Giftiges Licht?

2015

Giftiges Licht ist nicht etwa das Gegenstück zum "frisches" Licht, das man neuerdings sogar nach Norm zu sich nehmen kann, um sich schlagartig wohl zu fühlen. Das frische Licht verabreicht man nach öffentlichen Aussagen eines Professors für Psychiatrie z.B. Schülern wie ein Espresso - und die sind gleich, pronto oder gar prontamente, wieder auf dem Damm. Der Mann muss eine Menge von seinen Patienten gelernt haben. Das "giftige" Licht hingegen ist eine Sorge der Sehphysiologen, eine Lichtexposition könne sich toxisch auf die Sehorgane, z.B. auf die Netzhaut auswirken. 

Was macht ein Forscher für den Gegenstand seiner Fürsorgepflicht? Er forscht. Ich denke, über die Schädlichkeit von Leuchtstofflampenlicht so etwa seit der Erfindung dieser Lampe. Da man nicht ewig warten kann, dass eine schädliche Subtanz ihre schädlichen Wirkungen entfaltet, gibt man der Substanz eine kleine Entwicklungshilfe und erhöht die Dosis. Zudem darf man mit Menschen nicht experimentieren, als Forscher jedenfalls nicht, so nimmt man menschenähnliche Geschöpfe, Affen oder Schweine. Die letzteren Tiere werden in der Allgemeinheit nur mit Menschen in Verbindung gebracht, wenn es sich um Gemeinheiten handelt. So nimmt der auf Wirkung bedachte Forscher leider Affen.

Ein solcher Forscher hat diesbezügliche Symptome bei Makaken experimentell erzeugt, Schäden am Auge durch Licht der Leuchtsstofflampe. Der Fachmann spricht, wie gesagt, von toxischen Wirkungen. Der Laie würde sagen, das Auge werde geschädigt. Der Autor behauptet nun, seine Versuchsanordnung wäre entsprechend der Umgebung von üblichen Büromenschen aufgebaut gewesen, um die früheren Behauptungen zur Toxizität des Licht nunmehr unter realistischen Bedingungen zu überprüfen. Denn schädliche Lichtwirkungen produzieren kann man gewiss. Diesbezügliche Methoden haben doch schon die alten Inka gekannt, die ihre Häftlinge bis zum Hals in den Wüstensand gebuddelt haben sollen, damit sie in der prallen Sonne langsam erblindeten. Dass Gift nicht die Substanz ist, sondern die Dosis, hatte bereits Paracelcus gesagt. Dennoch: Droht so etwas jetzt den Schützlingen einer Berufsgenossenschaft, die viel Wert auf viel Licht legt?

Glücklicherweise wohl nicht. Denn die Versuchsanordnung des Forschers hatte mit einem üblichen Büro nur die Art der benutzten Lampen gemein, Leuchtstofflampen. Ansonsten waren die armen Äffchen in einer Art Leuchtkasten eingesperrt, der ihnen, bzw. ihren Augen, als Erholung nur einen Blick auf die dunkle Rückseite des Käfigs bot. Allerdings hieß bei dem Forscher dunkel etwa 300 cd/m2. Die anderen Seiten waren etwas heller, so um 3.000 cd/m2. Die hätte man beinah gehabt, als Ende der 1960er Jahre die Lichttechnik versuchte, den hellen Tag nachzuahmen.

Wir sind wieder mal davongekommen.

Prof. Hastig
Prof. Hastig
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One Comment

  1. Antworten
    Mark Bonnet 26. März 2015

    Wer war denn der Psychiater, der Licht für Espresso hält? Mit zwei Liter Espresso kann man lässig ein Schulkind töten. Auch eine Tasse kann für ein Schulkind zu viel sein.

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