosenkohl, von Hein Janmaat im U-Boot ganz zu schweigen, muss man sich der Realität beugen. Bei 7 m2 pro Kopf bzw. Mann und Frau, (wovon man den Bedarf an Besprechungsflächen und sonstiges abziehen muss), befindet sich der Nächste etwa 2 m bis 3 m von einem entfernt. Da weiß man, was Nächstenliebe ist.

Seit dem Projekt CCall, mit dem das Bundesarbeitsministerium die Arbeit in Call Centern mit Hilfe der Verwaltungsberufsgenossenschaft erträglich zu machen versucht hatte, sprudelt aus der einschlägigen Industrie eine akustische Lösung nach der anderen heraus. Wie kann ich es schaffen, dass Menschen den halben Tag telefonieren, und das mit ebenfalls telefonierenden Figuren ringsherum, ohne die anderen zu stören. Lassen wir die akustische Seite außen vor, die eh nicht funktionieren kann, obwohl ständig das Gegenteil beschworen wird. Alle akustischen Lösungen stören das Licht, sie machen sogar aus schönen Tageslichträumen eine graue bis grau-schwarze Suppe. Das lässt sich sogar fotografieren und auch mit dem dummen Luxmeter messen, so man das Ergebnis interpretieren kann.

Was nicht gemessen wird, ist die Luftqualität. Und die ist in manchen Büroräumen zum Schneiden. Müssen wir die Menschen so lange verdichten, bis sie zur Schnappatmung übergehen? Ernst beiseite: Die Kosten für den Büroraum (und dessen Betrieb) sind die zweithöchsten. Die höchsten sind, wie Jedermann weiß, Personalkosten und um den Faktor 10 größer. Und die wendet man auf, damit das Personal einem Gewinn erwirtschaftet. Hat jemand mal ermittelt, wie sich die Formel:
Fläche sparen = Licht schlechter + Luft schlimmer + Lärm grenzwertig
mit der Produktivität verträgt?

Eigentlich müsste das jedes Unternehmen mehrfach durchdekliniert haben. In der Lichttechnik war das bekannt, bevor die meisten heutigen Bürobewohner geboren wurden. Dieses Bild wurde im Jahr 1976 gedruckt, entstanden ist es viel früher. (Quelle FGL, jetzt licht.de)

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